Wolf-Dieter Storl

Der deutsch-amerikanische Kulturanthropologe und Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl (Jahrgang 1942) gilt als einer der führenden Heilpflanzen-Experten. Nachdem er mit seinen Eltern 1954 nach Amerika emigriert war, verbrachte Storl einen Großteil seiner Kindheit in der Wildnis amerikanischer Wälder. Begeistert von den Pflanzen, die er dort entdeckte, wollte er Botanik studieren, brach das Studium an der Ohio State University jedoch nach kurzer Zeit ab, um Völkerkunde zu studieren. Als Kulturanthropologe ist Wolf-Dieter Storl heute besonders am Umgang der verschiedenen Kulturen mit der Natur interessiert. Auf seinen zahlreichen Reisen rund um den Globus wollte er immer wissen, wie die alteingesessenen Völker mit und von der Natur lebten. Ob es die Bauern im Emmental oder die Medizinmänner der Northern Cheyenne waren, spielte dabei für ihn keine Rolle. Aus diesen Erkenntnissen, die Wolf-Dieter Storl in den verschiedensten Ländern dieser Erde gewonnen hat, hat er einen ganz eigenen Ansatz zum Leben im Einklang mit der Natur, zum Leben von dem, was die Natur zu bieten hat, entwickelt. Inzwischen ist Storl seit vielen Jahrzehnten Selbstversorger und ernährt sich außer von wilden Kräutern ausschließlich von dem, was in seinem eigenen Garten gewachsen ist, was er dort mit seinen Händen gepflanzt und gepflegt und schließlich geerntet hat. Als Inspiration dienen ihm dabei die wilde, ursprüngliche Natur, die Wildpflanzen und Tiere. Auf Basis seiner Studien bei den indigenen Völkern Afrikas und Asiens hat Wolf-Dieter Storl so eine ganz eigene Lebensphilosophie entwickelt, die auch die spirituelle Dimension der Pflanzen mit berücksichtigt und auch aus dem reichen Wissensschatz der europäischen Waldvölker, der Kelten, Germanen und Slawen schöpft. Storl ist davon überzeugt, dass der Mensch viel davon lernen kann, wenn er sich auf das Naturwissen der Vorfahren zurück besinnt. In seinen Büchern ist es ihm ein Anliegen, diesen Ansatz zu vermitteln, so zum Beispiel 2007 in seinem Ratgeber „Heilkräuter und Zauberpflanzen: Zwischen Haustür und Gartentor“. Neben einigen autobiographischen Büchern, die Selbstversorgern überall auf der Welt als Inspiration und spirituelle Unterfütterung ihres Lebensstils dienen, hat Wolf-Dieter Storl auch ganz praktische Ratgeber für den Garten geschrieben. In dem Buch „Der Selbstversorger“, das binnen weniger Wochen zum Bestseller avancierte, erzählt er so nicht nur seine eigene, individuelle Selbstversorger-Geschichte, sondern versorgt den ambitionierten Leser auch mit Informationen, Tipps und Anleitungen für den Eigenanbau von Gemüse, für das Sammeln wilder Kräuter, für den wichtigen Aspekt der natürlichen Schädlingsbekämpfung und das Kompostieren. Die Herausforderung des Selbstversorgens liegt, Storl zufolge, vor allem darin, dass es viel Zeit und Platz braucht, alles selbst anzubauen. Wer sich nur von dem ernährt, was in seinem Garten braucht, muss bei jedem Wetter raus in den Garten und sich um seine Pflanzen kümmern – egal, ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint. Er muss sich mit den zahlreichen Schädlingen und Krankheiten herumschlagen, die seine Pflanzen befallen und die ganze Arbeit zunichtemachen können. Und er braucht einen Garten, der etwa die Größe eines Baskettballfeldes hat – etwa 500 Quadratmeter – um eine ganze Familie mit Obst und Gemüse zu versorgen. Das macht es für all diejenigen schwierig bis unmöglich, sich selbst zu versorgen, die in einer Wohnung in der Stadt wohnen. Doch auch hier sind die Selbstversorger findig. In Amerika entsteht gerade ein neuer Trend, der sich Urban Farming nennt. Auf Balkonen, Terrassen, Fensterbrettern und Dachgärten bauen die urbanen Farmer Obst, Gemüse und Kräuter an und verleihen ihrem neuen Bewusstsein für Lebensmittel so Ausdruck. Es sind Menschen wie Wolf-Dieter Storl, die dazu beigetragen haben, dieses neue Bewusstsein zu etablieren. Mit seinem weißen Bart erinnert Storl bei Auftritten in der Öffentlichkeit und auf seinen Buchcovern immer wieder stark an die weisen Alten aus dem fernen Osten. Er scheint tief mit der Natur verwurzelt zu sein und ihren Geheimnissen stets ganz nah auf der Spur. Geboren wurde der Kulturanthropologe und Ethnobiologe in Sachsen, bevor er im Alter von 11 Jahren mit seiner Familie in die USA auswanderte. Er studierte Völkerkunde an der Ohio State University und wurde bald darauf Vollzeitdozent für Soziologie und Anthropologie an der Kent State University. In den folgenden Jahren nahm Wolf-Dieter Storl zahlreiche Lehrstellen an Universitäten in aller Welt an und nutzte die Gelegenheit, möglichst viel zu reisen und vor Ort zu forschen. Aus seinem reichen Wissensschatz können heute all diejenigen schöpfen, die selbst als Selbstversorger für sich und ihre Lieben sorgen wollen. Und auch wenn sein Leben häufig mühsam ist, so kann sich Storl doch kein anderes Leben für sich vorstellen. „Vor allem, weil ihm alles besser schmeckt, wenn er es selbst anbaut und erntet – direkt vom Beet in den Mund.“ (WirtschaftsWoche)

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