Marc Ritter

Marc Ritter schreibt eigentlich Krimis. Jetzt hat er sich am Tod versucht. © www.foto-schwabing.deEin Sachbuch über den Tod ist vielleicht nicht das Allerletzte, aber wohl doch wenigstens das Vorletzte, was man von Marc Ritter warten würde. Der Journalist und Autor ist eigentlich eher für seine urbayerischen, zünftigen Kriminalromane rund um Karl-Heinz "Gonzo" Hartinger bekannt. Dort zeigt Ritter in schönster Mundart – „Kreizkruzifix, Depp, schau, dass d’weiterkommst!“ – dass er eben ein echter Bayer ist und eine ordentliche Portion Humor mitbringt. Doch „Das Allerletzte“, sein Buch über den Tod und das Sterben, das er gemeinsam mit dem von ihm als „wahrscheinlich besten Buchgestalter des Landes“ bezeichneten Tom Ising geschrieben hat, zeigt eine ganz neue Seite des Autors. Zwar lässt er sich seinen Humor trotz des ernsten Themas nicht nehmen, doch einen gewissen angemessenen Ernst kann man dem wunderschön gestalteten und hochwertig in Leinen gebundenen Buch nicht absprechen. Marc Ritters erstes Sachbuch ist als eine Art Nachschlagewerk zu verstehen, in dem man herum schmökern und viel Kurioses aus der Kulturgeschichte entdecken kann. Bei genauerem Nachdenken ist es für einen Krimiautoren vielleicht auch gar nicht so abwegig, ein solches Buch zu schreiben, schließlich steht er vor jedem Roman vor der Herausforderung, sich eine neue spannende Todesart für sein Opfer überlegen zu müssen. Davon findet man in dieser Zusammenstellung von Marc Ritter wirklich die eine oder andere. Darüber hinaus gehen Ritter und Ising der Frage nach, ob es so etwas wie einen guten Tod überhaupt gibt, warum so viele Stars mit 27 Jahren sterben und ob man seine Asche wirklich auf den Mond schießen lassen kann. Ungewöhnliche Grabbeigaben, Anleitungen zum Bau des eigenen Sarges, Sterbehilfe und Kunst rund um das Thema Tod werden ebenfalls beleuchtet. So ermöglichen Marc Ritter und sein Co-Autor jedem einen individuellen Zugang zu einem Thema, das eigentlich noch immer ein gesellschaftliches Tabu ist. Es ist deshalb nicht ganz abwegig, was der „Standard“ aus Wien über „Das Allerletzte“ schreibt: „Wer Mut hat, liest rein, wer viel Mut hat, verschenkt das Buch sogar.“ Bevor sich Marc Ritter so ausführlich mit dem Thema Tod beschäftigte, jobbte er zunächst als Tankwart, Dachdecker, Gärtner, Tretbootverleiher, Stallknecht und Hilfsskilehrer und wandte sich dann dem Journalismus zu. Die Bewerbung an der Deutschen Journalistenschule war nach mehreren Gehversuchen im Lokaljournalismus von Garmisch-Partenkirchen der nächste logische Schritt. Nachdem diese jedoch fehlgeschlagen war, studierte Marc Ritter Neuere Deutsche Literatur, Organisationspsychologie und Politikwissenschaften an der LMU und schaffte es zeitgleich, sich auch in München einen Namen als Lokalreporter und –fotograf zu machen. Drei Jahre lang arbeitete er dann für das SZ-Jugendmagazin „jetzt“, bevor er zu Microsoft MSN und später zu Yahoo! wechselte. Über das Internetportal Sportsella.com kam Marc Ritter zur Unternehmensberatung aquarius consulting. 2010 dann begann er seine Autorenkarriere und hat seitdem mehrere Hartinger-Krimis, den Thriller „Kreuzzug“ und die den digitalen Serien-Krimi „Transalp" geschrieben. 2013 erschienen schließlich die Thriller „Bluteis“ und das erwähnte Sachbuch „Das Allerletzte: Was Sie schon immer über den Tod wissen wollten“.

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