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Manfred Spitzer

Manfred Spitzer (Jahrgang 1958) ist ein deutscher Psychologe, Psychater und Gründer des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen, das sich auf die Neurodidaktik spezialisiert hat. Sein besonderes Interesse gilt den Lernprozessen. Nach jahrelangen Forschungen kam er zu der Erkenntnis, dass der Mensch zum Lernen geboren sei und gar nicht anders könne, als ein Leben lang zu lernen. Das Gehirn sei darauf ausgerichtet, ständig neue Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Dementsprechend müssten Lernumgebungen geschaffen werden, in denen dieser Anlage Rechnung getragen wird. Manfred Spitzer setzt sich dabei für eine besondere Förderung von Kindern ein. Es sei eben nicht egal, was die Kinder den ganzen Tag täten. Der Erwerb von allgemeinem Wissen sei eine Grundvoraussetzung dafür, damit Kinder überhaupt handeln und begreifen lernen würden. Sein eindringlicher Appell an Eltern und Lehrer: Computer schaden Kindern mehr, als dass sie ihnen nützen. Der zunehmende Konsum von Medien durch Kinder und Jugendliche sei mit Sorge zu betrachten, denn die nur rein oberflächliche Beschäftigung mit Inhalten verhindere ein eigenes, aktives Lernen, das unbedingt notwendig für eine gesunde Entwicklung des Kindes sei. In seinem Buch „Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“, das allgemeine, sehr gegensätzliche Beachtung fand, schreibt Manfred Spitzer: „Wer möchte, dass aus seinen Kindern Mathematiker oder Spezialisten für Informationstechnik werden, der sorge für Fingerspiele statt für Laptops in den Kindergärten. Und wer die Schriftsprache ernst nimmt, der sollte eher für Bleistifte als für Tastaturen plädieren.“ Es sei dementsprechend vollkommen kontraproduktiv alle Schüler mit Notebooks ausstatten zu wollen, wie die Politik dies derzeit anstrebe. Manfred Spitzer zufolge zeugt das „entweder von blankem Unwissen oder skrupellosen kommerziellen Interessen. Denn zahlreiche wissenschaftliche Studien stellten den digitalen Medien als Lernmittel ein miserables Zeugnis aus. Soziale Online-Netzwerke lockten mit virtuellen Freundschaften, doch in Wirklichkeit beeinträchtigten sie das Sozialverhalten und förderten Depressionen.“ In den Bestrebungen zur Digitalisierung an den Schulen sieht Spitzer vor allem die Lobbyarbeit von Medienunternehmen. Vielfach musste er sich dafür den Vorwurf gefallen lassen, er kenne nur den „Import alten Lernens in die aktuellen Medien“ und verstehe nichts vom „Neuen Lernen“ (André Spang, Lehrer in der Kaiserin Augusta Schule in Köln in der taz). In der Stuttgarter Zeitung wird Manfred Spitzer dafür sogar mit Thilo Sarrazin verglichen: „Das „Unerträgliche“ an Manfred Spitzers Buch sei vor allem die voreingenommene Haltung des Autors: „Ich weiß es besser als ihr.“Die Süddeutsche Zeitung ist empört darüber, wie bereitwillig Spitzer „die Ängste und Sehnsüchte verunsicherter Eltern“ bediene. Dennoch ist es sein Buch wert, gelesen zu werden, bietet es doch viele interessante Denkansätze. Dann kann man sich selbst eine Meinung darüber bilden, ob man Manfred Spitzer zustimmen oder es lieber mit seinen Kritikern halten möchte.  

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