Rebecca Skloot

Rebecca Skloots Debütroman "Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks" ist ein Opus Magnum. Über zehn Jahre forschte die Wissenschaftsjournalistin unermüdlich, um jeden jemals veröffentlichten Zeitungsartikel und wissenschaftlichen Aufsatz zu finden, der mit den so genannten HeLa-Zellen zu tun hatte. Sie erwies sich als noch hartnäckiger bei der Recherche im persönlichen Umfeld der Spenderin der HeLa-Zellen, einer 1951 verstorbenen Afroamerikanerin namens Henrietta Lacks. Henriettas Nachfahren, häufig von Journalisten ausgenutzt und von windigen Anwälten übers Ohr gehauen, standen ihr zu Beginn der Arbeiten am Buch 27-Jährigen Rebecca Skloot äußerst skeptisch gegenüber. Skloot aber blieb hartnäckig, besuchte Familienfeste, sprach mit Nachbarn, hielt Wutausbrüchen und Stimmungsschwankungen der Lacks stand und erarbeitete sich Stück für Stück das Vertrauen der Familie. Professor Dr. Harald zur Hausen, Nobelpreisträger für Medizin, drückt es so aus: "Das Bemerkenswerte an diesem Buch ist das Engagement und die persönliche Anteilnahme der Verfasserin, die in packender Weise die Geschichte dieser Zelllinie und von Henrietta Lacks und ihren Angehörigen darstellt." Wie die Wissenschaftsjournalistin, deren Artikel unter anderem im New York Times Magazin und im Discover Magazine veröffentlicht wurden, im Buch erklärt, erfuhr sie zuerst als 16-jährige im Biologie-Unterricht von den HeLa-Zellen. Schon damals fragte sie sich, ob das schon die ganze Geschichte gewesen sei, nachdem ihr Lehrer grob den Hintergrund der HeLa-Zellen beleuchtet hatte. Nach ihrem Studium der Biologie und des kreativen Schreibens widmete sich Rebecca Skloot der Recherche für "Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks", das von über 60 führenden amerikanischen Medien als "Bestes Buch 2010" gekürt wurde, darunter auch von der New York Times und der Entertainment Weekly. Ein voller Erfolg, der in 25 Sprachen übersetzt wurde und vom Sender HBO verfilmt wird - produziert von der berühmten amerikanischen Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey. Rebecca Skloot ist Gründerin und Vorsitzende der Henrietta Lacks Stiftung, die einen Stipendienfonds für die Nachkommen von Henrietta Lacks betreibt. Die Autorin lebt in Chicago, zieht sich aber regelmäßig zum Schreiben in die Berge West Virginias zurück, wo sie häufig streunende Tiere aufliest und sie gesund pflegt. Da verwundert es auch nicht, dass sie momentan an einem neuen Buch über die Bindung zwischen Mensch und Tier arbeitet. Wenn Rebecca Skloot keine Sachbücher schreibt, strickt sie für ihr Leben gern.

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