Sogyal Rinpoche

Sogyal Rinpoche (Jahrgang 1948) gilt weltweit als der bedeutendste tibetanische Lehrer unserer Zeit. Auf dem ganzen Globus lehrt er die Menschen, die traditionellen Lehren des Buddhismus mit dem modernen Leben in Einklang zu bringen und verhilft ihnen so zu einem erfüllteren, glücklicheren Leben, das den Tod als wichtigen Teil des Lebens begreift. Sogyal Rinpoche hat mehrere Bücher geschrieben, die dem westlichen Menschen dabei helfen, die uralten Lehren in sein modernes Leben zu integrieren, ohne ihn dabei zu überfordern oder viele Vorkenntnisse voraus zu setzen. Sogyal Rinpoche kam im Alter von sechs Jahren in das Kloster von Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö in der Provinz Kham, wo er seinen heutigen Namen erhielt. Später erkannte sein Meister in ihm die Reinkarnation von Tertön Sogyal. Im Alter von 23 Jahren, 1971, ging Rinpoche nach England, um an der Cambridge-Universität vergleichende Religionswissenschaften zu studieren. Das verhalf ihm zu einem tiefen Einblick in die westliche Spiritualität und erlaubte es ihm, die traditionellen, buddhistischen Lehren neu zu interpretieren und in auf für den westlichen Menschen verständliche und praktikable Weise zu übersetzen. Sogyal Rinpoche machte es sich zur Aufgabe, tibetischen Buddhismus im Westen zu unterrichten und gründete Mitte der 1970er Jahre das spirituelle Netzwerk Rigpa. Rigpa bedeutet so viel wie „innerste Natur des Geistes“ und steht im starken Gegensatz zum gewöhnlichen Geist (Sem), der diskursives Denken, Unterscheiden und Urteilen gewöhnt ist. Rigpa hingegen findet jenseits aller Begrenzungen statt und beschreibt das ursprüngliche, reine Gewahrsein, jenen Zustand, in dem man Allwissenheit und Erleuchtung finden kann. Das Netzwerk ist heute weltweit tätig und erlaubt es Menschen aus allen Ländern, sich dem Studium und der Praxis des tibetischen Buddhismus zu widmen. 1992 veröffentlichte Sogyal Rinpoche sein Werk „Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“. Darin überträgt er die traditionellen Lehren des Tibetischen Totenbuchs in eine Sprache und in einen Kontext, der auch dem westlichen Menschen ohne viele Vorkenntnisse Zugang zur Weisheit dieses Buches verschafft. Während das Original „Bardo Thödröl“ („Tibetanisches Totenbuch“), das im 8. Jahrhundert vom Begründer des tibetischen Buddhismus, Padmasambhava, geschrieben wurde, viele unvorbereitete, westliche Leser durch seine Exaktheit und die Tiefe der Einsichten überfordert, gewährt Sogyal Rinpoche in „Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“ auch jenen tiefe Einblicke in ihr ureigenstes Wesen und in das Leben, die das Buch sonst beiseite legen würden. Mit einer Auflage von mehr als zwei Millionen Exemplaren in 30 Sprachen und 59 Ländern wurde das Buch ein Bestseller und wird heute an Hochschulen und in medizinischen und religiösen Gruppen und Institutionen als Lehrbuch eingesetzt. Vor allem in der Krankenbetreuung und Sterbebegleitung hat sich das Werk als unentbehrliche Hilfe erwiesen, vermittelt es doch ein neues Verständnis vom Leben und Sterben, in dem der Tod Teil des Lebens ist.

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