In Zen-Büchern die Linie im Chaos finden

 

Steinreihe als Linie im Chaos in Zen-BüchernZen-Ratgeber sind voll im Trend! Kein Wunder, denn auch in der Business-Welt ist Zen inzwischen angekommen und auf dem Vormarsch. Als Zen wird ein Zustand meditativer Versunkenheit bezeichnet, in dem alle dualistischen Unterscheidungen – du und ich, Subjekt und Objekt, Wahrheit und Lüge – aufgehoben werden. Leerheit und Vollkommenheit sind die hohen Ziele des Zen und jener Zustand, der erreicht werden muss, um Erleuchtung zu erfahren. Im Zen wird dieser Zustand als „Enzo“ bezeichnet, die mit Tusche gezeichnete Kreisform, die nur mit einem einzelnen Pinselstrich gemalt wird und die die unmittelbare Wirklichkeit symbolisiert, das Absolute in einer relativen Welt.

 

In diesem Zustand ist man nicht in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit, sondern einfach im Hier und Jetzt und lernt das Wesentliche zu erkennen. Der bekannte deutsche Zen-Mönch Hinnerk Polenski weiß, dass das nicht einfach ist, weil wir schon von Kindheit an darauf konditioniert werden, in der Zukunft zu leben und auf ein Ziel in der Zukunft zuzustreben. Doch leben hieße, genau im Moment zu sein. Darüber hat Polenski mehrere Zen-Bücher für Führungskräfte verfasst. In der NDR-Sendung „DAS!“ veranschaulichte er das im März 2014, indem er für die Moderatorin überraschend sein Wasserglas fallen ließ. Der Augenblick, in dem etwas Unvorhersehbares geschehe, bringe unser Gedankenkarussel zum Stillstand, zwinge uns, im Moment zu sein. Beim Zen gehe es darum, diesen Moment in die Ewigkeit auszudehnen. Wie das funktioniert, erklärt Hinnerk Polenski in seinen Zen-Büchern, von denen er bislang drei veröffentlicht hat.

 

Der traditionelle Zen-Buddhismus in Zen-Büchern

 

Der Zen-Buddhismus, der heute in den meisten Zen-Büchern gelehrt wird, entwickelte sich im 5. Jahrhundert in China aus dem Mahayana-Buddhismus heraus und wurde stark vom Daoismus beeinflusst. Die damals noch Chan-Buddhismus genannte Strömung wurde über Jahrhunderte hinweg von chinesischen Mönchen in Südostasien verbreitet, bis sie im 12. Jahrhundert nach Japan kam, wo sie als Zen-Buddhismus eine neue Ausprägung erhielt. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kam die Zen-Strömung dann nach Amerika. Hier stieß die Lehre auf großen Anklang, fehlte es ihr doch an dem für die katholische Kirche typischen Dogmatismus. Inzwischen hat sich eine westliche Strömung des Zen entwickelt, die sich – auch dank der wachsenden Zahl von Zen-Büchern - immer stärker wachsender Beliebtheit erfreut. Die Versenkung in die Meditation wird als Auszeit vom Alltag betrachtet, als Rückbesinnung auf das Wesentliche und als Möglichkeit, die Linie im Chaos wieder zu entdecken und ihr zu folgen.

 

Das Schwierige daran ist jedoch: Im Zen gibt es – im Gegensatz zu vielen anderen Strömungen des Buddhismus – keine tiefe Lehre und kein großes Geheimnis, auf das man Antworten finden müsste. So sagte der große Zen-Meister Ikkyu Sojun einmal zu einem Schüler: „Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“ Auch Hinnerk Polenski sagt deutlich, Zen sei kein System, „das sagt, dann versuche doch mal ein wenig netter zu dir und anderen zu sein. Das funktioniert nicht.“ Vielmehr gehe es beim Zen darum, das Leben in all seiner Fülle zu genießen und zu erfahren. Was klingt wie das Einfachste der Welt, bleibt den meisten Menschen jedoch verwehrt, weil hartnäckige Gedanken sie daran hindern, einfach zu leben. Diesem Problem widmete der deutsche Zen-Meister Hinnerk Polenski gleich ein ganzes Zen-Buch: „Hör auf zu denken, sei einfach glücklich!“ Darin zeigt Polenski, wie Sie dieses hohe Ziel erreichen können und warum es so erstrebenswert ist. Denn mit der Auflösung der Ich-Bezogenheit im Zen geht auch eine Öffnung für das ganze Universum und damit die Erleuchtung einher. Wie das zusammenpasst, damit hat sich auch der große Zen-Meister Zensho W. Kopp beschäftigt. Er fragte: „Diese eine Wirklichkeit kann nur dann erfahren werden, wenn all das, was die Wirklichkeit des einen Geistes nicht ist, fällt. Aber wie kommt man dahin?“ Seine Antwort darauf ist überraschend einfach: „Der Weg zur Erfahrung deines wahren Angesichts vor deiner Geburt, dieser Weg zur Erleuchtung, ist nichts anderes als der alltägliche Weg.“

