Europa-Park: Nervenkitzel auf Weltniveau

 

Wasserbahn im Europa-Park Rust

Ganz langsam schleichen die Wagons nach oben und halten am höchsten der Punkt der massiven Stahlkonstruktion kurz inne. Das Herz rast und vor lauter Aufregung ringen Sie nach Luft. Nach dem gemächlichen Aufstieg folgt der Fall – und im Europa-Park Rust ist dieser einfach rasend schnell und unglaublich tief. Von wilden Überkopf-Fahrten in Achterbahnen können Sie sich auf dem riesigen Areal fast ununterbrochen berauschen lassen. Anschnallen, anlehnen, abheben und an nur einem Tag ganz Europa erleben. Das ist das Motto in Deutschlands größtem Freizeitpark.

 

Der Europa-Park – eine Familiengeschichte

 

Der Europa-Park Rust liegt nahe der französischen Grenze, zwischen Straßburg und Freiburg im Breisgau. Fast 5 Millionen Besucher aus dem In- und Ausland pilgern jedes Jahr hierher, um sich eine unvergessliche Portion Nervenkitzel abzuholen. Der Europa-Park hält, was der Name verspricht. Im badischen Rust reihen sich 16 Themenbereiche aneinander, die in ihrer Gesamtheit eine Mini-Ausgabe des europäischen Kontinents darstellen. Die einzelnen Staaten werden durch landestypische Architektur und Restaurants repräsentiert. Auch der optische Auftritt der Karusselle ist der jeweiligen Themenwelt angepasst. So wird der Besucher zum Beispiel beim Fjord-Rafting durch skandinavisch anmutende Landschaften geschaukelt, während der Alpenexpress Enzian an österreichischen Bergdörfchen vorbeirast. Eines der Wahrzeichen des Parks ist die über 40 Meter hohe Silberkugel, in der sich die Dunkelachterbahn Eurosat verbirgt. Zu Halloween verwandelt sich die Kugel schon einmal in den größten Kürbis der Welt oder wird zur Weihnachtszeit mit einem überdimensionalen Geschenkband geschmückt.

 

Gegründet wurde der Park am 12. Juni 1975. Der Unternehmer Franz Mack suchte in erster Linie nach einer Ausstellungsfläche für die Konstruktionen seiner Firma MACK Rides. MACK Rides entwickelt und produziert seit nunmehr 230 Jahren Freizeitparkattraktionen. Die Idee war, dass die Fahrgeschäfte für Interessenten aus der ganzen Welt nicht nur im Katalog glänzen, sondern auch in einem ansprechenden Umfeld und im Betrieb zugänglich sein sollten. Aus diesem Grund entstammen die meisten Attraktionen des Europa-Parks, nämlich über 90 Prozent, heutzutage weiterhin dem Hause MACK. Franz Mack und sein Sohn Roland, der heutige Geschäftsführer, wagten sich damals auf exotisches Terrain – Freizeitparks waren in Deutschland und Europa noch weithin unbekannt. Nach einer aufreibenden Standortsuche fanden die beiden schließlich im Schlosspark der Balthasarburg ein Plätzchen und erschufen nach und nach ihre phantastische Welt.

 

Der Europa-Park bricht Rekorde

 

Der Europa-Park ist seit jeher stetig gewachsen und geizt nicht mit Superlativen: Die Erlebniswelt der Familie Mack ist der größte Freizeitpark im deutschsprachigen Raum und nach dem Disneyland Paris die Nummer zwei in Europa. Auch in der Rangliste der populärsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands, erhoben von der Deutschen Zentrale für Tourismus, thront der Europa-Park direkt hinter Schloss Neuschwanstein auf dem zweiten Platz. Weltweit bekannte Kulturdenkmäler wie der Kölner Dom und das Brandenburger Tor reihen sich erst hinter der Attraktion ein. Kein Wunder, denn der Europa-Park fasziniert immer wieder aufs Neue. Auf dem riesengroßen Areal schießen regelmäßig innovative Fahrgeschäfte aus dem Boden, die von Jahr zu Jahr spektakulärer werden.

 

Die Namen der Attraktionen geben schon einen kleinen Vorgeschmack darauf, dass es die Fahrten in sich haben. Im Atlantic Super Splash geht es zum Beispiel steil bergab und unter Anspannung warten die Insassen darauf, dass die Wasserfontänen in die Höhe schießen. Am Ende des Rides sind natürlich alle klatschnass. Aber schließlich rechnet niemand damit, die Wildwasserbahn trocken zu verlassen. Der blue fire Megacoaster lädt ebenfalls zu viel mehr als zu einer Kaffeefahrt ein. Es geht gleich mit einem Katapultstart los. Mit Höchstgeschwindigkeiten werden die Besucher durch die Achterbahn geschossen. Bei einer Beschleunigung von 0 auf 100 in 2,5 Sekunden reißt es die Insassen fast aus den Sitzen. Natürlich darf dabei der Looping nicht fehlen. Der Silver Star ist mit 73 Metern die zweithöchste Achterbahn Europas – dazu ist die Fahrattraktion auch noch 130 km/h schnell und 1,6 Kilometer lang. Alle Konstruktionen von MACK Rides garantieren, dass der Adrenalin-Spiegel in Sekundenschnelle steigt.

 

Doch auch für kleine Besucher und all jene, die es ein wenig beschaulicher mögen, bietet der Europa-Park genügend Unterhaltung. 2014 eröffnete zum Beispiel die Themenwelt „Arthur im Königreich der Minimoys“. Die Besucher schweben in Wagons durch eine Landschaft, in der sie scheinbar selbst winzig klein werden und Ameisen und Grashalme wie Riesen wirken. An frischen Ideen mangelt es dem badischen Besuchermagneten also nicht. Seine Stellung als Spitzenreiter in Sachen Freizeit und Entertainment behauptet der Europa-Park außerdem durch seine eigenen Themenhotels wie zum Beispiel das Klosterhotel Santa Isabel oder die Vier-Sterne-Unterkunft Bell Rock. Der Besuch eines Freizeitparks ist heutzutage eben nicht mehr nur ein Tagesausflug, sondern wird immer häufiger zu einer kleinen Wochenendreise. Regelmäßige Events wie die „Science Days“ oder „Halloween“ garantieren ebenfalls, dass es in Rust nie langweilig wird.

 

Die Fans des Europa-Parks können also beruhigt sein: Die Zukunft des Freizeitvergnügens sieht vielversprechend aus. Schwarze Zahlen und die nächste Generation der Familie Mack sorgen dafür, dass die Attraktionen des Unternehmens noch viele Millionen Menschen begeistern werden. Die 230-jährige Firmengeschichte wird von Roland Macks Söhnen Michael und Thomas weitergeführt. Die beiden zeichnen dafür verantwortlich, dass der Europa Park trotz der starken Konkurrenz immer am Puls der Zeit bleibt. Die Betreiber anderer Parks sind nämlich ebenfalls nicht zu unterschätzen und schon längst aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht. Alle streben danach, den nächsten Rekord zu brechen und damit die Besucher in Scharen anzulocken. Mittlerweile haben sich in Deutschland rund 100 Freizeitparks angesiedelt, die mit aufwendig inszenierten Shows, tollkühnen Fahrgeschäften und Loopings in Endlosschleifen ein abwechslungsreiches Programm bieten.

 

Wenn Sie mehr über die Geschichte des Europa-Parks Rust und den Lebensweg des Gründers Roland Mack erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen Benno Stiebers Biographie „Roland Mack – Herr der Achterbahnen“.


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