Anne Sonntag

Anne Sonntag (Jahrgang 1982) ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die mit ihrem Bestseller „Eigentlich Liebe“ genau ins Herz ihrer weiblichen Leserschaft getroffen hat. Das war in ihrem Lebenslauf nicht zwingend zu erwarten: Anne Freytag, wie die Autorin mit bürgerlichem Namen heißt, studierte nach ihrer Schulzeit International Management und arbeitete daraufhin einige Zeit in verschiedenen Werbeagenturen, bevor sie nach langen Überlegungen den mutigen Entschluss fasste, sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen.

Bereits während des Studiums hatte sie drei Charaktere im Kopf. Drei junge Frauen, die erwachsen werden wollten. Irgendwann fasste sie dann endlich den Mut, diese Konstellation aufzuschreiben. Ohne Plan, ohne richtige Handlungen. Am Ende wurde aus einer Kurzgeschichte ein Roman mit knapp 800 Taschenbuchseiten. Es entstand „Irgendwo dazwischen“ (2013), der Debütroman, der unter ihrem bürgerlichen Namen, Anne Freytag, erschienen ist.

Inzwischen schreibt sie unter verschiedenen Pseudonymen: Anne Freytag ist für das Reale zuständig. Ihre Geschichten können in München spielen und in der Nachbarwohnung stattfinden. Anne Sonntag wiederum ist die Unterhaltsame, bei der es kribbelt, knistert und lustig zugeht. Ally Taylor hingegen steht für viel Kreativität. Ihr fällt es leicht, mal eben mit ihrer besten Freundin malerische Städtchen an der amerikanischen Ostküste zu erfinden. Klischees sind für Ally nichts Schlimmes, genauso wenig wie Dramen und prickelnde Erotik.

Eine ideale Zeit zum Schreiben gibt es für die Autorin, die unter dem Pseudonym Anne Sonntag mit „Eigentlich Liebe“ Erfolge feierte, nicht. Wenn sie im Schreibrausch ist, ist die Uhrzeit egal. Doch der Schreibfluss ist meistens nachts am stärksten, wenn es ruhig ist. Geschrieben wird an einem Tisch. Ein Alleskönner: An ihm wird gegessen, geredet, gelacht und eben geschrieben. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Autorin kein Arbeitszimmer hat, sondern im Wohnzimmer schreibt. Manchmal werden ihr die eigenen vier Wände aber auch zu eng, dann schnappt sich Anne Sonntag ihren Laptop, setzt sich aufs Rad und schreibt in einem Café um die Ecke. Neben einem freien WLAN locken außerdem noch gutes Essen und viel Inspiration, verrät Anne Sonntag im Interview mit einer Buch-Bloggerin. Ihre Inspiration findet sie vor allem bei Menschen, deren Geschichten und dem Leben selbst. Die Autorin ist neugierig, sie belauscht auch gern mal fremde Gespräche und beobachtet ihre Umgebung genau. Die Zeitung liest sie am liebsten von ihrem Sitz-Nachbarn.

Auch Musik ist ein wichtiger Bestandteil im Leben der Autorin Anne Sonntag. Sie selbst sagt: „Mein Leben und Musik sind wie Siegfried und Roy – wir gehören zusammen.“ Jeder ihrer Romane hat eine eigene Playlist, Lieder, die die Geschichte beeinflusst haben. Mit dieser Playlist am Ende eines Buches sind die Leser eingeladen, beim Lesen die Musik zu hören, die Anne Sonntag beim Schreiben berührt hat. Je näher die Autorin übrigens dem Ende ihrer Bücher kommt, desto schneller wird ihr Schreibfluss. Sobald das Werk dann fertig ist, machen sich Erschöpfung aber auch Erleichterung und Stolz breit. Stolz war sie auch über die erste E-Mail einer ihr unbekannten Leserin, die schrieb, wie viel ihr das Buch bedeutet habe.

Freude macht es der Autorin auch, anderen Menschen eine Freude zu machen und sie zu überraschen, einfach einmal ein Eis essen zu gehen (zu ihren Lieblingssorten gehören Haselnuss und Crema Venezia) oder mit ihrem Freund herumzualbern. Ausflüge, Kino- oder Restaurantbesuche versüßen Anne Sonntag außerdem den Alltag. Zu ihren Lieblingsbüchern gehören „Ein ganzes halbes Jahr“ (2012) von Jojo Moyes, „Der Fänger im Roggen“ (1951) von J. D. Salinger und „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (2012) von John Green. Ihr literarisches Vorbild ist allerdings der Autor Georg Schramm. Wenn Anne Sonntag mit ihm zum Abendessen verabredet wäre, würde sie ihn nichts fragen, sondern ihn wohl nur provozieren, damit seine energische Art zum Vorschein käme.

Große Zukunftspläne habe Anne Sonntag nicht. Sie sei glücklich, wie ihr Leben gerade verläuft: „Ich habe das Leben, das ich mir gewünscht habe“, erzählt sie im Interview mit „Literaturschock“. Im Privatleben hat sie ihr Glück mit ihrem Freund in München gefunden. In der Arbeit geht sie ihren eigenen Weg und findet das, meistens jedenfalls, klasse. Es gebe auch kein Buch, das sie unbedingt schreiben wolle. Anne Sonntag schreibt nämlich nicht nach Plan, sondern nach Gefühl. Manchmal schafft sie es bis zur Zielgeraden, manchmal vegetieren angefangene Romane eine Weile vor sich hin, bevor sie ihren großen Auftritt haben. Und manchmal sterben Ideen. Es ist ein Auf und Ab, aber nie langweilig.

 

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