Hilal Sezgin

Hilal Sezgin (Jahrgang 1970) ist eine Autorin, die man früher in einem Bürojob in einer deutschen Großstadt angetroffen hätte. Heute lebt die Schriftstellerin, Publizistin und Journalistin mit den deutsch-türkischen Wurzeln außerhalb von Frankfurt am Main, draußen, auf dem Land. Das ist kein Zufall, sondern Hilal Sezgins ganz persönliches Lebensglück. In ihrem Buch „Landleben: Von einer, die raus zog“, schildert sie, wie der Umzug aufs Land ihr Leben verändert hat und aus einem „Leben ohne“ ein „Leben mit“ gemacht hat: "Ein Leben mit weitem Blick aus allen Fenstern, ein Leben mit den Jahreszeiten, ein Leben mit Tieren, ein Leben mit Schnee im Winter, Kuckucksrufen im Frühjahr, Faulenzen im eigenen Garten im Sommer und Pilzsammel- und Einkochorgien im Herbst." Sezgin, Tochter eines Islamwissenschaftlers, studierte in ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main Moralphilosophie, politische Theorie, Soziologie und Germanistik und beschäftigte sich in ihrer späteren journalistischen Laufbahn vorrangig mit den Themen Feminismus, Islam und Islamophobie in Europa. Aber auch die Themen Tierrechte und Tierethik lagen ihr am Herzen. Inzwischen lebt sie auf dem Land selbst zwischen Ziegen, Schafen und Gänsen und genießt dieses Leben mit einer neuen Form der Selbstbestimmung. Auch bei ihren eigenen Tieren legt Hilal Sezgin großen Wert auf eine korrekte Tierhaltung. Nach zahlreichen Essays und Kolumnen, mit denen sich Sezgin schon einen Namen gemacht hatte, veröffentlichte sie 1999 ihren ersten historischen Kriminalroman mit dem Titel „Der Tod des Maßschneiders“. Nach diesem Exkurs in die Fiktion wandte sich Hilal Sezgin dem Sachbuch zu und veröffentlichte 2006 zum Beispiel das Buch „Typisch Türkin?“, in dem sie eine neue Generation ihrer türkischstämmigen deutschen Mitbürgerinnen vorstellt, die eigene Werte und Vorstellungen hat. Für ihren Text „Leben zwischen dort und hier“ erhielt Sezgin 2005 den Nachwuchspreis des  Journalistinnenbundes. Darin thematisierte sie Zwangsverheiratung, Gewalt und Prostitution in einer Zuwandererfamilie. Ähnliche Texte können auch in dem Sammelwerk „Das Manifest der Vielen“ nachgelesen werden, das Sezgin 2011 als Herausgeberin veröffentlichte. „Landleben: Von einer, die raus zog“ erschien ebenfalls 2011 und ist Sezgins erstes autobiographisch geprägtes Buch. Voller Humor und Begeisterung schildert sie darin ihr neues Leben auf dem Land, weit ab vom Großstadttrubel und im Einklang mit den Jahreszeiten und der Natur.

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