William Shakespeare

William Shakespeare war der erfolgreichste Dramatiker aller Zeiten.„Nach Gott hat Shakespeare am meisten geschaffen“, sagte Alexandre Dumas nicht umsonst über Shakespeare. Dumas war selbst ein äußerst produktiver Schriftsteller, doch auch er musste das akzeptieren, was alle Autoren nach Shakespeare wohl oder übel akzeptieren müssen: „Man kann diesen Engländer nicht übertreffen“ (DIE ZEIT). William Shakespeare (1564 – 1616) gehört zu den bedeutendsten und meist aufgeführten Dramatikern der Weltliteratur. Wie kein anderer wird Shakespeare noch heute um seine Verdienste für die englische Literatur gelobt. Viele seiner Werke gehören zum Lesekanon und werden als Pflichtlektüre in der Schule behandelt. Zahllose Verfilmungen seiner Dramen und die ständigen Neuinszenierungen seiner Theaterstücke beweisen, wie aktuell seine Themen noch heute sind und wie nachhaltig Shakespeare die Weltliteratur beeinflusst hat. Werke wie „Romeo und Julia“, „Hamlet“ und „Was ihr wollt“ erfreuen sich noch heute überall auf der Welt größter Beliebtheit, die nicht zuletzt ihrer Universalität geschuldet ist.

Unter Shakespeares kundigen Händen verloren sie ihre örtliche und zeitliche Beschränkung. Sie wurden „pralle, störrische Komplexität, ein über jeden dramatischen Plan hinausschießender, zweckfreier Lebensübermut.“ Shakespeare war, „auf engstem semantischem Raum, ein Entfesselungskünstler der verbotenen Wahrheiten“, dessen Texte hinter dem Rücken des Lesers ein Eigenleben führten. „Mit jeder Lektüre entdeckt man neue Feinheiten; seine Dialoge stülpen beim Wiederlesen, wie Kippfiguren, ihren Sinn immer wieder um.“ (DIE ZEIT) Der Schauspieler Kenneth Branagh, der sich noch immer sehr lebendig an die ersten Shakespeare-Aufführungen erinnert, die er im Alter zwischen 13 und den frühen Zwanzigern sah, und der später selbst voller Leidenschaft in den Stücken Shakespeares spielte (u.a. als Hamlet), drückte es so aus: „Shakespeare hält der Natur den Spiegel vor. Es liegt in der Natur des Menschen, überraschend zu sein, widersprüchlich, oft enttäuschend. Shakespeares Charaktere und Stücke erlauben uns, das zu erkennen – und wie viel Traurigkeit in der Welt ist. Wir sehen Shakespeare und verstehen, dass wir nicht alleine sind mit unseren Enttäuschungen. Bei ihm findet sich alles, was den Menschen ausmacht. Er ist, auf umfassende Weise, wir.“ (Kenneth Branagh in der ZEIT-Sonderausgabe zum 450. Geburtstag von Shakespeare)

Insgesamt 38 Dramen entstammen der Feder des Theaterautors, Lyrikers und Schauspielers aus dem englischen Stratford-upon-Avon. Über die frühen Jahre des Dichters ist nur relativ wenig bekannt. Lediglich die Hochzeit mit Anna Hathaway und die Geburten ihrer gemeinsamen Kinder sind vermerkt. Die Jahre zwischen 1564 und 1592 werden von der Shakespeare-Forschung deshalb als die „verlorenen Jahre“ bezeichnet. Viele Legenden ranken sich um diesen Lebensabschnitt des großen Dramatikers, keine von ihnen konnte jedoch bis heute bestätigt werden. 2013 veröffentlichte die Universität von Aberystwyth in Wales erstaunliche Erkenntnisse, die vielen Shakespeare-Verehrern wohl schwer im Magen liegen dürften. Demzufolge war Shakespeare nicht jener romantisch verklärte, verarmte Schriftsteller, wie wir ihn heute gerne sehen möchten, sondern ein reicher Immobilienbesitzer und ein skrupelloser Geschäftsmann. Bislang habe man diese Seite des Schriftstellers, „vielleicht aus Snobismus“, wie Jayne Archer, Dozentin für die Literatur des Mittelalters in Aberystwyth, zu bedenken gibt, unter den Tisch fallen lassen. Man habe nicht akzeptieren können, "dass ein kreatives Genie auch von Eigeninteresse geleitet wird", sagte sie gegenüber dem Magazin Spiegel. Den Forschungen der walisischen Universität zufolge wurde Shakespeare mehrfach wegen Steuerflucht gesucht und 1598 wegen unerlaubter Getreideverknappung strafrechtlich verfolgt. Shakespeare habe in einer Zeit, in der die so genannte „Kleine Eiszeit“ europaweit für Hunger sorgte, Lebensmittel gehortet und damit gehandelt.

Diese Erkenntnisse werfen ein ganz neues Licht auf William Shakespease und erhellen jene Phase, für die es so gut wie keine schriftlichen Zeugnisse über ihn gibt. Erst ab 1592 weiß man dann mit Sicherheit, dass sich Shakespeare in London aufhielt und sich bereits als Dichter betätigte. Das erste Dokument, das dies belegt, stammt von seinem Neider Robert Greene, der Shakespeare als „Emporkömmling“ bezeichnete, der sich Dinge anmaße, die ihm nicht zustünden. Shakespeare agierte als Schauspieler in einer Theatergruppe, für die er auch Stücke schrieb. Er war später auch Mitbesitzer des Londoner Globe Theaters, was ihm Ansehen und Wohlstand brachte und Raum bot, seine eigenen Stücke aufzuführen. Noch heute zieht das nachgebaute Globe Theater in London jährlich tausende Touristen an, die die einstige Wirkungsstätte von Shakespeare besuchen wollen.

Den Tagebuchaufzeichnungen seines Theaterunternehmers zufolge waren Shakespeares Stücke außerordentlich erfolgreich. Zu den Werken, die in dieser sehr produktiven Phase aufgeführt wurden, zählen „Hamlet“, „König Lear“ und „Heinrich IV.“. Als das Theater wegen einer Pest-Welle vorübergehend geschlossen wurde, schrieb Shakespeare Gedichte und Sonnette. Nach zahlreichen höchst produktiven Jahren kehrte er 46-jährig nach Stratford-upon-Avon zu seiner Frau zurück, beteiligte sich an einigen Theaterproduktionen und starb im Alter von 52 Jahren, vermutlich an einer Typhus-Erkrankung. Um sein Leben und Sterben ranken sich bis heute zahllose Mythen und Gerüchte. So soll Shakespeare gar nicht selbst der Verfasser seiner Stücke gewesen sein sondern der Name lediglich das Pseudonym seines ärgsten Konkurrenten Christopher Marlowe, als es für diesen zu gefährlich wurde, unter seinem eigenen Namen zu veröffentlichen. Die so genannten „Antistratfordianer“ der Shakespeare-Forschung gehen davon aus, dass kein Mann von niedriger Bildung aus der Provinz diese Texte verfasst haben könne. Als weiteres Indiz wird angeführt, dass kaum eine Originalhandschrift von Shakespeares Werken erhalten ist. Lediglich vierzehn Worte, die er mit eigener Hand geschrieben haben soll, haben ihren Weg in unsere Zeit gefunden. Als möglicher Verfasser der Werke Shakespeares wird häufig auch Francis Bacon genannt bzw. eine größere Gruppe von Dichtern, zu der auch Bacon gehört haben könnte. Lesen Sie hier mehr über das ewige Rätsel um William Shakespeare.

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