Christopher Marlowe

Christopher Marlowe (1564 – 1593) war ein bedeutender englischer Schriftsteller des elisabethanischen Zeitalters und der schärfste Konkurrent von William Shakespeare. Nicht selten wurde sogar behauptet, Marlowe sei der echte Shakespeare gewesen und der Name lediglich ein Pseudonym des Autors, unter dem er seine Dramen veröffentlichte. Wirklich bewiesen werden konnte diese These jedoch bis heute nicht. Marlowe ist außerdem unter den Namen Malyn, Marlar, Marley, Marlen, Marle, Marlin und vielen weiteren verzeichnet. Ebenso wie über Shakespeare ist aber auch über Christopher Marlowe nur wenig stichhaltiges bekannt. Seine Taufe ist vom 26. Februar 1564 in Canterbury belegt. Er war eines von neun Kindern, von denen nur sechs das Erwachsenenalter erreichten. Er erhielt ein Stipendium für die King's School in Canterbury. Anschließend besuchte er das Corpus Christi College in Cambridge, wo er sowohl seinen B.A. als auch seinen M.A. erwarb. 1588 sollen seine ersten Theaterstücke entstanden sein. In kurzer Folge hatten „Dido, Queen of Carthage“, „Edward II.“, „The Massacre at Paris“ über die Bartholomäus-Nacht und „Die tragische Historie von Doktor Faustus“ Uraufführung. Sie wurden von den Mitgliedern der Theatergruppen Lord Admiral’s Company of Players unter der Führung des Theatermanagers und Schauspielers Edward Alleyn gespielt und begründen Marlowes Ruhm, der bereits zu seinen Lebzeiten sehr beeindruckend war. Jedoch ist anzumerken, dass, so lange er lebte, keines der Werke mit seinem Namen unterzeichnet war. Sein Erfolg brachte viele Neider auf den Plan, darunter auch Robert Greene und William Shakespeare. Im Mai 1953 geriet Marlowe in den Verdacht, an einer Aktion ausländerfeindlicher Plakate beteiligt gewesen zu sein. Er wurde verhaftet und von seinem einstigen Freund und Mitbewohner Thomas Kyd verleumdet. Einer weit verbreiteten Annahme zufolge starb Marlowe kurz darauf bei einer Wirtshaus-Schlägerei. 1925 entdeckte man jedoch eine neue Quelle, die davon spricht, dass Marlowe von Ingram Frizer im vermeintlichen Streit um die Bezahlung einer Wirtshausrechnung in Notwehr getötet wurde. Der Todeshergang ist bis heute umstritten und gibt immer wieder Anlass zu Spekulationen, denen zufolge Marlowe auf Anweisung seines einstigen Gönners und Freund Thomas Walsingham getötet worden sein könnte. Marlowe gehört bis heute zu den bedeutendsten Autoren der englischen Literatur und seine Werke werden noch immer aufgeführt. Das wohl bekannteste ist „Die tragische Historie von Doktor Faustus“, die Marlowe, inspiriert von der „Historia von D. Johann Fausten“, schrieb. Die gleiche Quelle nutzte auch Johann Wolfgang von Goethe, als er 200 Jahre später seinen „Faust“ verfasste.

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