Tiziano Terzani
Tiziano Terzani (1938 – 2004) war ein italienischer Journalist und Schriftsteller, der mehr als 30 Jahre lang für das Magazin „Der Spiegel“ aus Asien berichtete. Terzani wuchs in Florenz auf, studierte Jura in Pisa und reiste 1965 während einer Geschäftsreise für den Büromaschinen-Hersteller Olivetti erstmals nach Japan. Begeistert von seinen Erlebnissen in Asien gab er daraufhin seinen Job auf und ging an die New Yorker Columbia University, um Sinologie, also Chinawissenschaften, zu studieren. 1971 zog er für den „Spiegel“ und die italienische Zeitung Corriere della Sera nach Singapur. Schnell wurde Terzani zu einem der angesehensten westlichen Journalisten im fernen Osten. Hier setzte er sich nicht nur mit historischen und politischen Themen intensiv auseinander, er wagte auch die Annäherung an die spirituellen Aspekte Asiens. 1984 wurde er aus Peking ausgewiesen, nachdem er auch nach der Machtübernahme der Kommunisten das Land nicht verlassen und weiterhin über die Ereignisse berichtet hatte. Asien verließ er jedoch nicht. Er ließ sich daraufhin in New Dehli nieder und bereiste die Länder des Kontinents von dort aus. Sein bekanntestes Buch ist die Reiseerzählung „Fliegen ohne Flügel: Eine Reise zu Asiens Mysterien“ (1995), in dem er ein Jahr lang Asien ohne Flugzeuge bereiste, um der Warnung eines chinesischen Wahrsagers, er würde im Jahr 1993 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen, zu entsprechen. Seine letzte große Reise hielt er in dem Buch „Noch eine Runde auf dem Karussell“ fest. Dann erkrankte Terzani an Krebs. Seinen Umgang mit dem bevorstehenden Tod verarbeitete er in dem Buch „Das Ende ist mein Anfang“, das er gemeinsam mit seinem Sohn schrieb. Es wurde 2010 verfilmt. 2004 verstarb Tiziano Terzani im italienischen Pistoia.



