Benjamin von Stuckrad-Barre

Benjamin von Stuckrad-Barre setzt in seinen Büchern auf persönliche Erfahrungen. @ Julia ZimmermannBenjamin von Stuckrad-Barre (Jahrgang 1975) gilt als einer der führenden deutschen Autoren der Popliteratur. Aufgewachsen als Pfarrerssohn unter einem Diktat des Verzichts, schienen ihm die Lieder Udo Lindenbergs ein verlockender Zugang zu einer neuen, bunteren Welt. Nach dem Studium der Germanistik arbeitete er für den Rolling Stone und als Gagschreiber der Harald-Schmidt-Show.

Der Erfolg kam früh – vielleicht zu früh. Seit sein Debütroman „Soloalbum“ 2003 mit Matthias Schweighöfer und Nora Tschirner verfilmt wurde, gibt es für Benjamin von Stuckrad-Barre kein Halten mehr. Seitdem hat Stuckrad-Barre zahlreiche weitere Bücher veröffentlicht, die der modernen, deutschen Popliteratur zuzuordnen sind. Darunter: „Livealbum“, „Soloalbum“, „Blackbox“ und „Auch Deutsche unter den Opfern“. Fiktion ist das nie; im Zentrum jedes Buches steht der Autor selbst.

Einige Zeit lebte er  in Hamburg, Köln und Zürich, bevor er nach Berlin zurückkehrte. Als Fernsehmoderator (u.a. Stuckrad Late Night auf ZDFneo) und Autor für B.Z., Welt und Welt am Sonntag sowie für den Rolling Stone bleibt er präsent. Mit Helmut Dietl erarbeitete er gemeinsam mit Michael „Bully“ Herbig das viel kritisierte Drehbuch für den Film „Zettl“ (2012).

Für besonderes Medieninteresse sorgte Stuckrad-Barres exzessiver Drogenkonsum. In der 2004 veröffentlichten Dokumentation „Rausch und Ruhm“ ließ sich der Autor deshalb von Herlinde Koelbl bei seinem Entzug filmen. Die Dokumentation zeigt den körperlichen wie seelischen Verfall von Stuckrad-Barre und sehr private und intime Momente dieser schweren Zeit. Als seinen großen Retter in dieser Zeit gibt Stuckrad-Barre heute Udo Lindenberg an – was als reine Heldenverehrung in Stuckrad-Barres Kindheit begann, ist um die Jahrtausendwende zu einer engen Freundschaft geworden.

Drogensucht, war da was? Ach was, überwunden, stärker geworden, jetzt alles neu und verbessert, Stuckrad-Barre 2.0. … dass das nun eben nicht so einfach ist, schildert Benjamin von Stuckrad-Barre schonungslos 2016 in seinem autobiographischen, hoch gelobten Buch "Panikherz".  

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