Joaquim Maria Machado de Assis

Joaquim Maria Machado de Assis (1839 – 1908) hat wie kein anderer die brasilianische Literatur geprägt und gilt bis heute unangefochten als ihr bedeutendster Vertreter. Bis heute gilt auch sein Buch „Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas“ als einer der wichtigsten Romane Brasiliens und 2013 war sein Name anlässlich der Frankfurter Buchmesse, bei der Brasilien Gastland war, in aller Munde. Dabei ist über Joaquim Maria Machado de Assis selbst verhältnismäßig wenig bekannt. Autobiografisches ließ er nur sehr selten in seine Werke einfließen. Viel mehr vertrat er die Ansicht, dass man nur einen interessanten Roman schreiben könne, indem man Dinge wegließ und so die Vorstellungskraft des Lesers forderte. Bis heute ist Machado de Assis deshalb von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben.

Was man jedoch über ihn weiß, ist, dass er aus ärmlichen Verhältnissen stammte und der Abkömmling portugiesischer und afrikanischer Vorfahren war. Als „Mulatte“ waren ihm im Rio de Janeiro des frühen 19. Jahrhunderts die Ausbildungswege versperrt, doch sein Wissensdurst war kaum zu stillen und so lernte Joaquim Maria Machado de Assis, wann und wo immer sich ihm die Gelegenheit dazu bot. Seinem persönlichen Ehrgeiz war es wohl auch zu verdanken, dass er schon im Alter von 15 Jahren sein erstes Gedicht in einer Zeitung veröffentlichen konnte. Nach einer Setzerlehre in einer Druckwerkstatt arbeitete Machado de Assis als Korrekturleser und später als Journalist. Sein frühes literarisches Werk bestand aus Gedichten und Romanen, doch schon bald befreite sich Machado de Assis von den Zwängen der Genres und setzte sich über ihre Grenzen hinweg. So schuf er seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil, für den er heute zu Recht als Meister der brasilianischen Literatur gefeiert wird.

Anlässlich seines 100. Todestages 2008 brachte das Deutschlandradio Kultur ein Spezial über Joaquim Maria Machado de Assis. Darin hieß es: „Machado de Assis ist kein sozialkritischer Schriftsteller, der sich für eine bestimmte Sache engagiert, wie etwa die Abschaffung der Sklaverei. Als Erzähler kultiviert er die Ambivalenz, verbirgt sich gern hinter der Maske der weißen Elite, um im Kontrast zu anderen sozialen Schichten deren Arroganz zu desavouieren.“ Joaquim Maria Machado de Assis glaubte – wie übrigens auch die Charaktere seiner Bücher – dass man im Leben nicht vorwärts kam, wenn man sich immer an die Spielregeln hielt. Er betrachtete sie deshalb als ungültig. Im Gegensatz zu seinen Figuren, die häufig gewannen, um am nächsten Tag alles wieder zu verlieren, blieb Machado de Assis dieser Absturz jedoch erspart. Als er 1908 in Rio de Janeiro starb, war er ein gefeierter Literat, Mitbegründer der Brasilianischen Akademie der Literatur und ihr erster Präsident.

Bis heute gehören seine Romane „Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas“, „Quincas Borba“ und „Dom Casmurro“ zu den bedeutendsten Werken der Literatur Brasiliens und haben dem Land literarischen Weltruhm eingebracht.

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