Lustiges aus der Literaturgeschichte

 

Die Literaturgeschichte ist die Geschichte der tonangebenden Bücher der einzelnen Literaturepochen, ein literarischer Rückblick, eine Sammlung von Werken, die die Literatur geprägt haben. Da konzentriert man sich in der Regel auf die wichtigsten Autoren der einzelnen Literaturepochen und ihre Werke, da spielen Geburts- und Sterbejahre eine Rolle, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Epoche, die Bedeutung für diese oder jene literarische Strömung und natürlich sind auch die wichtigsten Werke relevant. „Die Leiden des jungen Werther“ zum Beispiel waren das wichtigste Werk des Sturm und Drang und Goethe damit der wichtigste Vertreter dieser Literaturepoche. Zugleich aber ist Johann Wolfgang von Goethe der maßgebende Schriftsteller der Weimarer Klassik. An seinem „Faust“ schrieb er ganze 64 Jahre, sodass sich darin Einflüsse aller Epochen (Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik und Romantik) finden lassen. Solche Aussagen sind typisch für die klassische Literaturgeschichte, wie sie an Schulen und Universitäten gelehrt wird, wie sie ganze Bücher und Bibliotheken füllt und wie sie immer wieder voller Anspruch diskutiert wird. Aussagen wie diese sorgen für erregte Debatten, für gelehrte Streitigkeiten und hitzige Argumentationen in dem Versuch, eine eindeutige Zuordnung zu treffen, die es verdient, als Faktum der Literaturgeschichte zu gelten.

 

Lustige Fakten als Randnotizen der Literaturgeschichte


Doch kann es nicht neben der offiziellen Literaturgeschichte eine andere, inoffizielle Literaturgeschichte geben? Eine, die uns ein bisschen mehr über die Menschen verrät, die diese Werke geschaffen haben? Die große, trockene Literaturgeschichte wird nämlich von kleinen Anekdoten und Episoden begleitet, die das, was man überall nachlesen kann, herrlich erfrischend auflockern. Wer sich durch die trocknen Fakten wühlt, stößt immer wieder auf sehr unterhaltsame Fakten - unnützes Wissen, könnte man sagen, das aber bestens unterhält. Die Bibel, als eines der wichtigsten Bücher der Literaturgeschichte zum Beispiel, war das erste Buch, das je gedruckt wurde: um 1450 von Johannes Gutenberg. So weit, so schön – das ist ein bekannter Fakt der Literaturgeschichte. Aber wussten Sie, dass die Bibel 3.566.480 Buchstaben enthält? Und dass sie das angeblich meistgeklaute Buch aus öffentlichen Bibliotheken ist? Diesen Platz macht ihr jedoch inzwischen das Guiness-Buch der Rekorde streitig. Ebenfalls interessant: Die Bibel war das erste von mehr als 17.000 Büchern über Jesus Christus. Rund 9.800 Bücher der Literaturgeschichte beschäftigen sich hingegen mit William Shakespeare.

 

 

Die Menschen hinter den trockenen Fakten der Literaturgeschichte waren zumeist interessante, eigenwillige Gestalten. Honoré de Balzac trug zum Schreiben zum Beispiel immer eine weiße Mönchskutte und soll täglich bis zu 50 Tassen Kaffee getrunken haben. Und auch andere Schriftsteller haben Marotten: Isabel Allende beispielsweise beginnt jeden ihrer Romane am 8. Januar. Es muss ihr Glückstag sein, denn die meisten ihrer Bücher werden schnell zu Bestsellern. Über Virginia Woolf ist überliefert, dass sie all ihre Bücher im Stehen schrieb. Auch das mit Erfolg, wie man sagen muss. Andere Autoren übertreiben es etwas mit der Fantasie: So glaubte zum Beispiel Karl May, er sei selbst die Vorlage für Old Shatterhand gewesen – und das, obwohl er zum Entstehungszeitpunkt noch keinen Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt hatte. Den Sinn für Realität hatte wahrscheinlich auch der französische Schriftsteller Guy de Maupassant verloren, der sich nach einem Bordell-Besuch von einem Notar bescheinigen ließ, dass er es geschafft habe, innerhalb einer Stunde „6 Mal der Venus zu opfern“.

