Burn-out: Bis nichts mehr geht

 

Burn-out: Frau bricht am Schreibtisch zusammenMediziner schlagen Alarm: Jeder vierte Deutsche ist den Dauerbelastungen im Berufs- und Privatleben nicht gewachsen und erkrankt in Folge der ständigen Stresssituationen an Burn-out. Erste Anzeichen dafür sind häufige Kopfschmerzen, unter denen nach einer Umfrage der Apotheken-Rundschau immerhin 25% der Deutschen leiden, Nacken- und Schulterverspannungen sowie Schlafprobleme. Doch diese Symptome sind erst der Beginn einer langen Kette von Beschwerden: Dauerstress führt zu Herzproblemen, Magen- und Darmproblemen und zu einem erhöhten Schlaganfall-Risiko. Das Burn-out-Syndrom ist schon lange keine Randerscheinung mehr, unter der nur Manager mit hoher Verantwortung leiden. Auch immer mehr Angestellte fühlen sich ausgebrannt und haben das Gefühl, kurz vor einem Zusammenbruch zu stehen. Grund genug also, dem Stress den Kampf anzusagen.

 

Burnout: Wenn der innere Vulkan ausbricht

 

Stress ist  nicht zwangsläufig negativ. In gewissen Dosierungen und bei einem phasenweisen Verlauf wird er häufig sogar als angenehm und leistungssteigernd empfunden. Erst die Dauerbelastung führt zu gesundheitlichen Schäden. Nämlich immer dann, wenn der Druck nicht abgelassen werden kann. Das Wort „Stress“ (englisch für Druck und Kraft) kommt nicht umsonst aus der Geologie, wo er den einseitigen, gerichteten Druck bei tektonischen Vorgängen beschreibt. Und so wie ein Vulkan irgendwann ausbricht, muss sich auch der psychische Stress irgendwann seinen Weg nach draußen bahnen. Nicht selten geschieht das in Form des Burn-out.

 

Wann genau aus einem Stimmungstief ein Burn-out oder eine handfeste Depression wird, ist nicht immer ganz leicht zu erkennen. Der Psychiater Josef Aldenhoff hat sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt und leistet inzwischen Aufklärungsarbeit. Für ihn ist es wichtig, dass die Betroffenen die Signale erkennen, die ihre Seele sendet, damit sie rechtzeitig Abhilfe schaffen können. Zugleich arbeitet er daran, in seinem Buch „Bin ich Psycho… oder geht das von alleine weg?“ umfassend über das Thema zu informieren und es damit aus der Tabu-Zone herauszuholen. Weil der Gang zum Psychiater gesellschaftlich noch immer stigmatisiert ist, würden sich zu viele Menschen scheuen, im Notfall Hilfe zu suchen. Die Folgen für ihre Psyche können dabei gravierend sein.

 

Schluss mit Burn-out: Wege aus der Stressspirale

 

Zur Stressbewältigung und zum Kampf gegen Burn-out gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Unzählige Bücher wurden zu diesem Thema geschrieben und versprechen die verschiedensten Wege aus der Stressspirale. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass nicht jeder Mensch auf die gleiche Weise mit Stress umgehen kann. Die einen brauchen einfach einen Sport, der sie richtig fordert und an dem sie den überschüssigen Druck ablassen können, die anderen finden eher in der kreativen Betätigung (Musizieren, Tanzen, Malen,…) ein Ventil für ihren Druck. Wieder andere können sich tief in Meditationen versenken und so ihren inneren Ausgleich wiederfinden. Auch die alternative Medizin hat dieses Problem schon lange erkannt und bietet die verschiedensten Heilverfahren – von Klopfakupressur bis Hypnose und EmoTrance – an.

