Christine Vogeley

Christine Vogeley schreibt wunderbare Frauenromane für jedes Alter. © Magali Fuhs-BalsterSie sei verheiratet, schreibt Christine Vogeley auf ihrer Website: mit „[ihrem] Mann und mit dem Schreiben.“ Ein Glück für deutsche Leserinnen, die von Frauenromanen gar nicht genug bekommen können. Frauen jeder Altersgruppe übrigens, denn Christine Vogeley hat eine ganz besondere Art zu schreiben, die verschiedenste Menschen gleichermaßen anspricht. Vielleicht weil sie in ihren Büchern immer auch etwas elementar Menschliches – oder sollte man sagen „elementar Weibliches“? – anspricht. In ihrer Vita scheint es fast, als schriebe Vogeley das ihrer Schulbildung in einem „veritablen Kloster am Rheinufer“ zu, wo sie gelernt habe, „was echte Güte ist und was kalte Boshaftigkeit, wie sich Freundschaft anfühlt und Verrat und wie man Knopflöcher näht und Hohlsaum.“ Im Anschluss an die Schule studierte Vogeley Kunst und Romanistik und probierte viel aus, wobei sie immer mit Sprache und Stimme arbeitete. So schrieb sie zum Beispiel mit dem Komponisten Rainer Bielfeldt und der Liedtexterin Edith Jeske ein Libretto für ein Musical und stand als Sängerin und Kabarettistin auf der Bühne und vor der Kamera.

Schon als Kind habe sie, so schreibt sie, „Wörter wie ‚Quallmänncher‘, ‚Fisternöllsche‘ oder ‚Prummetaat‘“ gesammelt, „so wie andere Kinder Fußballbildchen.“ Diese Liebe für Sprache und Wörter ist ihr bis heute erhalten geblieben. Gott sei Dank, wie ihre Leserinnen denken dürften. Schon ihr erster Roman „Liebe, Tod und viele Kalorien“ (1998) lässt das erkennen. So richtig bekannt wurde Christine Vogeley aber erst mit ihren Frauenromanen „Sternschnuppensommer“ (2004) und „Dritte Sonnenblume links“ (2005). Letzterer war unter dem Titel „Bleib bei mir“ auch im Fernsehen zu sehen. 2014 gelang ihr mit „Die Liebe zu so ziemlich allem“ ein ganz besonderer Roman, bevölkert von wunderbaren Menschen, die alle einen Blick für die Schönheit im Detail haben. Die Figuren, die Vogeley in einem fiktiven Ort mit einem fiktiven berühmten Museum angesiedelt hat, sind nicht wie die meisten anderen Menschen: Sie haben ein Gespür für das Besondere im Alltäglichen. Darin sind sie August Gayette ähnlich, der diesem Ort vor Jahrzehnten ein ungewöhnliches Museum schenkte, in dem Armbänder aus dem Kaugummiautomaten neben etruskischem Schmuck liegen und Kinderzeichnungen neben eindrucksvollen Gemälden hängen. Gayette ging es darum, stets achtsam zu bleiben, das Schöne zu würdigen, egal in welcher Form es sich zeigte, und Zusammenhänge herzustellen.

Noch heute führt das Museum, mit der Kuratorin Carlotta Gayette, diese Tradition fort. Als Urenkelin des Stifters fühlt sie sich seiner Idee verpflichtet - wie auch ihr Onkel, ihre Tochter, ihre Freunde und überhaupt der ganze Ort. Und wie der Schwede Gösta Johansson, der dem Museum ein Gemälde seines Urgroßvaters als Leihgabe überbringen will, sich dabei aber in Carlotta verliebt und die heile Welt in dem kleinen Ort gehörig auf den Kopf stellt. All das macht beim Lesen so viel Spaß, dass man „Die Liebe zu so ziemlich allem“ gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Das Buch von Christine Vogeley ist ein Schmöker im besten Sinne des Wortes, ein Buch zum Genießen und Entspannen, zum Träumen und Sehnen. Ein echter Lesegenuss eben!

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