Dacre Stoker

Dacre Stoker (1958) ist ein US-amerikanisch-kanadischer Autor und Filmemacher und Urgroßneffe des großen Bram Stokers, der ohne Frage als Vater des modernen Vampirromans gilt. 1897 wurde Bram Stoker mit „Dracula“ berühmt und begründete damit ein Genre, das sich bis heute größter Beliebtheit erfreut. Auch Dacre Stoker ist von Vampiren begeistert und die Idee, eine Fortsetzung des großen Schauerromans zu schreiben, kam ihm schon vor langer Zeit. Stoker wuchs in Montreal auf und war ein erfolgreicher Fünfkämpfer. Ein Mal gelang es ihm sogar, den Weltmeistertitel zu holen. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere trainierte er 1988 das kanadische Fünfkampfteam für die Olympischen Sommerspiele. Sein Entschluss, eine Fortsetzung des Dracula-Romans zu schreiben, wurde dadurch gestärkt, dass es in den USA seit jeher Schwierigkeiten mit dem Copyright für den Klassiker gab. Weil Bram Stoker daran scheiterte, das Copyright für den Roman anzumelden, ist er dort im Prinzip lizenzfrei. Indem Dacre Stoker seine Fortsetzung schrieb (und diese ordnungsgemäß anmeldete), verknüpfte er den Namen Stoker wieder mit der Figur des Dracula. Bestärkt und unterstützt durch seinen Co-Autor Ian Holt schrieb er „Dracula – Die Wiederkehr“. Ihren Text bauten sie basierend auf Bram Stokers handschriftlichen Charakterstudien und Handlungssträngen auf. Darüber hinaus beschäftigte sich Dacre Stoker intensiv mit der Figur des Grafen Dracula. 2011 entstand aus diesem Material ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Dracula meets Stoker“. Über die Qualität der Fortsetzung wird nun viel diskutiert. Während einige enttäuschte Leser meinen, der Roman sei so „dermaßen schlecht, dass man eigentlich sofort den Pfahl zücken sollte“ (Amazon-Bewertung), sind andere Leser sehr positiv überrascht. Wahrscheinlich ist es, wie immer, eine Frage der Perspektive. Wer erwartet, dass Dacre Stoker über das exakt gleiche Talent verfügt wie sein Urgroßonkel, der wird sicher enttäuscht werden, doch wer nach einem rasanten, fesselnden Vampirroman sucht, der wird hier ein kurzweiliges Lesevergnügen finden. Ob man das Buch wirklich als offizielle Fortsetzung bezeichnen sollte, nur weil der Autor mit Bram Stoker verwandt ist, ist allerdings fraglich. Als Einzelwerk eines Fünfkämpfers, der Vampire mag, ist Dacre Stokers Debüt jedoch gelungen.

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