Wolfgang Pusch

Wolfgang Pusch hat die Berge im Blut. (c) privatWolfgang Pusch hat die Liebe zum Berg von seinem Vater geerbt und kann sich seit frühester Kindheit ein Leben ohne die Berge nicht vorstellen. Umso besser, dass er seine Leidenschaft zum Beruf machen konnte. Doch obwohl Pusch Geodäsie und Geoinformation studiert hat, hat er heute nichts mehr mit dem Vermessen der Berge zu tun. Stattdessen baut er sie nach. Wolfgang Pusch ist Reliefbauer. Für ihn ein Traumjob: „Ich kann mich den ganzen Tag mit Bergen beschäftigen. Egal, ob in der Werkstatt oder auf dem Gipfel“ (br.de). Seinen ersten Berg, den Großglockner, hat Pusch im zarten Alter von 10 oder 12 Jahren nachgebaut. Es folgte der Großvenediger. Die Begeisterung für das Nachbauen der Berge kehrte zurück, als Wolfgang Pusch 20 Jahre alt war. Heute ist er einer von nur zwei Menschen in Europa, die Reliefs von Bergen herstellen – eine absolute Nischentätigkeit. Dennoch hat Wolfgang Pusch inzwischen mehr als 200 davon verkauft – und fertigt auf Wunsch Einzelstücke an, wie sie schon bei Reinhold Messner im Museum stehen. Der Prozess ist recht aufwendig. Zunächst werden die Landkarten auf eine Sperrholzplatte aufgeklebt und ausgesägt. Die so entstehenden Teile werden schichtweise übereinander geklebt, sodass schließlich bis zu 100 Schichten die Form der Berge ergeben. Anschließend wird das Ganze in Gips gegossen und dann feinsäuberlich geschnitzt. Der schwierigste Teil kommt zum Schluss: das detaillierte Bemalen mit Acryl-Farben. Insgesamt dauert ein solcher Nachbau so zwei bis drei Monate. Wenn Wolfgang Pusch keine Berg-Reliefs baut, ist er selbst in den Bergen unterwegs – und schreibt darüber. Seit einigen Jahren ist er staatlich geprüften Bergführer in seiner Heimat im Chiemgau im Süden Bayerns. In seiner Bibliografie finden sich neben einem Ski- und zwei Bergführern auch die alpine Lehrschrift „GPS – Orientierung unterwegs“ und drei Bildbände, von denen der alpine Klassiker „Viertausender der Alpen“ besonders hervorzuheben ist. Wolfgang Pusch trat damit in die Fußstapfen großer alpiner Autoren. 1923 war es Karl Blodig, der erste Alpinist der alle Viertausender der Alpen bestiegen hat, der das Buch herausgab. Seitdem haben so bedeutende alpine Autoren wie Helmut Dumler den Bildband und Routenangaben weiterentwickelt und aktualisiert. Wolfgang Pusch ist dieser großen Aufgabe jedoch gewachsen und ergänzt die meisterhaften Bilder neuer Fotografen (zum Beispiel aus den Bergen von Zermatt) um aktuelle Texte und wichtige Informationen für alle, die sich davon inspirieren lassen wollen.

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