Island-Romane: Juwelen der Literatur

 

Landschaft in Island, Heimat der IslandromaneZerklüftete Küsten, endlose, karge Ebenen, schroffes Gebirge, brodelnde Geysire und feuerspeiende Vulkane – das ist Island, der westlichste Außenposten Europas. Gerade einmal 300.000 Menschen nennen diese die größte Vulkaninsel der Welt ihre Heimat. „Wir sind arm und nicht besonders zahlreich“, sagt Helgi Jónasson, ein isländischer Politiker und Befürworter eines Gesetzes, das alle isländischen Texte, die vor 1400 verfasst wurden, zu Staatseigentum erklärt. „Aber wir haben einen Schatz: unsere alte Literatur. Es gibt keine derart kleine Nation, die solche Juwelen wie die diese Texte besitzt.“

 

 

Das kleine Land der großen Literatur: Island-Romane


Mit „diesen Texten“ meint  Helgi Jónasson die sogenannten Islandsagas, die „alles in den Schatten stellen, was gleichzeitig zumindest in Skandinavien verfasst worden ist“ (FAZ). Die Island-Sagas sind literarische Schätze, die uns heute nicht nur ein farbenprächtiges Bild des mittelalterlichen Islands vermitteln und einen einzigartigen Einblick in die germanische Götterwelt erlauben, sondern die auch die Grundlage für einen Großteil der heutigen europäischen Literatur darstellen. Über die Island-Sagas hielten die Isländer die Verbindung zu ihren Vorfahren, erinnerten sich ihrer Traditionen. Ohne sie wüssten die Isländer nicht, was es heißt Isländer zu sein. Was für uns die Wartburg ist oder der Kölner Dom, ist für die Isländer ihre Literatur.

 

Ohne die Geschichten von Egil Skallagrimsson, vom weisen Njál, vom starken Grettir und vom Hühnerthorir wären aber auch europäische Meisterwerke wie Wagners Musikdramen, das „Nibelungenlied“ und  „Der Herr der Ringe“ gar nicht denkbar gewesen. Wann genau diese Heldengeschichten zum ersten Mal aufgeschrieben wurden und von wem, weiß man heute nicht. Wichtig ist aber, dass sie bis heute Bestand haben und dass Sie die modernen Island-Romane noch immer deutlich prägen.

 

Die Helden der großen Island-Romane

 

Stoff für Island-Romane: NordlichterDie wohl älteste Island-Saga ist die Geschichte von Egil Skallagrimsson, einem jähzornigen, vor Kraft strotzenden, ausnehmend hässlichen Abenteurer mit einer außerordentlichen dichterischen Begabung. Bis heute sucht man in Island (bislang vergeblich) nach dem Schatz, den der geizige Held kurz vor seinem Tod vergraben haben soll.

 

Geiz ist es auch, der Hühnerthorir zu einer tragischen Figur der isländischen Sagenwelt macht: Während einer Hungersnot verweigert er seinen Nachbarn die dringend notwendige Unterstützung. Die Rache der hungernden Nachbarn ist sein Ende. Ein weiterer tragischer Held der Island-Sagen ist Grettir der Starke, ein widerspenstiger Kerl, dem es gelingt, das Gespenst Glámur zu töten. Doch von jenem Tag an verfolgt Glámur den jungen Krieger, der sich von nun an vor der Dunkelheit fürchtet und den Rest seines Lebens in den Einöden Islands verbringt.

 

Die Faszination der Island-Romane

 

Es ist fast ein Wunder, dass diese reichen, kunstvollen Geschichten bis heute überdauert haben. Und noch immer sind wir von ihnen fasziniert. Große Literatur aus dem kleinen Land am letzten Zipfel Europas!

 

Gefeiert werden die Neuübersetzung des Islandsagas („Íslendingasögur“), die in diesem Jahr auch in Deutschland erscheint, aber auch viele moderne isländische Schriftsteller wie die Krimi-Autoren Arnaldur Indrðason und Hallgrímur Helgason. Weitere aktuelle Island-Romane, die zu lesen sich wirklich lohnt, sind „Taxi 79 ab Station“ von Indridi G. Thorsteinsson, „Eichhörnchen auf Wanderschaft“ von Gyrdir Elíasson und Sjóns melancholischer Island-Roman „Das Gleißen der Nacht“. Auch Einar Kárasons Roman „Versöhnung und Groll“ sollten Sie gelesen haben. Das Buch wurde vollkommen zu Recht mit dem Isländischen Literaturpreis ausgezeichnet.

 

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Wenn Sie mehr über Island erfahren möchten, dann lesen Sie Andrea Walters absolut liebens- und lesenswertes Buch „Wo Elfen noch helfen: Warum man Island einfach lieben muss“. Diese 200-seitige Liebeserklärung an den wohl schönsten Außenposten Europas zeigt uns Island als ein magisches Land, das wirklich so märchenhaft ist, wie wir es uns vorstellen.

 

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