Erik S. Reinert

Erik S. Reinert (Jahrgang 1949) gehört zu den wichtigsten Ökonomen unserer Zeit. Anders als der Titel seines bedeutenden Werkes „Warum manche Länder reich und andere arm sind“ ist das Buch des Norwegers kein Einsteigerbuch, das sich mit den Basics der Wirtschaftslehre aufhält, sondern die profunde Analyse eines international renommierten Autors und Wirtschaftswissenschaftlers. Dafür greift Reinert auf die Theorien deutscher Ökonomen wie von Lünen, Sombart und Schumpeter zurück, hinterfragt sie kritisch und leitet daraus die Prognose ab, dass die ökonomischen Weltmarktführer – gemeint sind die USA, Großbritannien und Deutschland – in den nächsten Jahrzehnten ihre Vormachtstellung einbüßen werden, wenn sie an alten Erfolgsmustern kleben bleiben und ignorieren, dass die immanenten Spielregeln der Globalisierung ein Umdenken erfordern.

Erik S. Reinert wurde in Oslo geboren und studierte an der Universität von St. Gallen in der Schweiz, an der Harvard University und am Cornell College. Parallel zum Studium verbrachte er einige Zeit in Lateinamerika, wo er sich in einem Entwicklungshilfe-Projekt engagierte, und machte erste Erfahrungen in der Privatwirtschaft. Anfang der 1970er Jahre baute Erik S. Reinert eine Farbmusterkarten-Firma mit Standorten in Italien, Norwegen und Finnland auf, die zur wichtigsten Firma dieser Art in Europa aufstieg. Anfang der 1990er Jahre verkaufte Reinert sein Unternehmen und engagierte sich fortan in zahlreichen Think Tanks. Er arbeitete für die STEP Group in Oslo und wurde später Director of Research beim Norsk Investorforum. Seit 2004 ist Erik S. Reinert Professor of Technology Governance and Development Strategies an der Tallinn University of Technology in Estland, wo er seine Vorlesungen in fünf Sprachen halt.

Sein Forschungsschwerpunkt ist das Ungleichgewicht im Wirtschaftswachstum und in diesem Zusammenhang auch die Wirtschaftsgeschichte und der Einfluss von Politik auf das Wirtschaftswachstum. In diesen Kontext ist auch sein Buch „Warum manche Länder reich und andere arm sind“ einzuordnen, das 2014 in Deutschland erschienen ist. Überall auf der Welt sorgte der Band für hitzige Diskussionen – unter Liberalen und Neo-Liberalen genauso wie zwischen Anhängern der marxistischen Theorie. Für jeden Kritiker Reinerts lässt sich inzwischen auch ein Fürsprecher finden. Und das ist vielleicht die größte Leistung dieses Buches: die Befeuerung einer wichtigen Debatte, die für die Zukunft aller Länder absolut unvermeidlich ist.

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