Alessandro Piperno

Seit Alessandro Piperno mit „Mit bösen Absichten“ seinen Skandalerfolg landete, gilt er als einer der besten Autoren seiner Generation in Italien. Mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, wird er als wahres literarisches Phänomen gefeiert. Auch seine folgenden Bücher wurden alle zu Bestsellern. 2013 landete er mit „Die Verfolgung: Im Feuer der Erinnerung“ einen weiteren Erfolg, einem großen, psychologisch sehr dichten Familiendrama, das sämtliche Untiefen der menschlichen Psyche auslotet und auch die Medien gezielt und scharf an den Pranger stellt. So wenig, wie Alessandro Piperno in „Böse Absichten“ ein Tabu kannte, so wenig lässt er sich auch hier davon abhalten, das zu schreiben, was er denkt. Diese Schonungslosigkeit ist es, die die Leser und Kritiker an Piperno lieben. Anstatt sich in Anzüglichkeiten zu verlieren, wenn es darum geht, ob der Protagonist in „Die Verfolgung“ einem 12-jährigen Mädchen zweideutige Briefe geschrieben hat, entwirft Alessandro Piperno das differenzierte Psychogramm einer Selbstzerstörung und lässt den Leser dabei zusehen, wie sein Held unaufhaltsam dem Abgrund entgegensteuert, in den er schließlich gerissen wird. Das ist verstörend – aber eben auch ganz große Literatur. Immer wieder lässt Alessandro Piperno sein Genie durchblitzen, wenn er selbst den kleinsten Kleinigkeiten Bedeutung verleiht. Der Leser fühlt sich selbst wie ein Spurenleser, ohne jedoch einen klassischen Krimi vorgesetzt zu bekommen, der sich nach gewohnten Mustern auflöst. Piperno hat seinen ganz eigenen Stil und seine ganz eigene Art zu erzählen. Die mutet zuweilen vielleicht etwas altmodisch an, entfaltet aber einen regelrechten Sog. Eindringlich und beklemmend lässt das Buch seine Leser nicht mehr los. Damit hat Alessandro Piperno einmal mehr seinen Ruf als literarisches Wunder seiner Generation verteidigt.

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