David Safier

David Safier gehört zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellern. (c) Roman RaackeDavid Safier (Jahrgang 1966) ist ein deutscher Drehbuch-Autor und Schriftsteller, aus dessen Feder einige der erfolgreichsten deutschen Sitcoms stammen („Nikola“, „Die Camper“, „Berlin, Berlin“). Mit seinen herrlich leichten Romanen „Mieses Karma“ und „Jesus liebt mich“ gelangen ihm zwei Bestseller, die ihn auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und beliebt machten. Nach dem Abitur absolvierte Safier eine Journalistik-Ausbildung und sammelte bei Rundfunk und Fernsehen journalistische Erfahrung. 1996 begann er damit, Drehbücher für das deutsche Fernsehen zu verfassen. Für seine Sitcom „Berlin, Berlin“ wurde er 2003 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet, zwei Jahre später gewann die Serie sogar den amerikanischen Emmy. 2007 veröffentlichte Safier sein Roman-Debüt „Mieses Karma“, dessen schwarzer Humor das Buch zu einem großen Erfolg werden ließ. Es folgte „Jesus liebt mich“ (2008) eine liebenswerte Satire in Anlehnung an die biblische Geschichte. „Jesus liebt mich“ wurde 2012 mit Florian David Fitz und Jessica Schwarz verfilmt (Hier die DVD „Jesus liebt mich“ bestellen). Ähnlich unterhaltsam waren seine Bücher „Plötzlich Shakespeare“, „Happy Family“ und „Muh!“. In „Muh!“ schickt Safier eine Herde friesischer Kühe auf den Weg nach Indien und in „Happy Family“ verwandelt sich eine gewöhnliche Familie plötzlich in ein Horrorfigurenkabinett mit Werwolf, Vampir und Mumie. Das Skurrile, Ungewöhnliche und auch Unwahrscheinliche ist also fester Bestandteil der Romane von David Safier, denen nicht selten ein Hauch Übernatürliches anhaftet. Immer wieder zieht es ihn hin zum Religiösen, das „so viel Trost und Geborgenheit schaffen kann“, wie Safier im Gespräch mit der FAZ erklärte. Als Sohn eines Juden, der den Holocaust überlebt hat, erhielt er zwar die Bar Mizwa, praktizierte seine Religion jedoch nicht. Seit dem Tod seines Vaters hat er keine Synagoge mehr betreten, doch sein Werk ist von spirituellen Begebenheiten durchzogen. 2014 war dann Schluss mit lustig: David Safier wählte für sein Buch „28 Tage lang“, das er als „Herzensprojekt“ bezeichnete, ein sehr ernstes Thema und zeigte, dass er als Autor auch noch eine andere Seite hat. „Dies ist ein Buch für meine Kinder, aber gewissermaßen auch für meine Großeltern, die in Buchenwald bzw. im Ghetto von Lodz gestorben sind. Dieses Buch soll eine Brücke zwischen den Generationen schlagen.“ So erklärt David Safier auf seiner Homepage, warum er sich für das Warschauer Ghetto als Schauplatz seines Romans entschieden hat. „Ich möchte mit ihm auch Menschen erreichen, die normalerweise nicht ohne weiteres zu einem Roman über den Holocaust greifen würden. Deswegen habe ich «28 Tage lang» mit den Mitteln des Spannungsromans geschrieben. Man soll es – trotz all des Fürchterlichen, das geschehen ist – gerne lesen.“ Das klingt zunächst unwahrscheinlich, doch „28 Tage lang“ ist ein Buch, das man tatsächlich gerne liest, auch wenn es dem Leser einiges abverlangt und ihn auch zu Tränen rührt. Man gewinnt es lieb und die Figuren, die so nah an der Realität gezeichnet sind, wachsen einem sehr ans Herz. Für David Safier ist es kein Buch, das die Vergangenheit aufarbeitet, sondern ein Buch, in dem es auch um uns heute geht. Es geht um die „ewigen, universellen Fragen, die uns alle bewegen: Was würdest du tun, um zu überleben? Würdest du dein Leben für andere opfern, oder würdest du andere für dein Leben opfern? Kurzum, es geht darum: Was für ein Mensch willst du sein?“ All das macht dieses Buch von David Safier, in dem sich die junge Mira 1943 dem Aufstand junger Juden im Warschauer Ghetto anschließt. Mit dem Mut der Verzweiflung gelingt es den rund 750 jungen Menschen, 28 Tage lang Widerstand gegen die übermächtige SS zu leisten. So lange wie keinem anderen Widerstand zuvor. Heute gehört die Geschichte vom Aufstand im Warschauer Ghetto zum Gründungsmythos des Staates Israel. Unter den wenigen Überlebenden der Vernichtung des Ghettos war auch Marcel Reich-Ranicki, der die Geschichte in Deutschland bekannt machte. Außergewöhnlich ist der Roman also sowohl in Safiers eigener Bibliografie, als auch in der Literatur, die bislang über das Dritte Reich, den Holocaust, den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg geschrieben wurden.

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