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Péter Nádas

Péter Nádas (Jahrgang 1942) ist ein ungarischer Schriftsteller, dessen Romane „Das Buch der Erinnerungen“ und „Parallelgeschichten“ als Meisterwerke gefeiert werden, die nur in Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ und Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ eine Entsprechung finden. Nádas wurde in Budapest geboren und arbeitete nach einem Chemie-Studium zunächst als Fotograf und Fotoreporter. 1965 veröffentlichte er seine ersten Erzählungen in einer Zeitschrift und wagte damit den Absprung in Richtung Schriftstellerei. Anfang der 1980er Jahre lebte Péter Nádas ein Jahr lang auf Einladung des DAAD in West-Berlin. In seinen Romanen jedoch ist Péter Nádas stark heimatverbunden. Immer wieder thematisiert er das kommunistische Ungarn. Sein erster Roman fiel deshalb auch der Zensur anheim und konnte erst viele Jahre später veröffentlicht werden. 1985 erschien Nádas großer Jahrhundertroman „Das Buch der Erinnerung“. Es wurde als Opus Magnum des Autors gehandelt und immer wieder mit großen literarischen Klassikern verglichen. Doch dieser Roman sollte – entgegen aller Erwartungen – noch nicht den Höhepunkt des literarischen Schaffens von Péter Nádas darstellen. 18 Jahre lang arbeitete er anschließend an seinem Buch „Parallelgeschichten“. Der Roman umfasst drei Bände, in denen Nádas die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert anhand scheinbar zusammenhangloser Episoden einer ungarischen und einer deutschen Familie erzählt. Es dauerte weitere sieben Jahre, bis der Roman übersetzt worden war und auch in Deutschland erschien. Für seine Arbeiten ist Péter Nádas bereits mehrfach ausgezeichnet worden. So erhielt er unter anderem den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (1991), den Kossuth-Preis (1992) und den Leipziger Buchpreis (1995). „Parallelgeschichten“ gilt als eines der wichtigsten Bücher des Jahres 2012.

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