Peer Steinbrück

Peer Steinbrück (Jahrgang 1947) ist ein deutscher Spitzenpolitiker der SPD, der zwischen 2005 und 2009 den Bundesvorsitz seiner Partei inne hatte und bei der Bundestagswahl 2013 als Kanzlerkandidat der SPD gegen Angela Merkel antrat. Obwohl ein Nachkomme der bekannten, altehrwürdigen Hamburger Kaufmannsfamilie Delbrück wuchs Steinbrück in bürgerlichen Verhältnissen in einem proletarisch geprägten Viertel der Hansestadt auf. Die Schulzeit war ein Kampf für ihn: Zwei Mal wiederholte er ein Schuljahr, bevor er 1968 die Hochschulreife erwerben konnte.  Ab 1968 absolvierte Steinbrück eine Ausbildung bei der Bundeswehr und studierte anschließend Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Kiel. Seine politische Laufbahn begann er im Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Eine Festanstellung wurde ihm verwehrt, was Steinbrück später darauf zurückführte, dass seine Studentenwohnung 1972 durchsucht worden war, weil man vermutet hatte, dort verstecke sich eine Terroristin der RAF.  1976 kam Peer Steinbrück ins Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, wo seine politische Karriere endlich Fahrt aufnahm. Hier wurde er persönlicher Referent der Minister Hans Matthöfer und Volker Hauff, bevor er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des höheren Dienstes ins Kanzleramt von Helmut Schmidt kam. Helmut Schmidt sollte auch in den nächsten Jahrzehnten Steinbrücks Gönner und Förderer bleiben und ihm schließlich im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 attestieren, der perfekte Kandidat für die SPD zu sein. 1978 kam er nach Ostberlin, wo er in der Abteilung Wirtschaft in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik und als persönlicher Referent für Bundesforschungsminister Andreas von Bülow tätig war. Nach zahlreichen Beschäftigungen in den unterschiedlichsten Ministerien wurde Peer Steinbrück Staatssekretär in Schleswig-Holstein und zog 1993 in den nordrhein-westfälischen Landtag ein.  2002 wurde Peer Steinbrück Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen – und war damit endlich auf dem Weg in die Spitzenpolitik. Zugleich brachte Steinbrück der SPD in NRW, das traditionell rot war, eine der größten Niederlagen in ihrer Geschichte ein: Mit der Wahlniederlage der SPD in NRW 2005 verlor die rot-grüne Koalition die Mehrheit im Landtag. Steinbrück wurde daraufhin von Jürgen Rüttgers als Ministerpräsident abgelöst. Angela Merkel machte Peer Steinbrück dann noch im gleichen Jahr zum Bundesminister der Finanzen, wo ihn die Wirtschaftskrise 2008/09 mit voller Wucht traf. In ihrer Biografie „Steinbrück“ schreiben Eckart Lohse und Markus Wehner, Steinbrück und Kanzlerin Merkel hätten damals die Banken gerettet und Deutschland auf einen Kurs geführt, der Arbeitsplätze sicherte und die Wirtschaft in dieser schwierigen Zeit am Leben hielt. Hatte Steinbrück noch bis September 2008 behauptet, das Bankensystem in Deutschland sei stabil, musste er bald erkennen, dass er sich getäuscht hatte. Auf seine Anweisung hin erhielt die Hypo Real Estate staatliche Garantiezusagen in dreistelliger Milliardenhöhe und einen verzinsten Kredit, für den der Staat haftete. Weitere Bankenhilfen wurden an die SachsenLB, die BayernLB und die Commerzbank vergeben. Darüber hinaus investierte Peer Steinbrück 500 Milliarden Euro in die Gründung der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung. 2009 zog sich Steinbrück vorerst offiziell aus der Spitzenpolitik zurück. Ab Januar 2010 saß er im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp. Parallel dazu schrieb er sein Buch „Unterm Strich“, eine umfassende politische und wirtschaftliche Gegenwartsanalyse. Nur ein Jahr später, 2011, erschien das Buch „Zug um Zug“, in dem Peer Steinbrück mit Altkanzler und Parteigenosse Helmut Schmidt über wichtige Fragen der deutschen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spricht. Entstanden ist ein fundiertes, ehrliches und sehr glaubwürdiges Stück deutscher Zeitgeschichte. Schmidt war es auch, der über Peer Steinbrück sagte, die SPD wäre gut beraten, wenn sie ihn als Kanzlerkandidaten nominiert. Und das tat sie dann auch: Am 1. Oktober 2012 wurde Peer Steinbrück einstimmig zum Kanzlerkandidaten der SPD für die Bundestagswahl 2013 nominiert. Auf dem Sonderparteitag im Dezember 2012 wurde er mit 93,45 % der Stimmen zum Bundeskanzler -Kandidaten gewählt. Er tritt damit als Herausforderer gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel an.

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