Christian Rätsch

Christian Rätsch (Jahrgang 1957) ist ein ganz besonderer Autor, dessen Bücher stark von seiner Leidenschaft für schamanische Kulturen geprägt sind. Der Beginn seiner Berufslaufbahn sah jedoch noch ganz gewöhnlich aus: Studium der Altamerikanistik, Ethnologie und Volkskunde in Hamburg. Schon parallel dazu erlernte Rätsch die Maya-Sprache der in Mexiko lebenden Lakandonenindianer, mit denen er drei Jahre lebte. Mit der Maya-Sprache kamen die ersten Zaubersprüche, die der Autor von den Lakandonen mitnahm. Sie und weitere Beschwörungsformeln der Indianer wurden zum Gegenstand der Dissertation, mit der Christian Rätsch zum Doktor der Philosophie promovierte.

Seine Zeit bei den Indianern war für Christian Rätsch der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft für die Welt der schamanischen Kulturen und deren ethnopharmakologischen, ethnomedizinschen und rituellen Gebrauch von Pflanzen, den er seit mehr als zwanzig Jahren weltweit erforscht. Während seiner Anstellung beim Hamburger Mineralienzentrum war Christian Rätsch maßgeblich an der Einrichtung eines Museums für Ammoniten (einer ausgestorbenen Gruppe der im Meer lebenden Kopffüßer) in Japan beteiligt. Auch in Deutschland steuerte der Forscher sein Wissen zum kulturellen Gebrauch von Muscheln, Schnecken und Fossilien für diverse Ausstellungen bei.

Sein Fachwissen zur Ethnopharmakologie (der Wissenschaft vom Studium der Pflanzen in Bezug auf ihre Verwendung durch den Menschen) veröffentlichte er in diversen Büchern und Fachliteratur, darunter in "Indianische Heilkräuter", "Heilkräuter der Antike", "Pflanzen der Liebe", in zwei Bänden zur "Schamanenpflanze Tabak", sowie in dem seit 1998 in acht Auflagen erschienenen und ins Englische übersetzten Standardwerk "Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen". Rätsch war darüber hinaus  Co-Autor der Bücher "Hexenmedizin" und "Lexikon der Liebesmittel". Zusammen mit seiner Frau Claudia Müller-Ebeling, einer Kunsthistorikerin, hat er ebenfalls mehrere Bücher veröffentlicht, darunter „Heilpflanzen der Seychellen: Ein Beitrag zur kreolischen Volksheilkunde“ und „Schamanismus und Tantra in Nepal“.

Christian Rätsch war Beiratsmitglied des Europäischen Collegiums für Bewußtseinsstudien (ECBS) und Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Ethnomedizin (ARGEM). Darüber hinaus ging er einer befristeten Tätigkeit als Lehrbeauftragter der Universität Bremen nach. Christian Rätsch ist heute ein international gefragter Referent und Forscher im ethnomedizinischen und rituellen Gebrauch von Pflanzen, insbesondere im Bereich der kulturellen Nutzung psychoaktiver Pflanzen im Schamanismus. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte er 2014 auch ein Weihnachtsbuch der besonderen Art. In „Abgründige Weihnachten“ weist Christian Rätsch nach, dass unsere Weihnachtstraditionen auf einen alten germanischen Brauch der Fliegenpilzverehrung zurückgehen. Die giftigen Pflanzen versetzten unsere Vorfahren in einen Rausch, der sie zur Wintersonnenwende der Sonne näher brachte. Wie Christian Rätsch auf sehr unterhaltsame Art und Weise darlegt, handelt es sich beim heutigen Nikolaus um eine Weiterentwicklung des heidnischen Gottes Wotan bzw. – weitergedacht – um einen anthropomorphen Fliegenpilz.

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