Varta

Auf den ersten Blick ist nicht unbedingt ersichtlich, warum der deutsche Batteriekonzern Varta einen Hotel- und Restaurantführer herausgibt. Dennoch ist der Varta-Führer der meistverkaufte Gastroführer Deutschlands. Seit 1957 erscheint der Hotel- und Restaurantführer „im Auftrag der Varta Accumulatoren-Fabrik, Frankfurt“ jährlich. Varta fungierte hier also als Initiator und nutzte den Gastroführer als Werbemaßnahme. Zum damaligen Zeitpunkt gab es in Deutschland keine Konkurrenz zum Varta-Führer, denn der Guide Michelin brachte erst 1964 erstmalig eine deutsche Ausgabe heraus. Von seinen Konkurrenten Guide Michelin und Gault Millau – Ersterer wird zum Beispiel auch von einem Reifenhersteller herausgegeben – unterscheidet sich der Varta Führer dadurch, dass er sich nicht nur für die Spitzengastronomie und –Hotellerie interessiert, sondern vielmehr ein breites Spektrum an Hotels und Restaurants für jedermann anbieten möchte. Und so hat sich der Varta-Führer inzwischen einen Namen als nützliches Nachschlagewerk für Hotels und Restaurants gemacht. Die Kristalle, die dabei in der Bewertung von Varta vergeben werden, sind dabei vielleicht nicht ganz so renommiert, wie die Sterne des Guide Michelin oder die Hauben des Gault Millau, doch Kenner wissen die Offenheit und die Qualität des Varta-Führers sehr zu schätzen. Als Tester für den Restaurantführer fungieren heute fest angestellte Küchenmeister und Hotelbetriebswirte mit Berufserfahrung in leitenden Positionen in allen Bereichen der Gastronomie und Hotelerie. Sie gehen anonym in die Betriebe, die von der Redaktion ausgewählt wurden. Das können Betriebe sein, die in der Tageszeitungen und der Fachpresse gelobt wurden oder die sich um eine Bewertung im Varta-Führer beworben haben. Ob ein Haus aufgenommen wird oder nicht, entscheidet aber die Varta-Redaktion ganz allein. Als der Varta-Führer in den 1960er Jahren seine Arbeit begann, sah das noch ganz anders aus. Damals beschäftigte die Redaktion nur einen einzelnen reisenden Hotelprüfer und stützte sich sonst auf die auf Dienstreisen gewonnenen Eindrücke von 125 Mitarbeitern der zur Varta AG gehörenden Quandt-Gruppe. Dafür erhielten die Mitarbeiter immerhin eine Prämie von 500 D-Mark jährlich. Varta war vor allem deshalb bereit, in den Führer zu investieren, weil man glaubte, die Leute wären gern bereit, für einen zuverlässigen Reiseführer einen günstigen Preis zu bezahlen – ohne sich dabei an der mit dem Namen verbundenen Werbung zu stören. Die Rechnung ging auf: Bis heute ist das Konzept des Varta-Führers ein Erfolg. 2012, im 56. Erscheinungsjahr des Gastronomieführers, erschien der Varta-Führer auch erstmals als E-Book. Bestellen Sie jetzt den aktuellen Varta-Führer Deutschland 2013.

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