Barbara Pachl-Eberhart

Barbara Pach-Eberhart hat nach einem schweren Verlust ins Leben zurück gefunden. © Nina GoldnaglBarbara Pachl-Eberhart (Jahrgang 1974) wurde in Wien geboren und arbeitet heute als Autorin, Coach und Clowndoctor. Nach der mit Auszeichnung absolvierten Matura begann sie ein fünfjähriges Querflötenstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Doch ihr fehlten lachende Gesichter im Publikum. Diese Tatsache fand sie unendlich traurig, wie sie auf ihrer Webseite schreibt. Zwei Monate vor der Diplomprüfung brach Barbara Pachl-Eberhart deshalb das Studium ab. Sie begann stattdessen Straßentheater zu spielen. Eigens dafür lernte sie auch das Jonglieren. Es folgten weitere gescheiterte Selbstfindungsversuche in anderen Studienfächern, darunter Mathematik, darstellende Geometrie, Latein sowie Ernährungswissenschaften. Um Geld zu verdienen schloss die Autorin schließlich eine Ausbildung als Volksschullehrerin ab. In ihrer Klasse wurde nun viel gelacht, aber dafür nichts gelernt – nach vier Wochen brach sie auch diesen Job ab. Kurze Zeit später fand Barbara Pachl-Eberhart schließlich ihre Erfüllung als „Rote Nasen Clowndoctor“ und in ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter.

2008 geschah dann ein dramatischer Unfall, der das Leben von Barbara Pachl-Eberhart erneut umkrempelte. Das eigene schlimme Schicksal führte schließlich zu einer Laufbahn als Autorin. Es war ein Gründonnerstag, an dem sie bei einem Autounfall an einem Bahnübergang ihren Mann und ihre beiden Kinder verlor. Ein Zug raste in das Fahrzeug. Ihr Mann war sofort tot, die beiden Kinder kamen schwer verletzt ins Krankenhaus und starben ebenfalls kurze Zeit später. In einem offenen Brief an ihre Verwandten und Freunde legte Pachl-Eberhart in intensiver Weise ihre Gefühlswelt offen. Durch öffentliche Verbreitungswege wurde das emotionale Dokument vielen Lesern zugänglich und bewegt sie.

Nach dem Unglück versuchte die Österreicherin zurück in den Alltag zu finden. Sie wollte den Kindern im Krankenhaus als „Rote Nasen Clowndoctor“ eine Freude bereiten. Doch als ein Kind Angst vor ihr hatte, erkannte Barbara Pachl-Eberhart, dass ihr Lächeln nicht mehr echt war. Zwei Jahre nach dem tragischen Ereignis schrieb die Österreicherin ihre Geschichte in ihrem ersten Buch „vier minus drei“ (2010) nieder. Darin erzählt Barbara Pachl-Eberhardt aber auch von der Zeit vor dem Unfall. So entstand ein Buch über einen Schicksalsschlag, der den Leser sprachlos macht. Der autobiographische Roman wurde zum Spiegel-Bestseller. „Ich war eigentlich ganz ruhig, aber das Leben wollte ich nicht mehr zur Tür hereinlassen, das hat gedauert“, sagt Barbara Pachl-Eberhart in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen. Ihre Kinder sind in ihren Träumen oft präsent: „Einmal sagte meine Fini im Traum zu mir, sie darf zurückkommen“, berichtet sie weiter.

Woran viele Menschen für immer zerbrechen würden, sieht Barbara Pachl-Eberhart inzwischen als eine neue Chance. Ein altes Leben endet, aber ein neues beginnt. „Wir hören ja nicht auf zu leben. Wenn wir zerbrechen, dann liegt sogar in diesem Zerbrechen noch eine Chance. Denn auch eine Vase kann man zusammenkleben und aus den Scherben kann man etwas Größeres und Neues schaffen“, macht Pachl-Eberhart in der Augsburger Allgemeinen anderen Betroffenen Mut. Die Autorin ließ sich zur akademischen Atempädagogin und Dialogprozessbegleiterin sowie zur Lebens- und Sozialberaterin mit künstlerisch-kreativem und systemischem Schwerpunkt ausbilden. Sie wurde zudem zur Ehrenbotschafterin der „Rote Nasen Clowndoctoren“ ernannt und trägt diesen Titel mit Stolz.

2012 ließ sich Barbara Pachl-Eberhart zusätzlich in der integrativen Poesie- und Bibliotherapie ausbilden. In ihren Vorträgen bespricht sie unter anderem die Themen Resilienz und Trauerbewältigung. Barbara Pachl-Eberhart ist zudem am Aufbau des Dialogikum Phönixberg beteiligt. Mittlerweile arbeitet die Autorin auch als Email-Coach. Dabei berät sie Fachbuchautoren, Trainer, Teams und Privatpersonen in der Entwicklung ihres persönlichen Schreibstils. 2014 erschien ihr zweites Buch mit dem Titel „Warum gerade du? Persönliche Antworten auf die großen Fragen der Trauer“. Dies soll nicht das letzte gewesen sein.

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