eBooks und die neue Macht der Leser

 

Hand greift nach eBook im Regal„Das E-Book ist auf dem deutschen Buchmarkt schon lange nichts Exotisches mehr, es ist eine von mehreren Editionsformen – eine mit Zukunft", sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, als er im Juni 2013 die aktuellen Wirtschaftszahlen der Buchbranche und die Ergebnisse der aktuellen E-Book-Studie des Börsenvereins vorstellte. Er freute sich über ein leichtes Umsatzplus der E-Books von 2,4% am Gesamtumsatz am Büchermarkt. Und auch eine von der Bitkom durchgeführte Studie zum Thema E-Books zeigt, dass die Skepsis gegenüber E-Books immer stärker abnimmt. 74% der befragten Deutschen (2.528 Personen) würden demnach gedruckte Bücher lesen, immerhin 21% lesen E-Books. Mehrfachnennungen waren möglich und auch die Bücherfreunde auf der Facebook-Seite von literaturtipps.de bestätigen einen gewissen Mix: „Informatives Lesen, Fachliteratur etc. gerne auch auf einem E-Reader. Doch für den wirklichen Genuss gibt es bei mir nur ein Szenario: ein gemütliches Plätzchen, im Sessel oder auf dem Sofa, ein gutes Buch in Händen, Seite für Seite blättern und in die Geschichte eintauchen… mit allen Sinnen. Das kann kein E-Reader bieten“, schreibt dort eine Leserin. Eine andere Userin liest ebenfalls im Medienmix: „Sowohl als auch – auf zwei Readern, und auch so liegen angefangene Bücher rum. Bin ein notorischer Querleser.“

 

Die neue Generation liest E-Books und analoge Bücher


Damit gehören diese beiden Userinnen einer neuen Generation von Lesern an, einer, die nicht mehr nur am haptischen Vergnügen des Buches festhält, sondern die auch die Chancen sieht, welche die E-Books für das Lesevergnügen bieten. Nur weil man E-Books liest, heißt das ja noch lange nicht, dass man sich seine Lieblingsbücher nicht mehr in der Druckvariante ins Regal stellt, dass man gewisse Bücher nicht dennoch als Hard- oder Softcover kauft und dass man es nicht zu schätzen weiß, wie ein Buch riecht, sich anfühlt oder schön in der Hand liegt. In unseren schnelllebigen Zeiten, in denen wir immer mobil und immer unterwegs sind, ist das E-Book eine schöne Ergänzung zum klassischen Buch. Es passt in jede Tasche, ist leicht und handlich. Und wer sowieso mit dem Tablet unterwegs ist, der braucht nur ein einziges Gerät, um auf seine ganzen Schätze zugreifen zu können. Die neue Technik ermöglicht es dem E-Book endlich, sein ganzes Potenzial zu entfalten. Jahrzehntelang gab es für Bücherfreunde einfach keinen Grund, vom analogen auf das digitale Buch umzusteigen. Heute jedoch, in einer Zeit, in der Smartphones, Tablets und E-Reader zahllose technische Raffinessen und einen hohen Lesekomfort versprechen und mit einer nie dagewesenen Interaktivität (Suchfunktion, Wörterbücher, Nachschlagewerke, Markierungen, Kommentare, Videos, Audios, soziale Netzwerke, vertiefende Informationen zum Thema des Buches und zum Autor) locken, darf man seine alte Haltung zum E-Book ruhig noch einmal auf den Prüfstand stellen.

 

Frau liest eBook auf WieseEndlich ist technisch möglich, wovon man seit der Veröffentlichung des ersten E-Books – „Mona Lisa Overdrive“ von William Gibson im Jahr 1988 – nur hatte träumen können: Das Buch passt sich dem modernen Leben an, ist in der Cloud allgegenwärtig und kann auf verschiedenen Geräten und in verschiedenen Situationen synchron gelesen werden. Das E-Book ist da, wo Sie sind und passt sich da Ihren Bedürfnissen an. Und wenn Sie am Abend keine Lust mehr haben, auf einen Bildschirm zu starren, verkrümeln Sie sich mit einem richtigen Buch in die Ecke Ihres Sofas und genießen das Lesevergnügen wieder mit allen Sinnen. Dass dieser Mix funktioniert, weiß auch Michael Clement, der an der Universität Hamburg eine Studie zur Nutzung von E-Books und E-Readern durchgeführt hat: „Wir beobachten, dass E-Book-Käufer bisher nicht signifikant weniger gedruckte Bücher nachfragen als Nicht-Käufer.“ Aussterben wird das analoge Buch also wohl noch lange nicht – auch wenn Rückgänge im klassischen Sortiment nicht auszuschließen sind. Das muss aber nicht notwendigerweise etwas schlechtes sein. Auch wenn viele unserer Facebook-Freunde angeben, sie würden nur auf eine Art und Weise lesen: „Papier! Wird sich auch in Zukunft nicht ändern“ oder „Klassisch analog ... mit Eselsohren“, haben E-Books viele Vorteile zu bieten.

