Anna Seghers

Anna Seghers (1900 – 1983) war eine der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts und ist vor allem mit ihrem Exilroman „Das siebte Kreuz“ bekannt geworden, der heute als Klassiker der Weltliteratur gilt und in deutschen Schulen Pflichtlektüre ist. Anna Seghers wurde als Tochter eines jüdischen Kunsthändlers aus Mainz geboren und studierte in Köln und Heidelberg Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie. 1927 veröffentlichte sie unter dem Titel „Grubetsch“ und dem Pseudonym „Seghers“ ihre erste Erzählung. Ihren ersten Roman „Aufstand der Fischer von St. Barabara“ publizierte sie dann bereits unter dem Namen Anna Seghers. Als Jüdin und Mitglied der KPD geriet Anna Seghers kurzzeitig in Gestapo-Haft und ihre Bücher wurden öffentlich verbrannt. 1933 konnte sie in die Schweiz und von dort nach Paris fliehen, wo sie an Zeitschriften deutscher Emigranten mitarbeitete. Als deutsche Truppen in Paris einfielen, gelang ihr die Flucht nach Südfrankreich, Martinique, New York und schließlich nach Mexico Stadt. Hier gründete sie den Heinrich-Heine-Klub und die Bewegung Freies Deutschland. 1942 erschien hier auch ihr bedeutendster Roman: „Das siebte Kreuz: Ein Roman aus Hitlerdeutschland“, in dem Seghers die Geschichte von sieben Häftlingen erzählt, die aus einem deutschen Konzentrationslager entkommen konnten. Das Buch wurde 1944 von Fred Zinnemann verfilmt. Nach Kriegsende kehrte Anna Seghers 1947 nach Berlin zurück und wurde Mitglied der SED und erhielt für ihr Werk den Büchnerpreis. Nach ihrem Umzug nach Ostberlin 1950 wurde sie Mitglied des Weltfriedensrates und der Deutschen Akademie der Künste. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Nationalpreis der DDR, den Kulturpreis des Weltfriedensrates sowie die Ehrenbürgerschaft von (Ost-)Berlin. 1983 starb Anna Seghers in Berlin. Ihr Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin.

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