Marie Matisek

Marie Matisek entführt uns in paradiesische Urlaubslandschaften © Thomas DashuberGeschrieben hat Marie Matisek schon immer. Nur haben ihre Geschichten erst nach dem Umweg über Theater und Fernsehen in die Buchform gefunden. Mit ihrem Mann, ihren halbwüchsigen Kindern, Hund und Kater hat sich Marie Matisek dazu im Münchner Umland einquartiert. Erstaunlich weitab von der auf den ersten Blick nicht weniger beschaulichen Thematik Ihrer Bücher: Mit ihren „Küsten-Romanen“ verzeichnete sie schnelle Erfolge; ein scheinbar simpler Schauplatzwechsel läutete 2016 eine neue Ära Ihrer Romane ein.

Eine traurige Nachricht reißt den in sich ruhenden Falk Thomsen in „Nackt unter Krabben“ (2013) aus seinem mit 13 Semestern vielleicht einen Hauch zu langen Soziologiestudium: Sein Onkel Sten ist gestorben. Das macht Falk urplötzlich zum Besitzer eines Strandkorbverleihs auf der Nordseeinsel Heisterhoog, auf der er aufgewachsen ist. Die Begeisterung für eine Rückkehr in die alte Heimat hält sich in Grenzen, aber besser als die hektischen Urlaubsvorstellungen seiner Freundin und Partymaus Bille ist das allemal. Vor Ort allerdings gibt’s nicht die geliebte Ruhe. Die Arbeitszeiten sind nicht von schlechten Eltern, und die Urlauber nicht ohne Anspruch. Ein Immobilienhai bietet einen einfachen Ausweg und ein brachiales ethisches Dillema. Und die Liebe auf den ersten Blick hilft auch nicht beim Stressabbau. Für den Leser ist das natürlich ein Fest.

„Mutter bei die Fische“ (2014) setzt die Geschichte von Falk Thomsen fort – in der darauffolgenden Saison, in der urplötzlich die Familie des Korbvermieters aufs sandige Strandparkett tänzelt. Dass sich seine Mutter mal eben für den ganzen Sommer einlädt, ist ja eine Sache, dann kommt jedoch auch noch Falks Vater dazu… welcher seine Familie schon lange hinter sich gelassen hatte. Die Mutter ist dem lokalen Imbiss-Piet doch etwas zu sehr zugetan, der Vater nervt mit Versöhnungsfantastereien… da bleibt Falk wenig Zeit für Freundin Gina, und als einzige Möglichkeit: Die Flucht! Ein heilloses Durcheinander beginnt, in dem die Menschenwürde alles andere als unantastbar scheint.

Für die Hörbüch-Ausgaben zu „Nackt unter Krabben“ und „Mutter bei die Fische“ konnte der bekannte Entertainer und „TV-Terminator“ Oliver Kalkofe als Sprecher gewonnen werden.

Für „Alles Liebe oder Watt“ (2015) hüpfte Marie Matisek von Heisterhoog nach Sylt und wechselte den Protagonisten: Hier ist es die frisch geschiedene Pastorin Silke, die mutig zu einer neuen Landmasse aufbricht und sich mit den eingeborenen Inselbewohnern herumschlagen muss. Und wie in „Nackt unter Krabben“ mischt sich eine moralische Grundsatzfrage mit den Irrungen der Liebe, wenn sich Bauunternehmer Lars und Umweltschützer Ommo nicht nur um die vom Tourismus unberührte Dorfidylle von Horssum streiten, nein: Auch um Silke entbrennt ein heißer Kampf, in dem die engagierte Pastorin selbst gottlob so manches Wörtchen mitzupredigen hat.

Auch Heini Hinrichsen in „Und ewig singen die Krabben“ (2016) macht den Sprung auf die Insel, sein Weg ist jedoch nicht ganz so weit. Der Tod des Vaters reißt ihn von Hamburg nach Süderum, vom Tätowiersalon ins Bestattungsunternehmen! Neben seinen Kindheitserinnerungen muss er sich auch seiner verwitweten Stiefmutter stellen, mit der er nie gut ausgekommen ist. Ein alter Schulfreund und eine nette Floristin mit einem unwiderstehlichen Sprachfehler stellen Heini wieder auf seine zwei Füße. Mit den „Krabben“ schlägt Matisek ungewohnt ernste Töne an; der schwelende familiäre Konflikt und der Alltag eines Bestatters sorgen für so manchen Kloß im Hals. Gut, dass Heini mit seinen Tätowierungen und Piercings und ganz generell mit seiner Unangepasstheit frischen Wind in die düstere Atmosphäre bringt.

Ein Schwenk in wärmere Gefilde folgte für den Sommer 2016: Mit „Sonnensegeln“ verlegt Marie Matisek die Handlung in die Provence! Ein ganz neuer, eigener Menschenschlag, der natürlich in keiner Weise weniger verschroben ist.

Auch der Sommer 2017 verspricht neues Lesevergnügen von Marie Matisek – und wieder wird der Leser in die Provence entführt. Den „Mirabellensommer“ gibt es ab Juni bei Knaur.

 

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