Praktisch heißt das, so Polenski im NDR, in dem „Spiel von Ärger, Stress und Wahnsinn, Aggressionen und Angst“ erst einmal anzuhalten und in sich hinein zu spüren. Das sei schwierig, weil wir das nicht gelernt haben. Wir hielten zwar an, aber der Kopf höre dennoch nicht auf zu arbeiten. „Das finden wir komisch und deshalb hören wir auch immer schnell wieder auf. Machen den Fernseher oder Computerspiele an oder die Bierflasche auf.“ Er selbst nutze für dieses Anhalten unter anderem die Klangschale, die ihm helfe, die innere Ruhe zu finden, den Wahnsinn abzustreifen und wieder im Moment anzukommen. Einiges davon kann man in seinen Zen-Büchern lernen. Vieles muss man selbst erleben und erfahren.  

 

Daishin-Zen nach Hinnerk Polenskis Zen-Büchern


„Das Wesentliche des Zen-Weges ist der eigene Weg. Er ist unabhängig von Weltlichem oder Überweltlichem, unabhängig von Meistern und Gurus oder von Büchern und Lehren. Er ist unabhängig von der Meinung anderer - aber vor allen Dingen auch unabhängig von der eigenen Meinung.“ Die von Polenski begründete europäisch geprägte Daishin Zen-Linie betont den Weg des Herzensgeistes und wird deshalb auch als Zen des „Großen Herz-Geists“ übersetzt. Das spielt auf eine spirituelle Erfahrung an, die Hinnerk Polenski bereits im Kindesalter hatte und die ihn offen für den Großen Geist machte. Aber auch die Yin-Linie, als der weibliche Weg, der von Frauen und Männern gleichermaßen beschritten wird, spielt im Daishin Zen eine Rolle und bietet einen harmonisierenden Ausgleich zum uneffektiven, nicht ganzheitlich agierenden Yang-Weg der Härte, der in der modernen Leistungsgesellschaft vorherrscht. Dafür entwickelte Polenski einen neuen, europäischen Zen. Den japanischen Zen-Weg einfach 1:1 zu übernehmen, sei für Europäer schwierig. Hinnerk Polenski versucht deshalb, Zen für Europäer lebensnah zu übersetzen.

Polenski sieht in der Ausgewogenheit von Yin und Yang die Möglichkeit, den ganzen Menschen in Harmonie (Wa) zu bringen. Dies gilt für sein Sein, sein Denken und sein Handeln zu jeder Stunde des Tages, im Privatleben und im Beruf. Aus diesem Grund legt Hinnerk Polenski in seinen Zen-Büchern einen der Schwerpunkte auf Zen Leadership, das Zen für Führungskräfte. Zen Leadership ist für ihn „der Weg, in den chaotischen, mannigfaltigen Herausforderungen dieser Welt seine ureigene, unerschütterliche Mitte zu finden und so als Vorbild voranzuschreiten“ und „der Weg, zu erkennen, dass die Veränderung meines Geistes, meines Bewusstseins eine Veränderung von Welt-Geist und dem Bewusstsein um mich zeitigt.“ „Gelassenheit auf dem Sitzkissen nützt nichts. Sie nützt nur dann, wenn der Job mich stresst, der Partner verrückt ist und meine Kinder rumschreien.“ Und man dann trotz allem gelassen bleibt. In seinem Buch „Die Linie im Chaos“ und in Zen-Seminaren für Führungskräfte befähigt Hinnerk Polenski Entscheidungsträger dazu, einen inneren Kompass der Orientierung zu entwickeln und zeigt ihnen, wie sie Tatkraft mit innerer Klarheit verbinden.

 

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