 

Literaturgeschichte als Sammlung von Kuriositäten

 

Darüber hinaus ist die Literaturgeschichte neben all den Lebensdaten auch mit seltsamen Todesarten gepflastert: Der amerikanische Schriftsteller Tennessee Williams starb zum Beispiel, weil er am Deckel seiner Augentropfenflasche erstickte – wie auch immer sie in seinen Mund kam. Der englische Schriftsteller Arnold Bennett erklärte öffentlich, das Leitungswasser in Paris sei vollkommen ungefährlich und trank ein ganzes Glas. Wenige Tage später starb er an Typhus. Ähnlich tragisch ist das Ende des englischen Schriftstellers Francis Bacon, der untersuchen wollte, ob Schnee die Verwesung eines Leichnams hinauszögerte. Dafür füllte er den Körper einer Henne mit Schnee – holte sich dabei aber eine Erkältung, an deren Folgen er starb. All das sind wunderliche und bemerkenswerte Randnotizen in der Literaturgeschichte, Fakten, denen man nur wenig Aufmerksamkeit schenkt, wenn man das große Ganze betrachtet und zu verstehen versucht, wie sich Literatur entwickelt hat und warum sie diese und jene Wendung vorgenommen hat.

 

Die Literaturgeschichte zu kennen, ist sicher die Grundvoraussetzung dafür, viele Werke zu verstehen. Literatur ist immer auch ein Spiegel ihrer Zeit – sie ist aber eben auch ein Spiegel der Menschen, die sie erschaffen. Und es sind diese kleinen Episoden, die uns manchmal mehr verraten, als das Gesamtwerk eines Autoren über ihn preisgeben könnte. Dennoch lohnt es sich ganz fraglos, sich auch mit den „nüchternen“ und „trockenen“ Fakten der Literaturgeschichte auseinanderzusetzen. So erfahren Sie bei uns zum Beispiel mehr über die einzelnen Literaturepochen, über ihre Hintergründe, die wichtigsten Autoren und Werke. Übrigens – auch das ist ein Fun Fact – verstand man unter Literaturgeschichte nicht immer das, was wir heute darunter verstehen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnete man „Berichte aus der gelehrten Welt“ als Literaturgeschichte, d.h. schriftliche Berichte aus den Wissenschaften. Erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts beschäftigt sich die Literaturgeschichte überhaupt mit Dichtung und Fiktion, einem Themenbereich, der bislang als vollkommen unwissenschaftlich – und deshalb auch als uninteressant – gegolten hatte. Seitdem aber darf frei und wissenschaftlich über den Stellenwert von Literatur und Literaturgeschichte diskutiert werden.

 

Wenn Sie sich für Literaturgeschichte interessieren, können Sie sich bei uns über die einzelnen Literaturepochen informieren und bedeutende Werke der Literaturgeschichte bestellen:

 

Antike

 

 

Mittelalter

 

 

Renaissance

 

 

Reformation

 

 

Barock

 

 

Aufklärung

 

 

Empfindsamkeit

 

 

Sturm und Drang

 

 

Weimarar Klassik

 

 

Romantik

 

 

Biedermeier

 

 

Vormärz

 

 

Poetischer Realismus

 

 

Naturalismus

 

 

Impressionismus

 

 

 

Expressionismus

 

 

Weimarer Republik

 

 


Neue Sachlichkeit


 

Drittes Reich/ Exilliteratur/Zweiter Weltkrieg

 

 

Nachkriegsliteratur

 

 

DDR

 

Gegenwartsliteratur

 

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