Slow Food: Essen ist nicht nur Nebensache

 

Slow Food Köchin mit ZutatenWas ist das Gegenteil von Fast Food? Das ist ziemlich einfach: Es ist Slow Food. Doch während in die bekanntesten Vertreter des Fast Foods, nämlich die Hamburger, schon fast jeder einmal gebissen hat, ist der Begriff Slow Food eher erklärungsbedürftig. Slow Food heißt nämlich nicht einfach nur übersetzt "langsames Essen." Hinter dem Slow Food Movement steckt weitaus mehr. Die gleichnamige Organisation ruft dazu auf, das Essen wieder zu genießen und nicht mehr nur als bloße Nahrungsaufnahme zu verstehen.

 

Diese Forderung kommt nicht von ungefähr: Das so genannte Fast Food hat sich rasend schnell in Ernährungsgewohnheiten der modernen Gesellschaft gekämpft. Die industrielle Küche produziert in erster Linie Einheitsbrei, der die Geschmacksnerven verkümmern lässt. Geschmacksverstärker und Aromastoffe bewerkstelligen dann, dass eine Pute nach Pute schmeckt und Rosenkohl nach Rosenkohl. Wer genauer wissen will, was in den Lebensmitteln steckt, die wir täglich konsumieren kann sich das Buch  "Junk Food - Krank Food: 100 gute Gründe, ein echter Besseresser zu werden" von Hans-Ulrich Grimm zu Gemüte führen.

 

Durch die Globalisierung und den dazugehörigen Warenverkehr verdrängen günstige Massenprodukte aus aller Welt regionale Spezialitäten, die meistens ein wenig mehr kosten. Im Supermarkt werden Äpfel aus Neuseeland angeboten, obwohl es in Deutschland unzählige Anbaugebiete gibt. Doch die Produkte aus Übersee sind oft billiger und regionale Produkte können den Dumping-Preisen aus anderen Ländern kaum Stand halten. Außerdem hat die moderne Küche mittlerweile viele "Originale" ersetzt: Das Grundnahrungsmittel Kartoffel wird heute meistens als Pommes serviert, Fisch kommt oftmals nur noch in Stäbchenform in die Pfanne und für fast jedes Kuchenrezept gibt es eine Fertigmischung im Supermarkt.

 

Was kommt bei Slow Food auf den Tisch?

 

Slow Food versucht, diese Entwicklung zu stoppen und ihr behutsam entgegenzusteuern. Die gleichnamige Organisation formierte eine Gegenbewegung zu Fritten, Big Mac und Co. und setzt sich für genussvolles, bewusstes und regionales Essen ein. Lebensmittel, die auf natürliche und ursprüngliche Art und Weise hergestellt werden, sind die Grundlage für die Ernährung nach der Slow Food-Philosophie. Die Bewegung unterstützt den ökologischen Landbau, fördert eine verantwortliche Fischerei und Viehzucht und das traditionelle Lebensmittelhandwerk.

 

Hochwertige Lebensmittel unterliegen der Auffassung von Slow Food auch weiteren Standards: Sie werden nachhaltig und umweltschonend produziert und zu fairen Bedingungen gehandelt und eingekauft. Zudem braucht es natürlich Zeit zur Zubereitung – und zum Genießen. Slow Food hat sich also die Wiederentdeckung der Geschmacksvielfalt, wie sie die traditionelle Küche einst pflegte, auf die Fahnen geschrieben. Jeder, der sich der Bewegung anschließen möchte, sollte sich also vornehmen, bewusst zu essen, genau hinzuschauen, woher das Essen kommt und das Kochen zum Erlebnis machen. Man sollte sich das Essen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zergehen lassen, um verschiedene Aromen und regionale Besonderheiten herauszuschmecken. Wer ein bisschen Inspiration braucht, findet im Kochbuch "Slow Cooking" von Hans Gerlach einige leckere Anregungen.

 

Lebensmittel bewusst auswählen und geniessen

 

Frisches Obst und Gemüse für Slow FoodJe besser wir über die Nahrungsmittel Bescheid wissen, die wir konsumieren, desto bewusster und intensiver wird der Umgang mit denselbigen. Das Geschmackserlebnis ist ein völlig anderes, wenn Eier, Käse und Gemüse beim Bauern um die Ecke eingekauft werden. Das bringt außerdem viele Vorteile mit sich: Mit bewussten Einkäufen werden regionale Hersteller und ihre Produktionsweisen indirekt unterstützt. Massentierhaltung und Gentechnik werden so gemieden. Wer sich schlau machen möchte, wirft am besten einen Blick in das Buch "Ernährung und Bewusstsein: Warum das, was wir essen, die Welt nachhaltig beeinflusst" von Will Tuttle. Er zeigt auf, wie sehr sich unsere Ernährungsweise auf die Umwelt auswirkt.

