Lama Marut

Lama Marut bezeichnet sich selbst als spirituelle Promenadenmischung. © Ramesh Ramakrishnan IyerLama Marut heißt mit bürgerlichem Namen eigentlich Brian K. Smith. Doch der in den spirituellen Traditionen Indiens und im Tibetischen Buddhismus bestens ausgebildete spirituelle Lehrer ist den meisten seiner Schüler und Leser fast ausschließlich unter diesem Namen bekannt. Sich selbst bezeichnet Lama Marut als „spirituelle Promenadenmischung“ – eine Formulierung, die sich recht schnell selbst erklärt, wenn man sich seinen Lebenslauf einmal genauer ansieht. Lama Marut verfügt über einen Doktortitel in vergleichenden Religionswissenschaften und lehrte in diesem Fach über 20 Jahre lang an der University of California, bevor er sich im Jahr 2004 aus der akademischen Welt zurückzog und nach seiner Emeritierung seine Arbeit als spiritueller Lehrer aufnahm. Acht Jahre lebte er abgeschieden als buddhistischer Mönch, bevor er begann, seine Erkenntnisse nach außen zu tragen. Heute betreut er Schüler auf der ganzen Welt und leitet acht Middle-Way-Zentren in Nordamerika, Australien und Singapur.

Als spiritueller Lehrer ist Lama Marut davon überzeugt, dass das Gefühl permanenter Unzufriedenheit mit unserem Leben durch die ständige Präsenz von Stars und Sternchen in den Medien und die permanente Zurschaustellung des eigenen Lebens in den sozialen Medien verursacht wird. Indem wir uns ständig vor Augen halten, was andere Menschen erreicht haben und wie erfolgreich sie sind, ist es uns nicht mehr möglich, objektiv auf das eigene Leben zu blicken. Die Gier danach, das Gleiche zu erreichen, macht uns blind und hat dramatische Auswirkungen, wie Lama Marut in seinem Bestseller beschreibt. Denn die ewige Unzufriedenheit und das Gefühl isoliert und allein zu sein, haben auf Dauer auch gesundheitliche Schäden zur Folge. Depressionen werden heutzutage nicht umsonst derart häufig diagnostiziert. Lama Marut zeigt in seinem Buch „Be Nobody“ jedoch einen erfrischenden Ausweg aus dieser frustrierenden Spirale von Gier und Unzufriedenheit. Er sagt, dass wir uns unser wahres Potenzial nur erschließen können, wenn wir uns von unserer Ichzentriertheit lösen können.

Wie das funktioniert, erklärt er auf knapp 340 Seiten, die viele konkrete Anregungen, einfache Meditationsübungen und Inspirationen enthalten, die sich sofort umsetzen und in den Alltag integrieren lassen. Er zeigt, wie wir uns von dieser Welt des ungebremstem Egoismus‘ abwenden und einem glücklichen, ethischen Leben in Selbstlosigkeit zuwenden können. Alles, was Lama Marut in seinem Buch ausführt, ist klar und verständlich formuliert – und ergibt selbst dann Sinn, wenn man sich vorher noch nie mit den buddhistischen Lehren beschäftigt oder noch gar keinen Zugang zu spirituellen Ansätzen hatte. Das befreiende Gefühl, nicht mehr besonders sein, sich immer und zu jedem Preis von den anderen abheben zu müssen, ist das große Geschenk von Lama Marut an seine Leser und Schüler.

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