Hinnerk Polenski

Hinnerk Polenski hat einen europäischen Zen-Weg für Führungskräfte entwickelt.Hinnerk Polenski (Jahrgang 1959) ist der Begründer der Daishin Zen-Linie, einer Zen-Schule, die ihr Hauptaugenmerk auf die Entwicklung eines europäischen Zen-Weges für Führungskräfte legt. Den japanischen Zen-Weg einfach zu übernehmen, sei für Europäer schwierig, erklärt Polenski die Notwendigkeit dieses neuen Konzepts. „Zen-Meister, norddeutscher Buddha, ein 1,90 Meter-Fels in der Brandung“, nannte ihn der NDR im März 2014, als Hinnerk Polenski dort sein drittes Buch „In der Mitte liegt die Kraft“ vorstellte. Für Polenski bedeutet Zen, „einfach nur jetzt hier zu sein“, „weder in der Zukunft zu sein noch in der Vergangenheit, sondern einfach im Jetzt.“ Für die meisten Menschen sei das so schwer zu erreichen, erklärte Polenski im NDR, weil wir von Kindheit an dazu konditioniert seien, an die Zukunft zu denken.  

Seine erste spirituelle Erfahrung machte Hinnerk Polenski, der aus einer ohnehin sehr spirituellen Familie stammt, im Alter von sechs Jahren, als er mit seiner Schwester auf einem unbefahrenen, sandigen Weg spielte. Damals empfand er urplötzlich das tiefe Gefühl von „zu Hause sein und gleichzeitig hell und unendlich weit.“ „Großer Geist“, dachte das Kind damals und empfand einen vollkommenen Frieden und eine tiefe Stille. Dieses Erlebnis berührte Polenski zutiefst und zeigte ihm, dass er einen spirituellen Weg einschlagen sollte. „Danach wurde mein Leben wirklich schwierig“, schmunzelt Polenski im NDR. Er habe die Erwachsenen im Kindergarten einfach nicht mehr ernst nehmen können. „Ich wusste, Erwachsene sind ein echtes Vorbild, weil sie einem zeigen, wie es nicht geht. Und damit kommt man schwierig durch die Schule.“ Mit 17 Jahren kam er zum Zen und praktiziert heute als ordinierter Mönch den Zen-Weg. Er lernte bei den Zen-Meistern Oi Saidan Roshi und Reiko Mukai Osho (Japan) und gibt seit 1990 selbst Zen-Seminare für Führungskräfte. Von Oi Saidan Roshi erhielt Hinnerk Polenski 1992 auch den Dharma-Namen „Syobu“, was so viel bedeutet wie „Zen-Krieger“.

Hinnerk Polenski Porträt1999 gab er seine Tätigkeit als selbstständiger Unternehmensberater auf, um sich ganz dem Zen-Seminare für Führungskräfte und dem Schreiben von Büchern widmen zu können. Dabei orientiert sich Hinnerk Polenski daran, wie Zen seit dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich in die japanische Wirtschaft und Firmenkultur integriert wurde. Dort war es Gang und Gebe, dass junge Menschen nach ihrem Abschluss zunächst in ein Zen-Kloster gingen, bevor sie in eine Firma eintraten. Zen bereitete die Berufsanfänger also auf eine spezielle Art von Führung vor. Für Führungskräfte sei es, Hinnerk Polenski zufolge, unerlässlich, das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden zu können, und Zen sei dieser Weg zum Wesentlichen. Heute schlägt er deshalb eine Brücke von Asien nach Europa: In seinen Coachings vermittelt Polenski Führungskräften diese Fähigkeit. Denn ein Chef, der seine eigenen Grenzen kennt und wahrt, ist sehr wahrscheinlich auch ein ausgeglichener und wertschätzender Chef. Solche Vorgesetzten sind Garanten für ein engagiert arbeitendes und zufriedenes Mitarbeiter-Team – egal ob in großen Top-Konzernen oder in kleinen mittelständischen Unternehmen.

Passend dazu veröffentlichte er 2010 das Ethik-Handbuch „Die Linie im Chaos – Zen, Ethik, Leadership“. Im Zentrum seiner Arbeit steht der Gedanke, dass "letztlich ein offenes Herz und ein wacher Geist siegen und nicht allein der Wille." Für Hinnerk Polenski ist Zen der Weg, eins zu werden mit der Welt. Das bedeutet auch, unabhängig von allen äußeren Einflüssen dem Weg des eigenen Herzens zu folgen. Gelassen sein, in sich ruhen, im Moment leben – danach sehnen sich die Menschen heute mehr denn je. Doch wie genau das aussieht, wissen nur die wenigsten. Polenski beschreibt das anschaulich mit dem Moment, in dem etwas Unvorhersehbares geschieht (ein Glas fällt herunter und zerbricht oder wir treten beim Autofahren auf die Bremse, um einen Unfall zu verhindern). Dann seien wir genau da. Das sei Leben. Beim Zen gehe es dann darum, diesen Augenblick in das Unendliche auszudehnen (ohne ständig Gläser zerschmeißen zu müssen).

