Robin Sloan

Robin Sloan (Jahrgang 1979) machte erstmals 2014 von sich Reden, als er seinen Debüt-Roman „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ veröffentlichte. Das Thema – eine rätselhafte Buchhandlung, in der sich der junge Held Clay aufmacht, um ein uraltes Geheimnis zu lösen – ist nicht unbedingt das, was man von einem Mann, der für diverse Onlineplattformen – darunter auch Twitter – gearbeitet hat, erwarten würde. Doch Robin Sloan wagt und schafft einen Spagat zwischen der uralten, geheimnisvollen Welt der Bücher und den Hochglanztechnologien von Google und Co. Für Robin Sloan scheinen beide nur zwei Seiten derselben Medaille zu sein. Ein Rätsel, das seit Jahrhunderten in Büchern weitergereicht wird, kann hier von Googles Superscannern gelöst werden (oder eben auch nicht). Darin besteht scheinbar kein Widerspruch. So spricht der Debüt-Roman von Robin Sloan, der an der Michigan State University Wirtschaftswissenschaften studiert hat und inzwischen an seinem zweiten Roman arbeitet, eine recht breite Zielgruppe – vom Buchliebhaber bis hin zum Technik-Nerd, vom Fantasy-Fan bis hin zum Facebook-User – an. Manchmal hat man das Gefühl, dass Sloans Liebe zur modernen Technik ein bisschen mit ihm durchgeht, wenn er die Wunder beschreibt, an denen Google derzeit arbeitet und auf manchen Doppelseiten schreit einem das Wort „Google“ allzu oft entgegen, doch Robin Sloan findet immer wieder die Kurve. Das macht „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ zwar nicht zum Meisterwerk und vielleicht auch nicht zu der „bezaubernden Liebeserklärung an die Welt der Bücher“, die die New York Times auf dem Buchrücken verkündet, aber zu einem herrlich liebenswerten Schmöker zum ganz tief Eintauchen und Genießen. Die Figuren und Orte des Buches stehen schon nach wenigen Seiten so plastisch vor einem, dass man fast meint, Clays Freund Neel Shah hätte in unseren Köpfen mit seiner Anatomix-Software experimentiert. In jedem Fall macht es Spaß, sich in der hohen Buchhandlung des Mr. Penumbra einzuigeln und mit Clay an der Lösung des Rätsels zu arbeiten, auch wenn Spannung nur vereinzelt aufkommen will. Dann aber richtig!

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