Marietta Slomka

Marietta Slomka ist das Gesicht des ZDF-heute-journals. © Ingo EspenschiedMarietta Slomka (Jahrgang 1969) moderiert seit 2001 das ZDF-„heute-journal“ und ist damit nicht nur eine der bekanntesten Nachrichtensprecherinnen Deutschlands, sondern auch eine wahre Expertin für das politische Geschehen in der Bundesrepublik. Immer wieder wird sie deshalb auch für andere Medien um Stellungnahme zu politischen Themen gebeten. 2013 veröffentlichte sie ihr Buch „Kanzler, Krise, Kapital: Wie Politik funktioniert“. Hier geht es ihr um die größeren Zusammenhänge, für die in einer Nachrichtensendung keine Zeit bleibt. Allgemein verständlich und sachlich fundiert erklärt Marietta Slomka auf fast 550 Seiten, wie das Räderwerk der Politik funktioniert, und wirft einen spannenden Blick hinter die Kulissen des politischen Tagesgeschäfts. Dass auch sie dafür das eine oder andere nachschlagen musste, gab Slomka im Interview mit dem Magazin „Focus“ gerne zu. Dennoch – oder gerade deshalb – sei es ihr notwendig erschienen, dieses Buch zu schreiben. Sie erklärt: „In meinem Bekanntenkreis höre ich öfter Sätze, die mit „Ich versteh ja nicht so viel von Politik, aber du musst das doch wissen“ beginnen. Und dann schieben die Leute noch hinterher, dass es sicher eine doofe Frage sei. Aber meistens sind das genau die Fragen, die besonders schwer zu beantworten sind – weil sie total gut sind.“ Kurz vor der Bundestagswahl, im August 2013, erschienen, möchte Marietta Slomka ihr Buch als eine Art „Handbuch für Wähler“ verstanden wissen. Sich selbst sieht sie in der Funktion eines Dolmetschers zwischen der zum Teil sehr unverständlichen Sprache der Politiker und den Zuschauern, die zwar die meisten Begriffe kennen, aber die Zusammenhänge gar nicht so schnell erfassen können. Dass ihr das sehr gut gelingt, zeigt zum Beispiel die Auszeichnung mit dem Grimme-Preis. 2009 erhielten Marietta Slomka und Claus Kleber – ebenfalls Moderator des ZDF-„heute-journals“ – die Besondere Ehrung. Als größte Herausforderung sieht es Slomka, dabei auch die jungen Zuschauer zu erreichen. Sie wolle „Lust auf Nachrichten mit Hintergrund“ machen und ihnen erklären, was Nachrichten mit ihrem eigenen Leben zu tun hätten. Des Weiteren unterstützt sie Kleber in seinem Wunsch, das -„heute-journal“ möge noch „wahrer, klarer, mutiger und handwerklich besser“ werden. Selbst in die Politik gehen, das wollte Marietta Slomka jedoch nie. „Nein, ich wollte Politik immer beobachten, aber nicht selber machen. Ich hätte keine Lust, mich auf eine Richtung so festlegen und ostentativ dafür begeistern zu müssen. Ich will die Dinge immer von mehreren Seiten betrachten und auch die Nebenwirkungen analysieren“, sagte sie gegenüber dem Magazin „Focus“. Sie sei in der „beobachtenden, analysierenden und kommentierenden Rolle besser aufgehoben.“ Das besondere Steckenpferd von Mariette Slomka ist die Internationale Politik, die sie – neben der Volkswirtschaftslehre - auch zu ihrem Hauptfach während ihres Studiums an der Universität Köln und im englischen Canterbury machte. Ihre journalistische Laufbahn begann Slomka am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, wo sie für den „Medienspiegel“ zuständig war, und dann bei der Kölnischen Rundschau, wo sie in der Lokal- und Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung arbeitete. Ihr Volontariat absolvierte Marietta Slomka bei der Deutschen Welle in Bonn, Köln und Brüssel. 1998 kam sie dann als Parlamentskorrespondentin in Bonn zum ZDF. Mit dem Umzug der Bundesregierung erfolgte auch ihr Wechsel ins ZDF-Hauptstadtstudio, wo sie sich durch besondere Expertise in der Finanz- und Wirtschaftspolitik hervortat. Seit 2000 moderierte sie das Nachrichtenmagazin „heute nacht“ und kam dann 2001 zum „heute journal“, wo sie Alexander Niemetz als Moderator ablöste. Regelmäßig verlässt Marietta Slomka auch ihren Schreibtisch, um als Reporterin für das „heute-journal“ um die Welt zu reisen. So berichtete sie zum Beispiel anlässlich der EU-Osterweiterung aus Osteuropa und anlässlich der Olympischen Spiele 2008 aus China. Für die Fußball-WM 2010 bereiste sie die verschiedenen Länder Afrikas. Ihre Erlebnisse aus dieser Zeit hielt sie in dem Buch „Mein afrikanisches Tagebuch: Reise durch einen Kontinent im Aufbruch“ fest. Auch für diese dokumentarische journalistische Arbeit wurde Slomka mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Weitere bedeutende Auszeichnungen waren die Goldene Kamera 2001 als „Shooting Star“ und der „Courage-Preis“ 2012, den sie u.a. für ihr Engagement für das Kinderhospiz Bethel erhielt. „Kanzler, Krise, Kapital: Wie Politik funktioniert“ ist das zweite Buch zur politischen Aufklärung von Marietta Slomka. 2009 war bereits der Vorgänger „Kanzler lieben Gummistiefel: So funktioniert Politik“ erschienen.

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