2011 veröffentlichte Hinnerk Polenski in Zusammenarbeit mit der Journalistin Ulrike Wischer sein zweites Buch. In „Hör auf zu denken – sei einfach glücklich“ beantwortet Polenski wesentliche Fragen des Lebens und gibt in Dialogen, Texten und Geschichten viele Anregungen für ein erfüllteres, glücklicheres Leben mit Zen. Doch er sagt auch ganz klar, dass Zen kein System sei, „das sagt, dann versuche doch mal ein wenig netter zu dir und anderen zu sein. Das funktioniert nicht.“ Deshalb ist Hinnerk Polenskis Buch auch nicht als klassischer Ratgeber zu verstehen. Tipps und Ratschläge findet man darin nicht. Vielmehr lädt Polenski zu einer Reise zu sich selbst ein, einem wichtigen, manchmal sehr schmerzhaften Prozess, den man durchmachen muss, um die Linie im Chaos zu finden. Ein Mensch, der zu dieser Reise nicht bereit ist, wird auf dem Zen-Weg nicht sehr weit kommen. „Was nützt die beste Entspannung-, Yoga- oder Fitness-Übung, wenn der Mensch sich nicht für sich selbst entschieden hat. Dann kann dieser Mensch stundenlang alles Mögliche machen, aber das bringt rein gar nichts, ohne die Entscheidung, ein wahrer Mensch zu werden.“  

„In seiner Mitte sein heißt furchtlos, verantwortungsbewusst, klar und kraftvoll sein. Aus dieser Mitte wächst die Freude am Leben.“ (Hinnerk Polenski)

Hinnerk Polenski vor einem chinesischen Schriftzeichen.Die Entscheidung für sich selbst ist der erste Schritt auf dem Weg des Zen. In seinen Büchern, Seminaren und Workshops hilft Hinnerk Polenski zahllosen Menschen dabei, diese Entscheidung zu treffen und nach ihr zu leben. Derzeit arbeitet er unter anderem daran, einen Ort der Stille, einen meditativen Ort in Buchenberg im Allgäu aufzubauen, der offen ist für alle Menschen, die eine Auszeit brauchen. Das schließt Zen ebenso ein wie christliche Mystik. Auf dem 30.000 Quadratmeter großen Gelände werden Yoga und Qigong angeboten und Seminare durchgeführt. Doch Hinnerk Polenskis Ort der Stille kann auch einfach als Zufluchtsort dienen, wenn man eine Auszeit braucht. Hinter dem großen Tor in traditioneller Bauweise, das das Kloster vom Seminarzentrum trennt, endet der Lärm der Zeit. Im Teehaus werden die Besucher in tiefer Gelassenheit Tee trinken und so eine neue Form der Meditation erleben. „Achtsam und kraftvoll, vollkommen im Leben trinken wir Tee“, schreibt Hinnerk Polenski in der Broschüre zu seinem Ort der Stille. Das „Hondo“ wird das Herz des Klosters sein. Die Meditationshalle ist der Ort, an dem wir – nach Hinnerk Polenski – stehen bleiben, inne halten und die Wolken ziehen lassen können. Untergebracht werden die Gäste im Cube-Komplex mit 16 großzügigen Zimmern und Suiten, Wellness- und Sport- sowie Coaching- und Seminarräumen. Einen besseren Ort für eine Auszeit vom Alltag kann man sich kaum denken.

Wer einfach zwischendurch auftanken möchte, kann das mit dem Buch „In der Mitte liegt die Kraft“ tun, das Hinnerk Polenski 2014 veröffentlicht hat. Einfache Meditations- und Sportübungen helfen dabei, die inneren Energien auszugleichen und gelassen zu bleiben. Nur so kann man andere führen, die Arbeit als Berufung erleben und sich kreativ ganz entfalten. Für Führungskräfte und für alle, die die Arbeit nicht als Ort von Hektik und Stress, sondern als Ort der Entfaltung und Erfüllung erleben wollen, ist dieses kleine Buch von Hinnerk Polenski der perfekte Begleiter durch den Arbeitsalltag.

 

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