Thomas Morus

Thomas Morus (1478 – 1535) war ein englischer Staatsmann und Humanist, der 1886 selig gesprochen und zum Märtyrer erklärt wurde. Sein Werk „Utopia“ gehört zu den bedeutenden Werken der Weltliteratur und gilt noch heute als herausragend. Sir Thomas Morus wuchs als Sohn eines Richters in London auf und studierte mit einem Stipendium in Oxford Latein und Griechisch. Ab 1496 durchlief er – nach dem Wunsch seines Vaters – zusätzlich eine juristische Ausbildung in der Rechtsschule Lincoln’s Inn. Nach seinem Examen unterrichtete Morus zunächst und arbeitete später als Rechtsanwalt und Unterhändler. 1504 wurde er in das englische Parlament aufgenommen. Als Undersheriff von London und Lehrer am Lincoln’s Inn verdiente Thomas Morus sich seinen Lebensunterhalt. Im Auftrag von Heinrich VIII. ging er auf diplomatische Missionen und fand so wohl die Inspiration für sein großes Werg „Utopia“, das er 1516 verfasste. 1517 wurde er in den Geheimen Rat aufgenommen und bald darauf zum Ritter geschlagen. Gemeinsam mit Heinrich III. schrieb der überzeugte Katholik eine Streitschrift gegen Martin Luther und seine Reformation. Der König wurde dafür vom Papst zum „Verteidiger des Glaubens“ ernannt. Als Heinrich VIII. sich 1529 von Katharina von Aragon scheiden lassen wollte, ernannte er Morus zu seinem Lordkanzler. Doch Morus unterstützte die in seinen Augen ketzerischen Pläne des Königs nicht und legte 1532 das Amt nieder. 1935 geriet er in den Verdacht, dem König nicht treu ergeben zu sein. Er wurde verhaftet und hingerichtet. Einer Legende zufolge soll er noch auf dem Schafott gewitzelt haben, der Henker möge auf seinen Bart achten, da dieser keinen Hochverrat begangen habe. Auch seine Werke sind von Humor durchzogen. Dieser und die außerordentliche Bildung verleihen Romanen wie „Utopia“ einen ganz besonderen Stellenwert. Sein Zeitgenosse Erasmus von Rotterdamm schrieb über ihn: „Thomas Morus, Lordkanzler von England, dessen Seele reiner war als der reinste Schnee, dessen Genius so groß war, wie England nie einen hatte, ja nie wieder haben wird, obgleich England eine Mutter großer Geister ist“. Seine „Geschichte König Richard II.“ wird als Juwel der englischen Geschichtsschreibung bezeichnet und begeistert durch die meisterhafte Beherrschung der englischen Prosa, die Thomas Morus darin unter Beweis stellt.

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