 

Frau verzweifelt am Burn-outUnd auch während der Arbeit kann man dazu beitragen, dass sich der Stress im Rahmen hält. Wenn Sie merken, dass Ihnen alles zu viel wird, geben Sie ruhig auch einmal Arbeit ab. Sie müssen nicht immer alles alleine machen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Sie können immer nur so viel machen, wie gerade möglich ist. Übermenschliche Anstrengungen und heldenhafte Taten schaden Ihnen auf lange Sicht und helfen niemandem wirklich weiter. Versuchen Sie nicht immer und jederzeit 100 % zu geben. In der Regel reichen 80% aus. So haben Sie noch Reserven, wenn es doch einmal eng werden sollte. Wer darüber hinaus noch Spaß an seiner Arbeit hat, sich gut bezahlt, ausgelastet und angenehm gefordert fühlt und sich selbst verwirklichen kann, wird viel seltener das Gefühl haben, auf ein Burn-out zuzusteuern. Zwischendurch dürfen Sie sich deshalb auch mal selbst belohnen und loben. Das befreit von Ängsten und Zwängen und sorgt für ein Gefühl tiefer Befriedigung am Arbeitsplatz. Ein Allheilmittel gibt es zwar nicht, aber wenn Sie diese Ratschläge berücksichtigen, sind Sie schon auf einem guten Weg.

 

Die vier Säulen der Stressbewältigung

 

Einige allgemein gültige Leitsätze, die auch in vielen Burn-out-Bücher genannt werden, sollen hier aber dennoch festgehalten werden. Sie können Ihnen helfen, Ihren Stress dauerhaft in den Griff bekommen können. Setzen Sie hierbei auf Prävention: Die vier Säulen der Stressbewältigung heißen Zeitmanagement, Reiz- und Erregungsmanagement sowie Belästigungsmanagement. Stressabbau ist also in erster Linie eine Frage des Managements und der Disziplin. Stellen Sie zum Zeitmanagement eine To-Do-Liste auf und teilen Sie gleichartige Aufgaben in Arbeitsblöcke ein. Keiner dieser Blöcke sollte länger als 60 Minuten dauern. Dazwischen sollten Sie 5 bis 15 Minuten Pause einlegen. Beim Reizmanagement geht es darum, störende Reize (Bsp. Telefone, Emails, etc.) zu entfernen. Zum Erregungsmanagement gehören Übungen, die Ihnen bei der Bewältigung von Erregungszuständen auf die Störreize helfen sollen. Dazu zählen zum Beispiel Mentales Training und die Positive Selbstinstruktion. Im letzten Punkt, dem Belästigungsmanagement, geht es darum, durch positives Denken Stressauslöser neu zu bewerten und sie eben nicht als solche zuzulassen.

 

Vergessen Sie dabei vor allem nicht: Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Die Arbeit ist ein Teil Ihres Lebens und Ihrer Persönlichkeit, aber mehr auch nicht. Sollten Sie sich in letzter Zeit zu sehr abgekapselt haben und nun kurz vor einem Burn-out stehen, kann es helfen, dem Leben einen Sinn außerhalb der Arbeit zu geben. Unternehmen Sie wieder mehr mit Ihren Freunden oder mit Ihrer Familie, suchen Sie sich ein Hobby, das Sie erfüllt, und fragen Sie sich, was Sie schon immer gerne einmal tun wollten, wofür Sie sich aber noch nie die Zeit genommen haben. Allein dadurch, dass Sie Ihr Leben positiver angehen und so neue Energie tanken, können Sie dem Burn-out langfristig etwas entgegensetzen. Wenn damit ein Wohnorts- oder Arbeitsplatzwechsel verbunden sein sollte, gehen Sie auch diese Hürde positiv an. Wer sein Leben selbst in die Hände nimmt und gestaltet, braucht sich weniger zu fürchten und erlebt tiefe Zufriedenheit. Das lässt dem Burn-out keine Chance!

 

Folgende Bücher zum Thema Burn-out, Stress und Depressionen empfehlen wir Ihnen:

 

 

Sagen Sie dem Stress mit "Anti-Stress Yoga: Kartenbox mit 54 Asanas und 20 Rezepten" den Kampf an und üben Sie täglich Yoga. Sollten Sie merken, dass Stress, Lärm und grelles Licht sie oft überfordern, sind Sie vielleicht hochsensibel. Lesen Sie dazu: "Leben mit Hochsensibilität – Herausforderung und Gabe"

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