Abtauchen in eine andere Welt

 

Was haben „Harry Potter“, „Tintenwelt“, Bartimäus, „Eragon“ und „Die Tribute von Panem“ gemeinsam? Genau, sie gehören nicht nur zu den beliebtesten Fantasy-Romanen aller Zeiten, sie lassen uns auch in eine fremde Welt eintauchen, die mit der unseren nur sehr wenig zu tun hat. Gesetze, die hier gelten, spielen in Fantasy-Romanen keine Rolle und aus Träumen wird für die Dauer eines Buches Wirklichkeit. Da gibt es Magie, da gibt es Helden, da gibt es unerwartete Wendungen und eine Menge Phantasie – eben all jene Zutaten, die einen guten Roman ausmachen!

 

Mit Fantasy-Romanen in fremde Welten eintauchen


Während viele moderne Romane in unserer Gegenwart verwurzelt sind und uns Seite für Seite Dinge begegnen, die wir aus dem alltäglichen Leben kennen, entführen uns Fantasy-Romane in eine Welt, in der es viel Aufregendes zu entdecken gibt. Wer würde nicht gerne einmal staunenden Auges durch Harry Potters Winkelgasse laufen und sich im Fach Zaubertränke ausprobieren?

 

Wer würde nicht  gerne durch Mittelerde reisen, in Bruchtal mit den Elfen leben und im Auenland mit den Hobbits das eine oder andere Bierglas leeren? Wer hat nicht einmal davon geträumt, einen Dschinn wie Bartimäus befehligen zu können (obwohl sich dieser ja als äußerst widerspenstig erwiesen hat…) oder einen Drachen zu zähmen? Wer hat noch nie davon geträumt, in ein Buch eintauchen und ganz mit der Geschichte verschmelzen zu können, ganz so wie es Bastian in „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende kann? Gerade bei Fantasy-Romanen ist der Drang danach für viele Leser ganz groß.

 

Die Geschichte der Fantasy-Romane


Dabei sind Fantasy-Romane keine Neuerfindung von J.R.R. Tolkien oder gar von J.K. Rowling, der Autorin von „Harry Potter“. Bei weitem nicht, denn die phantastische Literatur gibt es bereits seit der Antike. Alte Sagen und Heldenepen – wie die Ilias, das Nibelungenlied oder die Artus-Romane – thematisierten bereits Magier, Drachen, phantastische Geschöpfe und Götter. Viel von dem, was wir heute in modernen Fantasy-Romanen finden, war schon damals sehr beliebt und weit verbreitet. Einige moderne Romanautoren greifen sogar direkt auf diesen Sagen-Fundus zurück und verweben uralte Mythen und Legenden zu modernen Fantasy-Romanen, die uns noch heute faszinieren. Nachdem vorwiegend religiöse Texte dann das heidnische Phantastik-Genre über Jahrhunderte hinweg verdrängt hatten, kehrte die Begeisterung für das Phantastische in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück. In der Romantik dann fuhren Autoren wie E.T.A. Hoffmann und Edgar Allan Poe das gesamte Repertoire der Phantastik auf. Schauer- und Abenteuerromane, Vampirgeschichten und frühe Science-Fiction-Literatur überschwemmten den Buchmarkt im 19. Jahrhundert.

 

 

Fantasy-Romane – eine unendliche Geschichte

 

Erst im 20. Jahrhundert jedoch – mit dem Erscheinen von Tolkiens „Herr der Ringe“ – wurde die Phantastik ein eigenes Literaturgenre. Tolkien inspiriert Fantasy-Autoren bis heute und seine mittelalterlich angehauchte Fantasy-Welt Mittelerde stand schon für viele andere Welten Pate. Das Genre der Fantasy-Romane wurde im letzten Jahrhundert vor allem von Autoren wie C.S. Lewis („Die Chroniken von Narnia“), Marion Zimmer Bradley („Die Nebel von Avalon“) Stephen R. Donaldson („Die Chroniken von Thomas Covenant“) und Terry Brooks (der „Shannara“-Zyklus) beeinflusst.

 

Den entscheidenden Boom erfuhr das Fantasy-Genre dann mit den „Harry Potter“-Romanen und der Verfilmung der „Herr der Ringe“-Romane durch Peter Jackson. Seitdem führen Bücher aus der Gattung der Fantasy-Romane regelmäßig die Bestseller-Listen an, inspirieren Rollen- und PC-Spiele und feiern als Kinoverfilmungen Kassenerfolge. Jüngstes Beispiel dafür sind die Serie „Die Tribute von Panem“ und die „Bis(s)“-Reihe von Stephenie Meyer.

 

Inzwischen platzt die literarische Gattung aus allen Nähten und ist in zahllose Unter- und Unteruntergattungen zersplittert. Auch die Science-Fiction- und Horrorliteratur wird nicht selten zum Genre dazu gezählt, ebenso wie Zeitreisegeschichten (z.B. die Highland-Romane von Diana Gabaldon oder „Die Frau des Zeitreisenden“ von Audrey Niffenegger), Kunstmärchen, Animal Fantasy, Vampirromane, pseudohistorische Romane (z.B. die Avalon-Serie von Marion Zimmer Bradley) und die humoristische Fantasy (z.B. die Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett). Im Genre der Fantasy-Romane ist also für jeden Geschmack etwas dabei – egal, ob es um tapfere Helden, schöne Mädchen, attraktive Vampire, üble Schurken oder gefährliche Monster gehen soll, oder ob man Lust auf eine Romanze oder lieber doch auf eine Schauergeschichte hat.

 

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