Beziehungsratgeber für die moderne Liebe

 

älteres Paar glücklich mit BeziehungsratgeberAls unsere Großeltern jung waren, da fand man einen Partner, heiratete, gründete eine Familie, bekam Kinder, ging gemeinsam durch Dick und Dünn, wurde alt und blieb zusammen, bis man starb. Ob man in dieser Beziehung glücklich war oder nicht, spielte nur eine untergeordnete Rolle. An so etwas wie Beziehungsratgeber hätte damals niemand gedacht. Die Ehe war auch – und vor allem – eine Gemeinschaft, innerhalb derer man sich unterstützte, für den Anderen sorgte, ihn versorgte und in der jeder seinen Teil dazu beitrug, die Familie am Leben zu erhalten. Eine langfristige Beziehung bedeutete existenzielle Sicherheit.

 

Doch wer braucht das heute noch? Wer sucht eine Beziehung, um finanziell abgesichert zu sein, um versorgt zu werden? Beziehungen müssen heute ganz anderen Anforderungen genügen. Wir sind anspruchsvoller. Es reicht uns nicht, dass da irgendjemand ist, denn wir können jederzeit gehen. Wir sind die Generation, die sich nicht mehr festlegen möchte und die schon zögert, wenn sie einen Zweijahresvertrag für ein Handy abschließen soll. Wie könnten wir uns da auf eine lebenslange Beziehung festlegen? Wir stellen ständig alles in Frage – auch unsere Beziehungen. Und wenn sie nicht mehr ganz genau unseren Vorstellungen entspricht und sich, auch mit Hilfe eines Beziehungsratgebers, nicht mehr kitten lässt, dann gehen wir. Das „bis das der Tod uns scheidet“ ist ein „bis wir entscheiden, dass es nicht mehr geht“ geworden.

 

Scheidungskinder und Beziehungsratgeber



Wir brauchen aber nicht deshalb heute mehr Beziehungsratgeber, weil Beziehungen komplexer geworden sind und mehr Schwierigkeiten auftreten, als zu Großmutters Zeiten, sondern weil wir kritischer sind. Wir nehmen nichts mehr hin, sehen nicht mehr über Sachen hinweg. Wir wollen die perfekte Beziehung mit dem perfekten Partner, an dem wir nichts auszusetzen haben – und wenn wir das nicht von unserem gegenwärtigen Partner bekommen, dann vielleicht vom nächsten. Wir individualisieren jeden Teilbereich unseres Lebens und sind nur selten bereit, Kompromisse zu machen. Und Beziehungen sind für die heute 20- bis 30-Jährigen der letzte Ort, um mit dem Kompromisse machen anzufangen. Doch bevor wir gehen, wollen wir sehen, wie weit wir die Beziehung in das verwandeln können, was wir uns von ihr wünschen. Vermutlich ist das das, was von den romantischen Idealen unserer Kindheit noch übrig geblieben ist. Denn in uns allen schlummert dennoch die winzige Hoffnung, dass es diesmal anders sein könnte: Dass wir aller Vernunft und wider besseren Wissens diesmal den Richtigen oder die Richtige getroffen haben, mit dem oder der wir bis ans Ende unseres Lebens glücklich bleiben könnten. Bei aller Unabhängigkeit und bei allem Pragmatismus sind wir nämlich trotzdem romantische Träumer. Die Vorstellung von Liebe, die die Disney-Filme unserer Kindheit in unsere Köpfe eingebrannt hat, lässt sich nicht so einfach auslöschen.

 

Und hier kommen die Beziehungsratgeber ins Spiel. Wir sind die erste Generation der Scheidungskinder. Unsere Eltern, die heute zwischen 50 und 60 Jahre alt sind, sind die erste Generation Eheleute, für die ein Eheversprechen nicht mehr in Stein gemeißelt ist. Als Scheidungskinder wissen viele von uns nicht, wie eine intakte Familie funktioniert, was es bedeutet, als Paar durch Dick und Dünn zu gehen, Schwierigkeiten zu meisten und einander bei zu stehen, auch wenn es schwierig wird. Das verunsichert. Was heißt es also, wenn es in meiner Beziehung mal stürmisch wird? Wie reagiere ich? Was bedeutet es, dass ich mich danach fühle, mich zeitweise von meinem Partner zurückzuziehen? Das alles fragen wir uns – und das alles fragen wir Beziehungsratgeber. Denn die Eltern, deren Beziehung gescheitert ist, scheinen die letzten Menschen auf der Erde zu sein, die wir in so einer Situation um Rat fragen würden. Wir wollen die Ratschläge von jemandem hören, der sich damit auskennt, von einem Experten. Wir gehen ja auch nicht zum Hausarzt, wenn wir eine Hirn-OP vornehmen lassen wollen.

