Oliver Pötzsch

Oliver Pötzsch ist der Henkersmeister der historischen Unterhaltung. (c) Gerald von ForisDer Schriftsteller und Filmautor Oliver Pötzsch (Jahrgang 1970) ist ein Nachfahre der Kuisls, einer zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert bekannten Henkerdynastie aus Schongau. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit, für das Freizeit-Magazin des Bayerischen Rundfunks Fernsehreportagen aus aller Welt zu erstellen, widmet er sich privat der Familiengeschichte. Die Ergebnisse seiner Forschungen nutzte er nicht nur für eine ausführliche Sendung über die Schongauer Scharfrichter beim BR, sondern vor allem für seine historischen Romane der Henkerstochter-Reihe, „Die Henkerstochter (2008), „Die Henkerstochter und der schwarze Mönch“ (2009), „Die Henkerstochter und der König der Bettler“ (2010) und „Der Hexer und die Henkerstochter“ (2012), deren Protagonisten seine eigenen Vorfahren sind. Nach eigenen Aussagen nutzt Pötzsch seinen Beruf als Schriftsteller, um „mit ein paar der gängigsten Klischees aufzuräumen und das Familienbild ein wenig aufzupolieren.“ Demnach habe die Scharfrichterei nichts mit dem schwerterschwingenden Henker gemeinsam, wie er einem in gängigen Filmen und Büchern begegne. Pötzsch interessiert sich für die Menschen hinter dem blutigen Handwerk und liefert so eine spannende, neue Perspektive. Das Handwerk dafür hat er an der Deutschen Journalistenschule in München und als fester freier Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk erlernt, wo er für das Fernseh-Magazin „quer“ schreibt. Hatte Pötzsch immer davon geträumt, einen großen Fantasy-Roman zu schreiben (und auch schon einige weniger erfolgreiche Anläufe dafür unternommen), lernte er zunächst auf der Journalistenschule und dann bei der Arbeit im Sender, erwachsen zu werden und den Traum vom Schreiben nach und nach zu begraben. „Es machte mich ein wenig unglücklich, aber auch nicht so viel, dass ich selbst etwas dagegen unternommen hätte“, schreibt er heute auf seiner Homepage. Doch beim Bayerischen Rundfunk lernte er auch seine spätere Frau kennen. Auf seiner Homepage witzelt er, sie würde beim Bayerischen Rundfunk das nötige Geld verdienen, damit er „als Tomatenzüchter, Kinderhüter, Soulsänger, Fernseh-Autor und Teilzeitschriftsteller über die Runden komme.“ Dass er inzwischen mehr als nur „über die Runden“ kommt, lässt sich am Erfolg seiner Romane ablesen. Die vier Romane der Henkerstochter-Reihe waren allesamt Bestseller und auch seine zwei historischen Romane, die unabhängig davon erschienen sind – „Die Ludwig-Verschwörung“ (2011) und „Die Burg der Könige“ (2013) – waren sehr erfolgreich. Letztere sind eher als historische Krimis zu verstehen. Während es in „Die Ludwig-Verschwörung“ um die rätselhaften Todes-Umstände des Märchenkönigs, Ludwigs II., geht, widmet sich Oliver Pötzsch in „Die Burg der Könige“ dem Machtkampf der Staufer im frühen 16. Jahrhundert. Beide Male nutzt Pötzsch prächtige historische Kulissen für seine Romane, die Schlösser des Märchenkönigs für „Die Ludwig-Verschwörung“ und die legendäre Burg der Staufer, die Reichsburg Trifels, für „Die Burg der Könige“. Besonders spannend am Schreiben findet es Oliver Pötzsch, wenn er sich mit seinen Figuren zusammen einen Ausweg überlegen muss. Auf seiner Homepage scherzt er: „Ich glaube, meine Protagonisten sind oft ziemlich sauer auf mich, ständig lege ich ihnen Hindernisse in den Weg. Da ist es doch nur gerecht, wenn wir zusammen eine Lösung suchen.“

Diese Romane von Oliver Pötzsch haben wir für Sie rezensiert:

DuMont Reiseverlag, Reiseführer, DuMont Reise, Kunst-Reiseführer