Jörg Pilawa

Die öffentlich-rechtliche Wunderwaffe Jörg Pilawa schreibt auch Bücher... ©Achim van GervenWie weit man doch kommen kann mit zwei abgebrochenen Studiengängen: An Medizin und Geschichte hat sich Jörg Pilawa in den 80er-Jahren versucht, ein Jahr in einem Kibbuz in Israel verbracht. Begleitend jedoch schon damals die Moderation – ab 1987 beim „Frühstücksclub“ im Radio Schleswig-Holstein, bis in die 90er-Jahre hinein. Sein Wechsel zum Fernsehen folgte 1994, in ProSiebens kurzlebigem Talk-Format „2 gegen 2“. Von ProSieben sprang Pilawa dann zwei Jahre später zu Sat.1, zunächst für den Sport mit dem Magazin „ran“. Unter den zahlreichen Sat.1-Formaten mit Jörg Pilawa finden sich auch seine eigene Talkshow, die „TopNews“ und seine erste Ratesendung „Die Quiz Show“, die dem erfolgreichen „Wer wird Millionär“ auf RTL Konkurrenz machen sollte.

In den sicheren Hafen der Öffentlich-Rechtlichen kehrte Jörg Pilawa 2001 ein, und er hat ihn seither nicht verlassen. Pendelnd zwischen ARD und ZDF, wo seine Popularität unter älteren wie jüngeren Zuschauern ungebrochen ist. Neun Jahre lang moderierte er „Das Quiz mit Jörg Pilawa“, wozu sich bei der ARD schnell weitere Quiz-Formate wie „PISA – der Ländertest“, „Frag doch mal die Maus“, „Pilawas großes Märchenquiz“ und „Wie alt bist du wirklich?“ gesellten. Analog rätselte er ab 2010 beim ZDF weiter – mit „Rette die Million“, „Pilawas großes Weihnachtsquiz“ oder „Deutschlands Superhirn 2011“. In den Fußstapfen von Show-Legende Rudi Carrell wandelte er von 2001 bis 2004 als ARD-„Herzblatt“-Moderator, und 2014 im NDR mit der Neuauflage von „Am laufenden Band“.

Antworten auf die Fragen, die der Quizmaster so ausdauernd vor den Kameras stellt, finden sich in den Büchern von Jörg Pilawa – nicht ganz überraschend – reichlich. Leicht verständlich bereitet „Pilawas Allgemeinwissen. Spannende Fragen, schlaue Antworten“ von 2013 seine Themenbereiche von Biologie bis Weltall auf und lässt natürlich ein abschließendes Quiz nach jedem Kapitel auch nicht vermissen. Ein zweiter Band nach demselben Erfolgsrezept erschien nur ein Jahr später: „Pilawas ganze Welt des Wissens. Fragen, Fakten, Phänomene“.

Auch mit abgebrochenem Geschichtsstudium kann man Geschichte lebendig lehren, fand der Verlag Kiepenheuer & Witsch. Der Idee entsprangen zwei Pilawa-Werke, 2007 zunächst „Pilawas Zeitreise: Rätselhaftes und Überraschendes aus unserer Geschichte“ und „Pilawas Mittelalter: Eine vergnügliche Zeitreise durch die Jahrhunderte“ 2009. Beide Bücher sahen gemischten Kritiken entgegen – und sind doch erwartet zu Bestsellern geworden. Sicher, der Geschichtswissenschaftler zieht die Stirne kraus. Dem hielt Jörg Pilawa im Spiegel-Interview 2004 bereits entgegen: „Unterhaltung ist doch auch eine Grundversorgung“.  

Im August 2015 erschien das bislang persönlichste Werk von Jörg Pilawa: „Bin ich eigentlich bekloppt? Vom Mut, die richtigen Dinge zu tun“. Eingebettet in die Rahmenhandlung seiner siebentägigen Fastenkur erzählt Pilawa, kurz vor seinem 50. Geburtstag, von seinen eingeschlagenen Lebenswegen, von Irrungen und Wirrungen, Familie und Beruf, Einsatz und Auszeit – und schenkt uns damit eine neue, emotionale Perspektive auf den oft unterschätzten Fernsehmoderator.

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