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Franz Anker

Franz Anker (Jahrgang 1944) hatte kein einfaches Leben. Zahlreiche schwere Schicksalsschläge, von denen einer ausgereicht hätte, einen schwächeren Charakter als seinen endgültig aus der Bahn zu werfen, bestimmten seinen Lebensweg. Doch Anker hat sich niemals unterkriegen lassen, hat sich immer wieder aufgerichtet und sich den Herausforderungen des Lebens mit viel Mut und Ausdauer gestellt. In seiner Autobiografie „Wo ist eigentlich oben?“, die 2013 erschienen ist, erinnert sich Franz Anker an seine Kindheit kurz nach dem Krieg, an die Flucht vor den sowjetischen Soldaten, daran, dass ihn seine Mutter beinahe zur Adoption freigegeben hätte, wenn er sich nicht mit Händen und Füßen dagegen gewehrt hätte, daran, wie er seine Leidenschaft für die Seefahrt entdeckte und schließlich als Seemann das Glück gefunden zu haben glaubte. Sieben Jahre lang fuhr Franz Anker zur See – bis eine Katastrophe auch diesen Frieden zerstörte. Bei einem Unglück kam die gesamte Besatzung des Schiffes ums Leben. Nur Anker überlebte. Es ist nur seiner Zähigkeit zu verdanken, dass er den Weg zurück ins Leben fand und sogar wieder an Bord eines Schiffes ging – wo er beinahe Opfer eines Mordversuches geworden wäre. Zwar überlebte Franz Anker, doch er verlor dabei einen Arm. Nun, auf Dauer mit dem Leben auf festem Boden konfrontiert und als junger Mann mit Behinderung, fand er endlich seine Bestimmung. „Wo ist eigentlich oben?“ ist mehr als eine einfache Autobiografie. Es ist auch ein Zeitdokument, das die Nachkriegszeit, den Kalten Krieg und die Wiedervereinigung umspannt, ein Buch über Angst, Verzweiflung, Hunger und Heimatlosigkeit, aber auch über Mut und Ausdauer, über Abenteuer, Träume und Sehnsüchte. Mit beinahe 70 Jahren hat Franz Anker so ein weises Buch geschrieben, das genauso sehr Erinnerung ist, wie es Inspiration für kommende Generationen ist. Seine Botschaft ist eindeutig: Man darf sich vom Leben nicht unterkriegen lassen. Zugleich fehlt es Franz Anker nicht an Humor, was seine Memoiren zu einem echten Lesegenuss macht.

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