Heinrich Mann

Luiz Heinrich Mann (1871 – 1950) war ein deutscher Schriftsteller aus Lübeck und Bruder des Schriftstellers Thomas Mann. Sie gelten als zwei der bedeutendsten Erzähler der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Heinrich Mann wuchs in Lübeck auf, wo sein Vater ein wohlhabender Kaufmann war. Hier besuchte er das Katharineum und begann dann eine Buchhandelslehre in Dresden. Diese brach er jedoch nach einem Jahr ab, um ein Volontariat beim S. Fischer Verlag in Berlin anzutreten. Parallel dazu studierte er an der Friedrich-Wilhelms-Universität. Eine Lungenblutung zwang ihn jedoch ab 1892 zu längeren Kuraufenthalten. In der Folgezeit reiste Mann viel, lebte in Rom und am Gardasee.

Sein erstes Werk, „Professor Unrat und das Ende des Tyrannen“, erschien 1904, wurde aber totgeschwiegen. Heute gilt es – auch nach der Verfilmung unter dem Titel „Der Blaue Engel“ (1930) - als eines seiner bedeutendsten Werke. Hellmuth Karasek lobte die "Satire über einen spießigen, wild au sseiner Gesellschaft ausbrechenden Lehrer, der einer schönen Sängerin verfällt" als eines von "25 Büchern auf Deutsch, die jeder gelesen haben sollte". Im Ersten Weltkrieg distanzierten sich die Mann-Brüder auf Grund unterschiedlicher Einstellungen zum Krieg voneinander. Heinrich Mann schloss sich der kommunistischen Widerstandsbewegung von Intellektuellen wie Käthe Kollwitz und Albert Einstein an und schrieb das satirische Werk „Der Untertan“ (1914). Bis heute gilt es als sein erfolgreichstes Werk.

1933 emigrierte Heinrich Mann nach Nizza, kurz darauf wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Später zog er nach Prag und schließlich in die USA, von wo aus er die Exilliteratur maßgeblich mitprägte. Bevor er nach Kriegsende nach Deutschland zurückkehren konnte, um hier sein Amt als Präsident der Deutschen Akademie der Künste anzutreten, verstarb Heinrich Mann 1950 in Santa Monica. Bis heute gilt er mit seinem feinen Stil, seiner Ironie und seinem politischen und gesellschaftlichen Weitblick als einer der klassischen Autoren der deutschsprachigen Moderne.

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