Fritz Rienecker

Es ist eine seltsame Ironie des Schicksals, dass Fritz Rienecker (1897 – 1965) die Veröffentlichung seines letzten Buches, das sich mit dem Leben nach dem Tod beschäftigt, nicht mehr erleben sollte. Jenes Buch, in dem er der Frage nachging, wo die Menschen nach dem Tod hingehen und was kommt, nachdem das irdische Leben zu Ende ist, sollte das Letzte des evangelischen Publizisten, Pfarrer und Theologen werden. Fritz Rienecker, selbst Sohn eines Lehrers, strebte nach der Schulzeit zunächst den Volksschuldienst an, entschied sich dann aber für ein Studium der Theologie und Pädagogik in Berlin, Kiel und Hamburg. 1924 wurde er Schriftleiter beim Verlag Ihloff und gab hier mehrere theologische Zeitschriften heraus, darunter „Aufwärts“, „Bibel und Gemeinde“ und „Reichgottesarbeiter“. Nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren, wurde es für ihn jedoch immer schwieriger, seiner Arbeit nachzugehen. Das Verhältnis der Nationalsozialisten zur Religion war ein schlechtes. Zwar machte Hitler den beiden Kirchen Zugeständnisse, hielt sie jedoch nicht ein. Dem fiel auch Fritz Rienecker zum Opfer, der 1941 seines Postens enthoben wurde und ins Pfarramt wechselte. Bis 1946 war er Pfarrer in Geesthacht. Nach Kriegsende kam er an die Evangelische Akademie Braunschweig, wo er ab 1948 als leitender Dozent für das Neue Testament und die Systematische Theologie tätig war. Die gleichen Fächer lehrte er auch am Predigerseminar St. Chrischona bei Basel. Seine größte Leistung bestand in der Erstellung des „Sprachlichen Schlüssels zum Griechischen Neuen Testament“. Bis heute dient er Forschern, Theologen und Geistlichen als Standardhilfsmittel der Bibelauslegung. Weitere Verdienste erwarb Fritz Rienecker als Begründer und Herausgeber der Wuppertaler Studienbibel, der im deutschsprachigen Raum am weitesten verbreiteten Bibelkommentarreihe. Die Gruppierung hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den biblischen Grundtext eigenständig neu zu übersetzen und ihn anschließend neu auszulegen. Im Vorwort zum ersten Band erklärte Fritz Rienecker, es sei die Aufgabe der Wuppertaler Studienbibel, die „persönliche Schriftforschung des Bibellesers“ zu unterstützen und „Hilfsdienste […] für die Vorbereitung zum Predigtdienst“ zu leisten. Rienecker war darüber hinaus am Lexikon zur Bibel beteiligt und schuf mit seinem Büchlein „Das Schönste kommt noch: Vom Leben nach dem Sterben“ ein hochgeschätztes Mutmachbuch, das seit seiner Veröffentlichung zahlreiche Neuauflagen erlebt hat und zu den wohltuendsten Büchern gehört, wenn man sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen muss.

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