Jocelyne Saucier

Jocelyne Saucier (Jahrgang 1948) weiß genau, wovon sie schreibt, wenn sie in ihrem bezaubernden Roman „Ein Leben mehr“ das Leben in der nordkanadischen Wildnis schildert. Seit einigen Jahren lebt die kanadische Autorin, die aus der Provinz New Brunswick stammt, in einem Zehn-Seelen-Ort im Wald nördlich von Québec. Darin hat Jocelyne Saucier viel mit den Figuren ihres Romans gemeinsam, mit den drei rauen Männern, die sich in die Wildnis zurückgezogen haben, um vor der Welt und der Vergangenheit zu entkommen. Erst als eine Fotografin und eine zerbrechliche alte Dame in ihrem Versteck auftauchen, bricht ihre Schale auf und schafft Raum für Liebe und Hoffnung. Mit ihrem Buch hat sich Jocelyne Saucier auf Anhieb in die Herzen der deutschen Leser geschrieben und zugleich ein kleines Stück der kanadischen Seele über den Atlantik geschickt. Es geht um die letzten Überlebenden der Großen Brände, die die Wälder Kanadas um 1916 heimsuchten.

Saucier studierte Politikwissenschaften an der Université Laval im kanadischen Québec und arbeitete anschließend in der Abitibi-Témiscamingue-Region von Québec. 1996 veröffentlichte sie ihren ersten Roman: „La vie comme une image“. Das Buch wurde für den Governor General's Award for French-language fiction des Jahres nominiert und kam sogar in das Finale. Auch ihr zweiter Roman war sofort für einen Buchpreis nominiert: „Les Héritiers de la mine“ kam ins Finale um den Prix France- Québec des Jahres 2001 und auch „Jeanne sur les routes“ war für den Governor General's Award nominiert. Aber erst mit ihrem vierten Roman, „Il pleuvait des oiseaux“, gewann Jocelyne Saucier endlich einige begehrte Buchpreise. Das Buch wurde mit dem Prix France-Québec, den Prix Ringuet, den Prix des cinq continents de la francophonie und den Prix des lecteurs de Radio-Canada ausgezeichnet. „Ein Leben mehr“ ist das erste Buch der Autorin, das ins Deutsche übersetzt wurde. Es war 2013 für den Governor General's Award for French to English translation nominiert.

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