Devin O. Pendas

Devin O. Pendas ist ein US-amerikanischer Professor für Geschichte am Boston College, dessen Schwerpunkt auf der deutschen Geschichte, auf Rechtsgeschichte und der Geschichte von Kriegen und Völkermord liegt. Sein wissenschaftliches Interesse gilt vor allem den Prozessen gegen NS-Täter und der juristischen Aufarbeitung von Massenverbrechen. Zu diesen Themen hat er bereits zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Anlässlich des 50. Jahrestags des Beginns der sogenannten „Auschwitz-Prozesse“ im Winter 1963 veröffentlichte Devin O. Pendas ein Buch zum Thema, das von allen Seiten gelobt wurde. „Der Auschwitz-Prozess: Völkermord vor Gericht“ ist viel mehr als eine chronologische Aufarbeitung des Prozesses. Viel eher ging es Pendas darum, zu beleuchten, wie vielschichtig der Prozess war, welche Konsequenzen sich aus der historischen Besonderheit der Verbrechen ergaben, die hier verhandelt wurden, und wie nicht nur einzelne Täter vor Gericht standen, sondern die Vergangenheit eines ganzen Volkes, das in diesen Prozessen erstmals gezwungen war, sich offen mit diesem dunklen Aspekt der Geschichte auseinanderzusetzen – und sich zu großen Teilen dagegen weigerte. Für Devin O. Pendas war der Auschwitz-Prozess die bedeutendste juristische Aufarbeitung des Holocausts, dadurch erschwert, dass der Völkermord nach Deutschem Recht, und nicht nach Internationalem Recht, verhandelt werden musste. Und im Deutschen Recht gibt es so etwas, wie „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, nicht – obwohl dies genau der Aspekt gewesen wäre, der hier zu verhandeln war. All das ist für einen Außenstehenden heute kaum noch nachzuvollziehen, haben wir doch eine feste Vorstellung von Moral, Menschlichkeit und Schuld. Dass diese sich aber in der juristischen Wirklichkeit des deutschen Rechtssystems nicht zwangsläufig genauso wiederfindet, bedarf einiger Erklärung, die Devin O. Pendas mit großer Gründlichkeit gibt. Nur dank seiner Einführungen über den juristischen Hintergrund können wir überhaupt verstehen, was hier geschehen ist. Eingebettet in eine Spiegelung des politischen Zeitgeists im Westdeutschland der 60er Jahre werden diese Erläuterungen und Definitionen zu einem Leitfaden beim Verstehen dieses historisch bislang einzigartigen Gerichtsverfahrens. Und dafür ist Devin O. Pendas sehr zu danken. Ebenso viel Dank und Lob muss aber auch seinem Übersetzer zukommen, dem es hervorragend gelungen ist, dieses Buch zu übersetzen.

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