Chuck Palahniuk

Chuck Palahniuk ist ein Kultautor aus den USA, der mit Fight Club berühmt geworden ist. © Martin Langhorst/photoselectionChuck Palahniuk (Jahrgang 1962) wird in die Literaturgeschichte als der Autor eingehen, der den sensationellen Bestseller „Fight Club“ geschrieben hat, der mit Edward Norton und Brad Pitt verfilmt worden ist (Hier die DVD zu "Fight Club" bestellen). Der Roman, der ohnehin schon eine Sensation war, erhielt durch die Literaturverfilmung von David Fincher noch einmal so viel Auftrieb, dass der Name Chuck Palahniuk aus der modernen amerikanischen Literatur heute nicht mehr wegzudenken ist. Inzwischen gehört Palahniuk zu den ganz großen Autoren der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur und verfügt über eine weltweite Fan-Gemeinde, die jedes seiner Bücher mit Spannung erwartet. Schon lange, bevor Chuck Palahniuk „Fight Club“ veröffentlichte, eine großartige Satire auf unsere kranke Gesellschaft, träumte er davon, Schriftsteller zu werden und ein Buch zu schreiben. Er besuchte die School of Journalism an der University of Oregon und arbeitete anschließend als freier Journalist und Nutzfahrzeugmechaniker und engagierte sich ehrenamtlich in Obdachlosenheimen und Jugendherbergen. Die Idee zu „Fight Club“ kam Chuck Palahniuk, als er nach einer Schlägerei mit Wunden übersät zur Arbeit erschien und ihn niemand darauf ansprach, was geschehen sei. In diesem Moment kam ihm die Idee, dass es in unserer Gesellschaft sogar möglich sein müsste, ein derart brutales Doppelleben zu führen, und von niemandem mit unangenehmen Fragen belästigt zu werden. In den Roman flossen außerdem zwei Texte ein, die Chuck Palahniuk bereits zuvor geschrieben aber nicht veröffentlicht hatte. „Invisible Monsters“ hatte zunächst keinen Verleger gefunden, weil sein Inhalt zu verstörend gewesen war – und noch heute gibt es in Palahniuks Bestseller Szenen und Momente, die den Leser abstoßen und verwirren. Nach dem Erfolg von „Fight Club“ war es dann kein Problem mehr, die Geschichte zu veröffentlichen. Chuck Palahniuk liebt es, solche Reaktionen bei seinem Publikum hervorzurufen. Bei einer Lesung seiner Kurzgeschichte „Guts“ wurden insgesamt 73 Menschen ohnmächtig. Das macht Palahniuk  selbst zur absoluten Kultfigur und zum Ausnahme-Autor. Wie er selbst seinen Kultstatus reflektiert, ließ Palahniuk die Welt in der Dokumentation „Postcards from the Future“ wissen. Überhaupt ist Chuck Palahniuk ein Autor, der sich sehr intensiv mit seinen Fans beschäftigt. Seine Internetseite wird von ihm persönlich gepflegt. Dort bietet er unter anderem Schreibseminare an. Außerdem ist Chuck Palahniuk dafür bekannt, dass er einen Großteil seiner Fanpost persönlich beantwortet. Nach „Fight Club“ hat Chuck Palahniuk noch eine Vielzahl weiterer Bücher und Kurzgeschichtenbände veröffentlicht, von denen „Flug 2039“ (1999) und „Verflucht“ (2011) besonders hervorzuheben sind. „Flug 2039“ handelt vom letzten Überlebenden einer suizidalen Sekte. Der Roman zeichnet sich durch seine heftige Satire über die amerikanischen Massenmedien aus, die er wegen ihrer Amoralität und ihrem gefährlichen Schönheitsideal kritisiert. Bereits in „Fight Club“ hatte Palahniuk die Menschen zu reinen Konsumenten degradiert und gezeigt, wie sie daran zu Grunde gehen. „Verflucht“ schlägt dann in eine ganz andere Kerbe. Wieder ist es ungewöhnliche Satire, mit der Chuck Palahniuk hier arbeitet. Er lässt ein 13-jähriges Mädchen an einer Überdosis Marihuana sterben und in die Hölle gelangen. Dort begegnet sie nicht nur Personen ihres früheren Lebens, sondern auch bekannten Figuren der Zeitgeschichte – und übernimmt irgendwann das Ruder in der Hölle. Das ist satanisch gute Unterhaltung, die einmal mehr zeigt, warum Palahniuk in den USA so einen Kultstatus erreicht hat, und die so herrlich scharfzüngig und böse daher kommt, dass man sich vor Freude die Hände reiben möchte.

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