Horacio Quiroga

Horacio Quiroga (1878 – 1937) war ein bedeutender südamerikanischer Schriftsteller, dessen Leben und Werk von schweren Schicksalsschlägen geprägt war und der die Themen Verlust, Tod und unglückliche Liebe in wahrhaft kunstvoller Art und Weise bearbeitete. Quiroga wurde als Sohn des argentinischen Vizekonsuls in Uruguay geboren und zog nach dem Tod seines Vaters nach Argentinien, wo er bis zu seinem Selbstmord 1937 leben sollte. Sein Vater starb wenige Monate nach der Geburt des Sohnes und sein geliebter Stiefvater nahm sich das Leben, nachdem er nach einem Hirnschlag vollständig gelähmt war. Quiroga wurde als 16-Jähriger Zeuge des Selbstmordes und sollte diesen Anblick niemals vergessen. Horacio Quiroga studierte in Buenos Aires zunächst Chemie, dann Geschichte und Fotografie. 1894 wurde er Mitarbeiter der Zeitschrift Revista del Salto und strebte eine schriftstellerische Laufbahn an. Aus diesem Grund reiste er 1900 für einige Monate nach Paris, schaffte es jedoch nicht, hier Zugang zur literarischen Welt zu finden. Nach seiner Rückkehr nach Uruguay fand er sich desillusioniert und pleite wieder. Sein erstes Buch konnte er jedoch schon im nächsten Jahr veröffentlichen: „Die Korallenriffe“ (1901). Schon hier ließ er die modernen Sprachexperimente erkennen, die später sein Markenzeichen werden sollten. Doch das Glück währte nicht lange, denn kurz darauf erschoss er versehentlich einen Freund, dem er den Gebrauch einer Waffe hatte erklären wollen. Quiroga kehrte nach Buenos Aires zurück und folgte 1903 dem Dichter Leopoldo Lugones in den Urwald nach Misiones. Anschließend nahm er in Buenos Aires eine Anstellung als Professor für spanische Sprache und Literatur an und schrieb weitere Bücher und Erzählungen, die häufig um die Themen Tod und Wahnsinn kreisten. 1910 heiratete Horacio Quiroga, doch fünf Jahre später nahm sich seine Frau – von der Wildnis und ihrem eigenwilligen Mann in den Wahnsinn getrieben – das Leben. Drei seiner Kinder sollten später ebenfalls Selbstmord begehen. Im Alter von 59 Jahren nahm sich Horacio Quiroga 1937 schließlich selbst das Leben, nachdem Prostatakrebs bei ihm diagnostiziert worden war. Sein Werk ist durchzogen von Verlust, Tod und Schmerz und dem inneren Wahnsinn, der ihn sein Leben lang trieb. Dies gilt auch für „Die Wildnis des Lebens“, eines seiner herausragendsten Werke.

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