Zen – Finde die Linie im Chaos

 

Zen ist ein Zustand meditativer Versunkenheit, in dem alle dualistischen Unterscheidungen – du und ich, Subjekt und Objekt, Wahrheit und Lüge – aufgehoben werden. Leerheit und Vollkommenheit sind die hohen Ziele des Zen und jener Zustand, der erreicht werden muss, um Erleuchtung zu erfahren. Im Zen wird dieser Zustand als Enzo bezeichnet, die mit Tusche gezeichnete Kreisform, die nur mit einem einzelnen Pinselstrich gemalt wird und die die unmittelbare Wirklichkeit symbolisiert, das Absolute in einer relativen Welt.

 

Der traditionelle Zen-Buddhismus


Der Zen-Buddhismus entwickelte sich im 5. Jahrhundert in China aus dem Mahayana-Buddhismus heraus und wurde stark vom Daoismus beeinflusst. Die damals noch Chan-Buddhismus genannte Strömung wurde über Jahrhunderte hinweg von chinesischen Mönchen in Südostasien verbreitet, bis sie im 12. Jahrhundert nach Japan kam, wo sie als Zen-Buddhismus eine neue Ausprägung erhielt. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kam die Zen-Strömung dann nach Amerika. Hier stieß die Lehre auf großen Anklang, fehlte es ihr doch an dem für die katholische Kirche typischen Dogmatismus. Inzwischen hat sich eine westliche Strömung des Zen entwickelt, die sich immer stärker wachsener Beliebtheit erfreut. Die Versenkung in die Meditation wird als Auszeit vom Alltag betrachtet, als Rückbesinnung auf das Wesentliche und als Möglichkeit, die Linie im Chaos wieder zu entdecken und ihr zu folgen.

 

Mit Zen die Linie im Chaos findenIm Zen gibt es – im Gegensatz zu vielen anderen Strömungen des Buddhismus – keine tiefe Lehre und kein großes Geheimnis, auf das man Antworten finden müsste. So sagte der große Zen-Meister Ikkyu Sojun einmal zu einem Schüler: „Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“ Vielmehr geht es beim Zen darum, das Leben in all seiner Fülle zu genießen und zu erfahren. Was klingt wie das Einfachste der Welt, bleibt den meisten Menschen jedoch verwehrt, weil hartnäckige Gedanken sie daran hindern, einfach zu leben. Zugleich aber gehen mit der Auflösung der Ich-Bezogenheit im Zen eine Öffnung für das ganze Universum und damit die Erleuchtung einher. Wie das zusammenpasst, damit hat sich auch der große Zen-Meister Zensho W. Kopp beschäftigt. Er fragte: „Diese eine Wirklichkeit kann nur dann erfahren werden, wenn all das, was die Wirklichkeit des einen Geistes nicht ist, fällt. Aber wie kommt man dahin?“ Seine Antwort darauf ist überraschend einfach: „Der Weg zur Erfahrung deines wahren Angesichts vor deiner Geburt, dieser Weg zur Erleuchtung, ist nichts anderes als der alltägliche Weg.“

 

Daishin-Zen nach Hinnerk Polenski

 

Der deutsche Daishin-Zen-Meister Hinnerk Polenski schreibt dazu: „Das Wesentliche des Zen-Weges ist der eigene Weg. Er ist unabhängig von Weltlichem oder Überweltlichem, unabhängig von Meistern und Gurus oder von Büchern und Lehren. Er ist unabhängig von der Meinung anderer - aber vor allen Dingen auch unabhängig von der eigenen Meinung.“ Die von Polenski begründete Daishin Zen-Linie betont den Weg des Herzensgeistes und wird deshalb auch als Zen des „Großen Herz-Geists“ übersetzt. Aber auch die Yin-Linie, als der weibliche Weg, der von Frauen und Männern gleichermaßen beschritten wird, spielt im Daishin Zen eine Rolle und bietet einen harmonisierenden Ausgleich zum uneffektiven, nicht ganzheitlich agierenden Yang-Weg der Härte, der in der modernen Leistungsgesellschaft vorherrscht.

 

Polenski sieht in der Ausgewogenheit von Yin und Yang die Möglichkeit, den ganzen Menschen in Harmonie (Wa) zu bringen. Dies gilt für sein Sein, sein Tun und sein Handeln zu jeder Stunde des Tages, im Privatleben und im Beruf. Aus diesem Grund legt Hinnerk Polenski einen der Schwerpunkte im Daishin Zen auf Zen Leadership, das Zen für Führungskräfte.

 

Zen Leadership ist für ihn „der Weg, in den chaotischen, mannigfaltigen Herausforderungen dieser Welt seine ureigene, unerschütterliche Mitte zu finden und so als Vorbild voranzuschreiten“ und „der Weg, zu erkennen, dass die Veränderung meines Geistes, meines Bewusstseins eine Veränderung von Welt-Geist und dem Bewusstsein um mich zeitigt.“ In seinem Buch „Die Linie im Chaos“ und in Seminaren für Führungskräfte befähigt Hinnerk Polenski Entscheidungsträger dazu, einen inneren Kompass der Orientierung zu entwickeln und zeigt ihnen, wie sie Tatkraft mit innerer Klarheit verbinden.

 

Viele informative Ratgeber zum Thema Zen haben wir hier für Sie zusammengestellt. Hier erfahren Sie alles über die Philosophie des Zen-Buddhismus, über das Zazen (das Sitzen in der Versunkenheit) und die traditionelle und moderne Praxis des Zen.

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