 

Beziehungsratgeber schaffen Vertrauen


junges Paar glücklich mit BeziehungsratgeberIn einer Zeit der Spezialisierungen lässt man eben nicht irgendjemanden an der eigenen Beziehung herumdoktern. Und allein die Tatsache, dass jemand einen Beziehungsratgeber veröffentlicht hat, macht ihn auf den ersten Blick zu einer Koryphäe auf dem Gebiet. Auf ihn und seine Tipps und Ratschläge können wir uns verlassen. Wir sind in sicheren Händen; das Schiff läuft aus der stürmischen See in den Hafen. Und tatsächlich: Wir finden uns auf den Seiten der Beziehungsratgeber wieder. Viele der geschilderten Situationen haben wir so oder so ähnlich in unserer Beziehung erlebt, so vieles kommt uns bekannt vor. Wir fühlen uns verstanden, sind nicht mehr allein mit der Unsicherheit. Wir stellen fest, dass das, was uns bis eben noch unüberwindbar erschien, gar kein Grund ist, sofort die Taschen zu packen und die Beziehung zu beenden. Wir sehen, man kann an den Dingen arbeiten, wir sind ihnen nicht ausgeliefert. Für viele ist das eine vollkommen neue Erfahrung. Sie gibt ihnen Sicherheit und auch Vertrauen in die Beziehung. Wir, die wir uns auf nichts und niemanden verlassen und immer auf dem Sprung, immer frei und unabhängig sein wollen, sehen plötzlich, dass diese Beziehung mehr sein kann und dass die Idee von der Partnerschaft, in der einer dem Anderen hilft, gar nicht so schlecht ist.

 

Beziehungsratgeber eröffnen uns so vollkommen neue Perspektiven, einen neuen Blick auf das Konzept der Beziehung. Beziehungen sind kein x-beliebiges Produkt, das unserer Wegwerfgesellschaft zum Opfer fällt, sobald es schwierig wird. Sie sind kein Klotz am Bein, von dem wir uns befreien müssen, um wir selbst bleiben und uns unsere Unabhängigkeit bewahren zu können. Sie sind keine Fesseln, die uns halten wollen, wenn alles, was wir wollen, eigentlich Flügel sind. Im Gegenteil. Mit ein bisschen Arbeit und Hilfe – auch durch Beziehungsratgeber – werden sie zu dem Einen, das wir niemals austauschen wollen würden, zu dem, was uns dabei hilft, in dieser schnelllebigen Zeit wir selbst zu bleiben, zu dem, was uns Flügel verleiht. Nur weil sich das Beziehungskonzept unserer Großeltern selbst überholt hat, heißt das noch lange nicht, dass wir Beziehungen weniger wertschätzen müssen, dass wir weniger in sie investieren sollten, dass wir weniger Vertrauen in sie legen können. Es heißt nur, dass wir das auf andere Art und Weise tun, als unsere Großeltern dies vor 50 Jahren (und zum Teil bis heute) taten. Die Welt um die Beziehungen herum hat sich verändert und nun heißt es, den Gedanken der Paarbeziehung in das neue Jahrtausend zu bringen, in eine digitalisierte, schnelle, globale, eng vernetzte Welt der tausend Möglichkeiten. Beziehungsratgeber können uns dabei helfen, zu entscheiden, was wirklich wichtig ist, und die Herausforderungen dieser Zeit zu meistern. Dann war die Vorstellung, die uns Disney von Liebe vermittelt hat, am Ende vielleicht doch nicht so falsch.

 

Hier haben wir für Sie geeignete Beziehungsratgeber zusammengestellt:


Beziehungsratgeber für eine glückliche, lange Beziehung

Beziehungsratgeber zur Überwindung von Krisen

Beziehungsratgeber für das gegenseitige Verständnis

Weitere empfehlenswerte Beziehungsratgeber


Wenn Sie noch auf der Suche nach der großen Liebe sind, empfehlen wir Ihnen das Buch "Partnersuche Ü40", das viel Hoffnung macht und den Humor nicht verliert.


Unsere Liebesromane helfen Ihnen außerdem dabei, sich daran zu erinnern, warum Sie sich einst in Ihren Partner verliebt haben:

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