 

Auch in den eigenen vier Wänden, im Garten oder auf dem Balkon, kann jeder seinen Beitrag leisten und sich aktiv am Slow Food-Movement beteiligen. Ein kleines Beet im eigenen Garten oder eine Kräutersammlung auf dem Fenstersims kann der Start für die ersten selbst erzeugten Nahrungsmittel sein. Mit "Kräuter selbst anbauen: Schritt für Schritt zum eigenen Kräuerparadies" von Renate Hudak steht jedem Hobby-Gärtner ein guter Ratgeber zur Seite. Sobald die erste Ernte ansteht, bietet es sich an, Freunde einzuladen und mit den frischen Zutaten ein leckeres Abendessen zuzubereiten. Das Ganze nennt sich dann Urban Gardening und ist ein toller, grüner Trend aus den USA. Lesen Sie mehr darüber, wie Sie zum Selbstversorger werden.

 

So enstand die Organisation Slow Food

 

Der Begriff „Slow Food“ ist inzwischen rechtlich geschützt. Das Logo des Slow-Food-Vereins ist die Weinbergschnecke, das Symbol der Langsamkeit. Die Non-Profit-Organisation ist mittlerweile international aktiv und setzt sich allerorts dafür ein, dass Menschen Zugang zu einer gesunden Ernährungsweise haben. Auch in Deutschland haben die organisierten Langsam-Esser eine große Anhängerschaft. 12.000 Mitglieder zählt Slow Food in der Bundesrepublik.  Die Bewegung  wurde im Jahr 1986 noch unter dem Namen "Agricula" von einer kleinen Genießergruppe in Italien gegründet. Die Gourmets machten sich auf die Suche nach gutem italienischem Wein, lokalen Essenstraditionen, unverfälschten Gerichten und echtem Genuss. Der Journalist und Food-Aktivist Carlo Petrini war der Initiator des Vorhabens. Drei Jahre später wurde aus "Agricula" dann Slow Food. Nicht im Schneckentempo, sondern in Windeseile, hat sich der Genießerclub auf der ganzen Welt einen Namen gemacht. In den Regionalgruppen, die sich Convivien nennen, setzen sich die Mitglieder mit verschiedenen Maßnahmen für die Philosophie "gut, sauber und fair" ein. Die Organisation hat außerdem zahlreiche Restaurantführer publiziert, die darüber Auskunft geben, wo man gut und langsam essen kann. Bestellen Sie hier den "Slow Food Genussführer Deutschland 2015".

 

Diese Bücher zum Thema Slow Food empfehlen wir Ihnen:


Restaurantführer:

 

Kochbücher:

 

Stöbern Sie bei uns nach dem perfekten Kochbuch. Wie wäre es mit einem veganen Kochbuch oder vegetarischen Rezepten?


Vegane und vegetarische Kochbücher:


Mit diesen Büchern werden Sie selbst zum Gärtner und Selbstversorger:



DuMont Reiseverlag, Reiseführer, DuMont Reise, Kunst-Reiseführer

Literaturtipp der Woche

Toni Morrison Gott, hilf dem Kind

Der jungen Mutter Sweetness ist die Tochter so tiefschwarz geraten, dass der Vater, ein Kuckuckskind vermutend, bei der Geburt...

Top-Thema

Mit Ratgebern für den Garten zum Selbstversorger

Fast Food ist out – selbst züchten und ernten ist in. Der Trend geht zur Gartenarbeit und zur Selbstversorgung. Mit diesen Ratgebern für den Garten kommen Sie zu Ihrem eigenen kleinen, grünen Paradies.

Top-Thema

Ihr veganes Kochbuch für ein bunteres Leben

Ein veganes Kochbuch kann Ihnen nicht nur dabei helfen, sich gesünder zu ernähren, Sie tun damit auch gleich noch etwas Gutes. Damit trotz Fleisch- und Milchverzicht keine Langweile aufkommt, braucht es kreative Ideen, die Sie in unseren veganen Kochbüchern finden.

Wie lecker gesundes Essen sein kann, zeigt Ihnen Ihr veganes Kochbuch.