Meinrad Schade

Der in Kreuzlingen geborene Fotograf Meinrad Schade ist einer der interessantesten Dokumentarfotografen der Schweiz. Stets entwickelt er seine Projekte über einen längeren Zeitraum. Seit 2003 fotografierte er etwa in zehnjähriger Arbeit in Tschetschenien, Inguschetien, Kasachstan, Berg-Karabach, Russland und der Ukraine – an Orten, die allesamt von Kriegen gezeichnet sind. Zuvor, im Jahr 1999, machte er Bilder von Flüchtlingen aus dem Kosovo.

Aktuell führt der Fotograf seine Arbeit in Israel und in Gaza fort. Zudem hat Meinrad Schade auf der Waffenmesse „Eurosa tory“ in Paris und bei der „War & Peace Show“ im englischen Beltring fotografiert, um darzustellen, dass es in unserer Gesellschaft eine tief verwurzelte Faszination für Krieg und Gewalt gibt.

Meinrad Schade sagt selbst über seine Fotografie: „Ich glaube nicht mehr an die große Wirkung des Bildes. Es reicht mir, wenn die Leute, die meine Bilder anschauen, realisieren, dass der Krieg weiterwirkt, obwohl er angeblich längst vorbei ist – und wie man plötzlich wieder in den Krieg hinein driftet.“ Und weiter: „Meistens bin ich alleine und überzeugt davon, dass ich Bilder an Orten finden werde, wo ‚nichts‘ passiert. Die Nebenschauplätze sind mein Territorium.“ Im Jahr 2015 veröffentlichte er sein Buch „Krieg ohne Krieg“ und zeigte seine Arbeiten unter anderem in der Fotostiftung Schweiz in Winterthur.

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