 

Wie E-Books dem Leser eine ganz neue Macht verleihen

 

Größe, Gewicht und lange Akkulaufzeiten der E-Reader wurden als Argumente für das E-Book schon hinreichend angeführt. Wir lesen wo, wann und wie wir wollen. Daneben hat das E-Book aber auch den Vorteil, dass es sofort zur Verfügung steht. Wer eine Buchempfehlung hört, klickt sich sofort zum E-Book-Händler seines Vertrauens, kauft das E-Book, lädt es herunter und kann direkt loslesen. Das macht das Bücherkaufen und -lesen zeitlich flexibel und vollkommen unabhängig. Eben selbstbestimmt. Diese Buchempfehlungen bekommen die meisten E-Book-Leser übrigens offline, von Freunden und Bekannten, wie die Studie der GfK ergeben hat. 65% der Befragten verwiesen auf persönliche Empfehlungen durch Freunde und Bekannte, 45% auf Stöbern im Buchhandel und 30% auf Empfehlungen von Buchhändlern. Und so ist mit den E-Books auch etwas möglich, was sich zahllose Autoren niemals hätten träumen lassen: Empfehlungen allein reichen aus, um unbekannte Hobbyautoren zu Stars zu machen. Die E-Books demokratisieren den Buchmarkt in einer Art, wie man das noch vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Wer ein Manuskript in der Schublade hat, ist nicht mehr länger auf die Gnade eines Buchverlags angewiesen. Er stellt es im Selbstverlag bei Amazon und Co. als E-Book ein und damit der Leserschaft zum Download zur Verfügung. Wenn es den Lesern gefällt, kann so aus einem schon aufgegeben geglaubten Manuskript ein neuer Bestseller werden.

 

eBook auf e-Reader in TascheAmanda Hocking zum Beispiel hat in Eigenregie und ohne Verlag mit E-Book-Verkäufen Millionen verdient. Ihre Vampirmond-Reihe hat Fantasy-Fans in aller Welt in ihren Bann gezogen – und gezeigt, dass den E-Books eine ganz neue demokratische Macht innewohnt, die Macht der Leser. So bekommen sie genau die Bücher, die sie tatsächlich lesen wollen – und nicht nur die, die die Verlage für sie ausgesiebt haben. Vielleicht muss man in Anbetracht solcher Entwicklungen auch überlegen, ob das alte Konzept des Buchmarktes in Zeiten von sozialen Netzwerken, Creative Commons und Co. nicht ohnehin überholt ist und diese E-Books nur die Vorreiter einer neuen Zeit sind. Immer wieder schaffen es auf die Bestseller-Listen der eBooks also auch Bücher, die als Hardcover oder Paperpacks vielleicht nie eine Chance bekommen hätten. Andere Buchtrends - zum Beispiel "Shades of Grey" von E.L. James - wären ohne anonymisierende E-Reader wohl niemals so erfolgreich geworden. Denn wer würde schon mit einem Erotikroman in der Hand in der U-Bahn sitzen wollen? Und wer gar nicht auf das haptische Gefühl verzichten will, kann die Bücher immer noch über On-Demand-Services in gedruckter Form bestellen. Doch ob nun ein neues Zeitalter anbricht oder nicht: Sicher ist, dass die E-Books auf dem Vormarsch sind. Sie werden die klassischen Bücher nicht vollends verdrängen, doch sie werden dazu beitragen, dass sich das Lesevergnügen – ganz nach unserem Geschmack – noch besser in unseren mobilen Alltag integrieren lässt. Die E-Books, die wir Ihnen hier vorstellen wollen, führten zum Beispiel im Jahr 2013 die Bestsellerlisten an und haben Tausende Menschen auf Tablets und E-Readern begeistert.

 

Die eBook-Bestseller aus dem Bereich Belletristik:

 

Ganz deutlich zeigt diese Liste übrigens, dass es vor allem Frauen sind, die zum E-Book greifen und dass neben den Erotikromanen vor allem die Frauenromane und Liebesromane von dieser Innovation profitieren.

 

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